Neuer DKK 2010

Spät aber dennoch: Nun trifft es auch die Dax-Vorstände…

Dienstag, 31. März 2009 von Thomas
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Nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ sind auch die Bezüge der Dax-Vorstände in Folge der Wirtschaftskrise kräftig gesunken. Und das zum ersten mal seit fünf Jahren.

Hatten die Top-Manager 2007 noch ein durchschnittliches Jahreseinkommen von fast 3 Millionen €, so waren es im letzten Jahr „nur noch“ 2.305.000,- €; immer noch eine unglaublich hohe Summe – aber dennoch ein Rückgang von über 20%.

Aktionärsschützer und Berater loben diese Entwicklung. Auch ich denke im Angesicht der Wirtschaftskrise ist dies mehr als nur gerecht – aber nur ein Anfang: Das Einkommen der Dax-Vorstände sollte noch deutlicher der wirtschaftlichen Lage angepasst werden.

Nur wen es interessiert: Top-Verdiener im letzten Jahr war Herr Peter Löscher von Siemens mit einer Gesamtvergütung von 9,84 Millionen €. Das sind ca. 820.000 € im Monat und bei einer 40-Stunden-Woche entspräche dies einer durchschnittlichen Vergütung von 5.125,- € pro Stunde. Einfach Unglaublich!

Thomas

Noch mehr Kinderarmut durch die Wirtschaftskrise?

Montag, 30. März 2009 von Peter
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Die EU-Kommission hat kürzlich ihre offiziellen Zahlen zur Kinderarmut vorgelegt. In Deutschland liegt diese Quote bei rund 12 Prozent, somit ein wenig unter dem europaweiten Durchschnitt von 19 Prozent. Es dürfte etwa 2,5 Millionen Kinder hierzulande geben, die mit dem Sozialhilfeniveau von 207 Euro pro Monat oder noch weniger auskommen müssen. EU-Kommissar Vladimir Spidla: „Kinderarmut ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Sie schmälert die Chancen für eine gute Zukunft, denn arme Kinder seien schlechter in der Schule und anfälliger für kriminelle Taten.“

Die Wirtschaftskrise könnte nun diese bedauernswerte Situation noch deutlich verschärfen. Darauf weist Heinz Hilgers, der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes gegenüber der Süddeutschen Zeitung hin: „Viele der Eltern, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren, werden in einem Jahr von Hartz IV leben“. Immer mehr Kinder würden deswegen in sozial schwächeren Familien aufwachsen. Die ganzen Konjunkturprogramme gingen in eine falsche Richtung: Die Regierung investiere nur in Steine statt in junge Menschen. So werde eine neue Generation von Leistungsempfängern herangezüchtet.
Hilgers fordert eine Kindergrundsicherung in Höhe von 330 Euro pro Monat. Dabei müssten aber zugleich alle Bildungsinstutionen von der Kindertagesstätte bis hin zur Universität kostenlos sein.

Bei diesen Forderungen geht es um viel Geld, das müsste alles erst mal finanziert werden. Die Frage ist, wie so oft: woher soll das ganze Geld kommen? Die Antwort: es wird keines da sein. Das kann sich ja jeder denken, der eins und eins zusammenzählt: Sicher wird irgendwann das Kindergeld mal wieder um ein paar Euro erhöht und vielleicht gibt es auch eine Sonderzahlung wie dieses Jahr die Schulbeihilfe von 100 Euro. So paradox es auch klingen mag: Kinderarmut bzw. das was man darunter versteht, wird sich mit dem Einsatz von Geld auf breiter Front nie so richtig bekämpfen lassen. Angesetzt werden sollte dagegen, wie bei so vielen anderen Dingen auch, unbedingt direkt im Bewußtsein der Gesellschaft: erst wenn uns unsere Kinder nicht mehr nerven, weil sie laut sind, Dreck machen und man sie lieber nicht neben sich wohnen haben will, erst wenn sich hier etwas in der Einstellung ändert, dann wird sich auch insgesamt eine Verbesserung einstellen. Dann steht zwar immer noch nicht mehr Geld zur Verfügung, aber die „gefühlte“ Kinderarmut wird sinken. Und das wäre schon ein toller Erfolg. Ganz bestimmt!

