…so die ßberschrift zu einem Artikel, den ich dieser Tage sehr interessiert las. Noch vor einigen Jahren, gehörte Mediation zu einem … na, sagen wir mal vorsichtig ?eher belächelten Randgebiet für esoterisch angehauchte Exoten?. Eine damalige Anfrage bei meinem ersten Arbeitgeber, ob vielleicht eine Zusatzausbildung zur Mediatorin für Familien- und Arbeitsrecht für unsere Kanzlei von Vorteil wäre, wurde mit einem fränkischen ?der amerikanische Schmarrn setzt sich bei uns niiieee durch? quittiert.
Zwischenzeitlich sieht die Situation anders aus.
In Niedersachsen wird bei Gericht schon längst Mediation zur Streitschlichtung herangezogen. Ohne Prozess, aber geleitet von einem als Mediator ausgebildeten Richter, werden Streitfälle einvernehmlich gelöst. Diese Versuche zeigen bemerkenswerte Erfolge ? und sparen der Gemeinschaft viel Zeit und Geld.
Laut meinem Artikel erkennen aber auch immer mehr Unternehmen die Vorzüge der alternativen Methode zur Lösung von Konflikten und nutzen diese, bevor es überhaupt zu einem Rechtsstreit kommt. Angeblich werden immer häufiger unter Anleitung unabhängiger Dritter, ohne die formalen Zwänge von Prozessordnung und Co. und insbesondere fernab aller ßffentlichkeit und Image-Schäden Lösungen gesucht und auch gefunden.
Die IHK für München und Oberbayern hat 2006 ein IHK MediationsZentrum eingerichtet. Dort wird ein umfassender Service im Bereich der Wirtschaftsmediation angeboten.
Soweit die Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Bei wem wurde denn schon mal im Unternehmen ein professionelles Mediationsverfahren durchgeführt? Und, wie war es? Führte es zum gewünschten Erfolg?
Ich würde mich freuen, von Euch zu hören. Wenn der ?amerikanische Schmarrn? sich bei uns doch durchsetzt, vielleicht mach? ich die Ausbildung ja irgendwann noch…
Schöne Grüße von hier
Sonja
Gestern hatte ich mal wieder ein persönliches Highlight im Rahmen der juristischen Hotline. Eigentlich ging es mehr um eine kleine Beschwerde als um eine juristische Frage. So war mein Gesprächspartner, ein Betriebsrat aus Berlin, zwar grundsätzlich sehr zufrieden mit dem Seminar, dass er bei uns gebucht und auch besucht hatte. Er war aber doch etwas ungehalten über die Aussage eines Referenten, der auf eine Frage aus dem Teilnehmerkreis antwortete: ?Ja, liebe Kollegen, das kommt ganz darauf an!?
?Det hab ich nu schön öfter jehört bei dene Rechtsleute?, klagte mein Betriebsrat. ?Wieso kommt det bei euch denn imma drauf an?? ?Jute Frage?, dachte ich. ?Echt ne jute Frage.? Und ich begab mich auf eine kleine Zeitreise, zurück in mein Studium, zurück in den Hörsaal (der für 200 Studenten zugelassen war, aber von 500 besucht wurde), zurück in die Vorlesung, wo schon die Professoren eines zu sagen pflegten: ?Sie wissen nicht, was Sie in diesem Fall entscheiden sollen? Ich sage es Ihnen: Es kommt ganz darauf an!? Irgendwann im Laufe des langjährigen Studiums, also ehrlich gesagt eigentlich erst ziemlich am Ende, habe ich es endlich verstanden. Tatsächlich gibt es bei Rechtsfragen meist ? und Gott sei Dank ? keine Pauschalantworten. Es ist immer, und das ist auch so eine beliebte Formulierung aus dem Rechtswesen, eine Sache des Einzelfalls. So zum Beispiel die Frage, welche Regelungen vorrangig zu behandeln sind, die aus dem Tarifvertrag oder aus der Betriebsvereinbarung. Grundsätzlich gilt: Der Tarifvertrag geht vor, aaaaaaaber……..die Regelung aus dem Betriebsvertrag geht vor, wenn sie gegenüber der Regelung aus dem Tarifvertrag für den Arbeitnehmer günstiger ist. Es kommt also erstens darauf an, ob es überhaupt eine Betriebsvereinbarung gibt und zweitens, ob deren Regelung günstiger ist. Alles klar?
Macht euch also nichts draus, wenn es wieder einmal heißt, es käme darauf an. Der Referent sagt es jedenfalls nicht, weil er es selbst nicht so genau weiß. Es müssen eben alle Details berücksichtigt werden. Und unsere Fälle, sind meinst genauso individuell, wie wir selbst.
Viele Grüße von eurer Ines
Beim ifb herrscht heute eine ganz besondere Hochstimmung! Es ist Betriebsausflug!
Gleich nach dem Mittagessen geht’s ab nach Füssen, dort haben wir die Wahl zwischen Hochseilgarten für die Sportlichen und Käsereiführung mit Verkostung für die, die es gemütlicher angehen lassen wollen. (ich liebe Käse – soviel nur zu meiner sportlichen Fitness
).
Abends sind wir in Füssen zum Ritteressen geladen. Der Trinkspruch lautet ” ALL – VOLL”. Durch Rufen nach den Mägden und Knechten werden leere Humpen und Becher wieder gefüllt und der Brauch will es, dass der Hausschnaps bis zum Abwinken direkt vom Fass getrunken wird, welch’ Mägde und Knechte auf Bestellung kredenzen (oh je, oh je, auf was habe ich mich da bloÿ eingelassen…)
Ich freu mich und muss dann auch los, sonst nimmt mich der Bus nicht mehr mit
Caroline
P.S.: meine Neugierde lässt mich noch nicht gehen….was macht ihr denn so bei euren Betriebsausfügen???? Lasst es uns wissen!
© 2004- 2010 | ifb - Institut zur Fortbildung von Betriebsräten KG – Powered by WordPress