Können Sie sich auch nicht mehr vorstellen, ohne Internet und E-Mail zu leben? Werden Sie unruhig, wenn Sie schon seit mehreren Stunden nicht mehr auf Ihr Mail-Postfach zugreifen können? Ja? Dann sind Sie unter Umstunden schon medienabhängig! Nach einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover gelten rund 6 bis 12 Prozent aller Internet-Benutzer als onlinesüchtig oder zumindest als stark gefährdet. Unkontrollierter stundenlanger Konsum, stetige Erhöhung der online verbrachten Zeit, leichte bis mittlere Entzugserscheinungen wenn mal kein Rechner in der Nähe ist. Das ganze kann in der Teilnahme an Online-Rollenspielen und dem Besuch von Online-Casinos gipfeln. Gerade beim anonymen Internet-Glücksspiel fallen oft die letzten Schranken und wer Pech hat, gerät auch noch in finanzielle Schwierigkeiten.
Bündnis 90/Die Grünen wollen der Medienabhängigkeit nun an den Kragen. Zum einen gelte es, solches Verhalten überhaupt als offizielle Suchtkrankheit anzuerkennen, Ursachen und Wirkung genauer zu erforschen, Beratungs- und Therapiemöglichkeiten zu schaffen und in besonders suchtgefährdeten Bereichen entsprechend wirkungsvoll gegenzusteuern. Ganz entscheidend bleibe aber die wachsende Vermittlung von Medienkompetenz an Kinder und Jugendliche. Diese können heutzutage manchmal schon PCs bedienen, bevor sie gescheit laufen können, erhalten aber in ihrer weiteren Entwicklung keine oder wenige zumeist aber oft unzureichende Hinweise und Tipps, wie man sich verantwortungsvoll, kritisch und kompetent in den Online-Welten bewegt.
Auch wenn es abgedroschen klingt: Lesen Sie mal wieder ein Buch. Das fesselt und macht im besten Fall ebenfalls süchtig.
Peter
DGB-Arbeitsrechtlerin Martina Perreng erklärt in einem lesenswerten Interview mit der Süddeutschen Zeitung, dass wir in einem gesellschaftlichen Klima leben, in dem der Einzelne nicht mehr nur als Mensch, sondern vielmehr als “Lebensmanager” betrachtet wird: Der Wert eines Menschen hänge demnach heutzutage davon ab, wie viel er in allen Lebensbereichen auf die Reihe kriegt.
Na denn herzlichen Glückwunsch allerseits! Beruf, Familie, Gesundheit: Man braucht sich jedenfalls im Falle eines persönlichen Scheiterns nicht allzuviel Hoffnung machen. Denn die ansonsten übliche Millionenabfindung, die man als Manager immer gerne noch als “Abschiedsbonus” mitbekommt, steht bislang jedenfalls nicht zur Debatte.
Peter
In der aktuellen Debatte um die Einführung von Mindestlöhnen wird vielfach ein Mindeststundenlohn von 7,50 Euro gefordert. Dazu passt eine aktuelle Meldung des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) wonach im Jahr 2006 in Ostdeutschland jeder Fünfte weniger als diesen Betrag verdient habe, im Westen übrigens noch jeder Zwölfte. Mal abgesehen davon, dass dies ein mal wieder pregnantes Licht auf die tatsächliche Wirtschaftsentwicklung im Land wirft, bleibt die Diskussion spannend: Denn die Wirtschaftswissenschaftler warnen, dass bei Einführung eines Mindestlohns diejenigen Beschäftigten, die dadurch anschließend mehr verdienen würden, auch stärker von Arbeitslosigkeit betroffen sein könnten. Könnten, wohlgemerkt! Das IWH schreibt selbst, dass die Entwicklung an sich weithin unklar ist und dies nur “vermutlich” so sei.