Peter

In der Krise vergessen: Normalfall Hartz IV

Freitag, 27. März 2009 von Peter
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Wenn die Angst um den eigenen Arbeitsplatz ganz besonders im Mittelpunkt steht, so wie das bei vielen Arbeitnehmern seit Beginn der Wirtschaftskrise im letzten Jahr der Fall sein dürfte, verlieren sich manche Dinge wie von selbst aus dem Blickfeld. Die allgemeine Hartz IV-Situation zum Beispiel. In der Krise kann man das schon mal vergessen, dabei entwickelt sich der Hartz IV-Fall immer mehr zum Normalfall. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn zwischen 2005 und 2007 beinahe 12 Millionen Menschen in diesem Land diese Art der staatlichen finanziellen Grundsicherung durchgehend oder zeitweise erhalten haben?

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) veröffentlichte vor kurzem erneut eine Studie zu diesem Thema, bei der sie vor allem auf die Bezugsdauer und die wiederholte Bedürftigkeit abstellte. Hauptaussage: Acht von zehn Arbeitslosengeld II-Empfängern beziehen dieses schon länger als ein Jahr. Besonders gefährdet um in diesem Teufelskreis steckenzubleiben, sind die Alleinerziehenden. Grausame Zahlen: Die Hälfte von ihnen benötigt die Hartz IV-Unterstützung auch nach drei Jahren immer noch oder schon wieder.

Hartz IV ist immer mehr geprägt von langer Bezugsdauer und wiederholtem Rückfall in die Bedürftigkeit: ein echtes Trauerspiel.

Peter

IAB-Studie herunterladen (pdf-Datei)

Neue Studie über gesundheitliche Risiken von Schichtarbeit

Donnerstag, 26. März 2009 von Peter
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Schichtarbeit ist wahrlich kein Vergnügen. Das weiß jeder, der schon mal in einem solchen Arbeitszeitmodell tätig war. Und dass auch die Gesundheit dabei belastet wird, ist nichts Neues. In welchem Ausmaß dies allerdings geschieht, das ließ sich bislang eher nur schwer einschätzen. Denn Krankheiten, die davon hervorgerufen werden, entwickeln sich nur langsam und im Lauf der Zeit. Einen unmittelbaren Zusammenhang herzustellen, das ist nicht immer leicht.

Nun hat die Harvard Medical School in Boston eine Studie zu diesem Thema veröffentlicht. Diese dokumentiert, wie Schichtarbeit langfristig zu Übergewicht, Diabetes und Herzleiden führen kann. Nach etwa sechs Jahren Schichtarbeit steige zum Beispiel das Risiko zu erkranken ganz stark an. Professor Jürgen Zulley ist Schlafforscher an der Universität Regensburg: „Die Studie zeigt, dass Schichtarbeit nicht zu kurzfristigen Befindlichkeitsstörungen führt, sondern zu ernsthaften Folgeerkrankungen“. Sein dringender Rat lautet: Bei Schichtarbeit unbedingt auf die Gesundheit achten und mehr ärztliche Beratung in Anspruch nehmen.

Peter

Ratgeber für Schichtarbeiter bei der BKK-Krankenkasse herunterladen (pdf-Datei)

Bundespräsident: Solidarität ist nicht Mitleid. Solidarität ist Selbsthilfe

Mittwoch, 25. März 2009 von Thomas
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Gestern hielt Bundespräsident Horst Köhler in der Berliner St.-Elisabeth-Kirche seine „Berliner Rede“.

Dabei ging er vor allem auf die Finanz- und Wirtschaftskrise ein, die er als eine „Bewährungsprobe für die Demokratie“ bezeichnete. Jetzt seien die großen Räder gebrochen, und wir erlebten eine Krise, deren Ausgang das 21. Jahrhundert prägen könne, so Köhler. Nach Meinung des Bundespräsidenten kann die Krise aber zum Guten führen, wenn wir aus dem Schaden klug werden.

Gerade für uns Deutsche als Exportweltmeister ist die weltweite Rezession gefährlich, da die Aufträge aus dem Ausland mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit wegbrechen.
Ein Ausstieg aus der Globalisierung sei aber nicht machbar, da dies laut Köhler in kürzerster Zeit unseren Wohlstand vernichten würde.

Die große Chance in der Krise stecke gerade darin, dass wir nun alle erkennen, dass die Menschheit zusammen in einem Boot sitzt und sich gegenseitig unterstützen muss. Denn nur wenn es anderen gut geht, kann es auch uns selbst gut gehen. „Eigennutz im 21. Jahrhundert heißt: sich umeinander kümmern:“

Bundesregierung und Bundestag bescheinigte der Bundespräsident Handlungsfähigkeit. Denn gerade in der Krise hätten sie „kurzatmigen Aktionismus vermieden“.

In der Berliner Rede bekräftigte er, dass gerade jetzt ein Festhalten an unserer Sozialen Marktwirtschaft wichtig ist, denn diese sei nicht nur eine Wirtschafts- sondern auch eine Werteordnung: „Sie vereinigt Freiheit und Verantwortung zum Nutzen aller“.

Zufriedenheit soll nicht länger nur von einem quantitativen „Immer Mehr“ abhängig gemacht werden. Sparsamkeit soll Ausdruck von Anstand werden.

Abschließend fügt Bundespräsident Köhler mit Blick auf den Ort der Rede, die nach dem Krieg nun wieder aufgebaute St.-Elisabeth-Kirche hinzu: „Meine Damen und Herren, schauen Sie sich um in dieser Kirche. Sie spricht zu uns bis heute über das Werk der Zerstörung, das Menschen anrichten können. Aber sie sagt auch: Wir können immer einen neuen Anfang schaffen. Es liegt an uns.

Thomas

Massenarbeitslosigkeit bis Ende des Jahres?

Dienstag, 24. März 2009 von Andrea
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Die Wirtschaftskrise wird in den kommenden Monaten den Arbeitsmarkt erfassen: bis zu fünf Millionen Menschen könnten bis Ende 2010 ihren Job verlieren.

Nach Einschätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) droht Deutschland ein Rückfall in die Massenarbeitslosigkeit. Der Konjunkturchef des Essener Instituts, Roland Döhrn, erwartet, dass im Verlauf dieses Jahres rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen und die Zahl der Arbeitslosen um 1,1 Millionen steigt. Bereits im Oktober werde die Zahl der Arbeitslosen auf vier Millionen anwachsen, Ende 2010 könnten es bis zu 5 Millionen Arbeitslose sein. Laut RWI wird ebenso die Zahl der Kurzarbeiter stärker steigen als in früheren Rezessionen.

Auch das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK)prognostiziert, dass sich die wirtschaftliche Schwäche im zweiten Halbjahr 2009 deutlich auf den Arbeitsmarkt durchschlagen wird. Im Jahresschnitt 2010 werden voraussichtlich 4,5 Millionen Menschen ohne Job sein.

Die Experten sind sich nicht einig, wie stark die Konjunktur einbrechen wird, Einigkeit besteht nur darin, dass sie einbrechen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass der Aufschwung nicht so lange auf sich warten lässt.

Andrea

Psychische Belastungen lassen Krankmeldungen steigen

Montag, 23. März 2009 von Thomas
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Die Zahl der Krankmeldungen in Deutschland ist nach 2007 auch im letzten Jahr wieder angestiegen, nachdem sie vor 2 Jahren noch auf dem niedrigsten Stand seit langem war.

Im Jahr 2008 waren die Erwerbstätigen durchschnittlich einen Vierteltag mehr krankgeschrieben als im Vorjahr. Die durchschnittliche Anzahl der Krankheitstage stieg im Vergleich zu 2007 um 0,27 auf 11,25 Tage (Studie der TK).

Grund hierfür sind vor allem die steigenden psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Diese verursachten im Schnitt 1,4 Krankheitstage – so viele wie noch nie. Mit über einem Drittel haben Depressionen besonders zugelegt, aber auch das Burn-out-Syndrom greift mehr und mehr um sich.

Sind die Zahlen der „üblichen Krankheiten“ wie Rückenschmerz, Muskel- und Skeletterkrankungen, Verletzungen, Atemwegserkrankungen und Erkältungen eher rückläufig, so nehmen die psychischen Störungen kontinuierlich zu. Lag deren Anteil an den Gesamtausfällen vor 30 Jahren noch bei 2%, so waren es 2006 schon 8,9%; Tendenz steigend.