Der Briefzusteller Pin hat indes einen Mindestlohn akzeptiert. So ist es vorstellbar, dass die Erhöhung der Löhne in diesem Segment von den Firmen betriebswirtschaftlich weggesteckt werden kann. Kritiker befürchten wie so oft den Wegfall von Arbeitsplätzen ins Ausland. Nur gibt es mittlerweile in fast allen EU-Ländern ebenfalls Mindestlöhne. SPD-Chef Beck kann das ganze “Getöse” um das Thema deshalb nicht verstehen.
7,50 die Stunde sind übrigens rund 1.200,- Euro im Monat. Brutto! Menschen schuften Tag für Tag und müssen danach noch behördliche Zuschüsse beantragen, um die Familie überhaupt halbwegs ernähren zu können. Es gehört zur Menschenwürde, dass man vom Geld seiner Arbeit (über-)leben kann. So kann es nicht weitergehen.
Peter
Vor zwei Jahren wurde die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes (ALG) I für unter 55-Jährige von 32 auf maximal 12 Monate gekürzt. Es handelte sich dabei um einen zentralen Punkt der rot-grünen “Agenda 2010″. Nun wird dieser Zeitraum zumindest für über 50-Jährige wieder verlängert. Der SPIEGEL spricht von einer “Rolle rückwärts“: Rückwirkend zum 01.01.2008 sollen Arbeitslose nun ab 50 Jahren wieder 15 statt bisher nur 12 Monate ALG I erhalten, über 55-Jährige bis zu 18 Monate, über 58-Jährige bis zu 24 Monate. Letzterer Gruppe werden zukünftig außerdem verstärkt Angebote über Job-Wiedereingliederungen gemacht. Ziel soll es sein, dass niemand vor Vollendung des 63. Lebensjahres mit Abschlägen zwangsverrentet wird.
Warum das Ganze? Die Große Koalition will die Auswirkungen des Gesetzes etwas abmildern: Denn zwar ist es ein tapferes Ziel, ältere Arbeitnehmer wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern, nur zeigt sich in der Praxis, dass es einfach regelmäßig sehr schwer umsetzbar bleibt. Der Clou kommt jedoch jetzt: Wer älter als 58 ist und bereits ALG II bezieht, wird in Zukunft sogar ganz aus den Arbeitslosen-Stastiken rausgeworfen, sofern ihm nicht innerhalb von 12 Monaten eine sozialversicherungspflichtige Arbeit angeboten wurde. Man gilt dann offiziell ganz einfach als “nicht mehr arbeitssuchend”. Das soll vom neuen § 53a SGB II so geregelt werden. Dazu der Kommentar von Ralf Brauksiepe (CDU), dem arbeitsmarktpolitischen Sprecher der Union: “Es ist ein gutes Gesetz geworden”.
Wirklich? Zumindest wird einem in dieser Sache recht deutlich vor Augen geführt, was möglicherweise mit ein Grund für die anhaltende positive Entwicklung der Arbeitslosenzahlen ist, wenn nämlich alle über 58-Jährigen nach einem Jahr ALG II ohne neue Jobangebote einfach nicht mehr mitgezählt werden… So einfach geht das – mal wieder – mit den Statistiken.
Peter
Arbeitnehmer in Deutschland bleiben deutlich länger in ihrem Betrieb als Arbeitnehmer anderer Länder Europas. Im Durchschnitt sind es 10,5 Jahre, in Großbritannien dagegen nur 7,8. Eine kürzere Verweildauer gibt es auch in Dänemark und Irland (beide 8,1 Jahre), in Spanien (8,6), in Ungarn (9,1) und in Polen sowie in Tschechien (beide 9,6 Jahre). Darauf weist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hin. Nach den statistischen Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) halten nur die Belgier und Franzosen (11,5 Jahre) und die Italiener (10,8) ihrem Arbeitgeber noch länger die Treue. (Quelle dpa)
Was meinen Sie? Woran liegt die Treue der Deutschen ihrem Unternehmen gegenüber?
Liegt es am starken Kündigungsschutz? Am Arbeitsmarkt? oder ist der Deutsche einfach nur bequem?
Ich bin gespannt auf Ihre Meinung!
Grüße Caroline
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