Zu den am stärksten belasteten Berufsgruppen gehören nach der Studie des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen vor allem Sozialarbeiter, Krankenpfleger und Telefonisten.

Es bleibt abzuwarten wie sich das Krisenjahr 2009 auf die Zahl der Krankmeldungen auswirken wird. In der Vergangenheit sanken in Krisenzeiten die Krankmeldungen stets, da die Arbeitnehmer bei schwacher Konjunktur Angst um den Verlust ihres Arbeitsplatzes hatten.

Thomas

Equal Pay Day: Lohnungleichheit für immer?

Freitag, 20. März 2009 von Peter
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Am 20. März 2009 ist Equal Pay Day: Frauen müssen rein rechnerisch bis zu diesem Tag arbeiten, um das selbe Einkommen zu erzielen, das Männer mit vergleichbaren Jobs bereits zum Jahresende in der Tasche hatten. Ungleichbehandlung beim Gehalt: Wird es hier jemals Gleichberechtigung geben? Das Thema ist seit vielen Jahren bekannt, aber es tut sich nicht viel. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellt fest: „Die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern hat sich gegenüber dem Stand vor 15 Jahren kaum verändert.“

Innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland dabei weit hinten: Während Frauen im EU-Schnitt „nur“ 17 Prozent weniger verdienen als Männer, sind es hierzulande satte 23 Prozent Gehaltsunterschied.

Armin Laschet, Familien- und Frauenminister in Nordrhein-Westfalen, startet nun in Zusammenarbeit mit vier Unternehmen ein Pilotprojekt, bei dem er vor allem auch Betriebsräte auf die Probleme im Zusammenhang mit der Lohnungerechtigkeit sensibilisieren will: „Ein Viertel weniger Lohn für Frauen, das ist ein Zustand, der nicht akzeptabel ist.“ Zusammen mit Führungskräften sollen die Betriebsräte nun in den ausgewählten Firmen neue Beurteilungs- und Lohnkriterien entwickeln. Man darf gespannt sein, was dabei herauskommt.

Um sich die Wartezeit etwas zu verkürzen, kann man als Arbeitnehmer zwischenzeitlich auch selbst aktiv werden und zum Beispiel die Kollegen von der Hans-Böckler-Stiftung bei der Erstellung ihres Lohnspiegels unterstützen. Knapp 25.000 Frauen und Männer haben dies allein seit 2008 bereits getan. Dadurch wurde es möglich, dass das WSI-Tarifarchiv einen Lohn- und Gehaltscheck zu mittlerweile 250 verschiedenen Berufen anbieten kann.

Lohnungleichheit für immer? Oder doch nur bis 2014 wie Dagmar Bischof vom Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) hofft? Der Equal Pay Day fand dieses Jahr erst zum zweiten Mal statt und ich habe das ungute Gefühl, dass er mangels Erfolgen und Fortschritten noch sehr sehr oft begangen werden muss. Aber wer weiß? Manchmal ändern sich die
Zeiten tatsächlich.

Peter

Ergebnisse der aktuellsten WSI-Gehaltsumfrage vom März 2009

Zur Online-Umfrage von www.frauenlohnspiegel.de der Böckler-Stiftung

Link zum Frauennetzwerk BPW

0-8-15 ist vorbei: Geschiedene müssen wieder früher arbeiten gehen

Donnerstag, 19. März 2009 von Thomas
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Das seit dem 01.01.2008 geltende neue Unterhaltsrecht zeigt nun Alltagswirkung:

Gestern entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass geschiedene Ehegatten früher als bisher wieder selbst arbeiten müssen, um ihren eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren (BGH vom 18.03.2009 – XII ZR 74/08). Die Bezugsdauer des nachehelichen Betreuungsunterhalts (nicht Kindesunterhalt!) wurde deutlich verringert.

Vor der Reform galt eine Regelung die unter Juristen die „0-8-15-Formel“ genannt wurde. Danach musste der geschiedene Ehegatte, der sich um die Kinder kümmerte (meist die Frau) überhaupt nicht berufstätig sein bis das jüngste Kind acht Jahre alt wurde. Danach sollten sie mehrere Jahre lediglich in Teilzeit arbeiten müssen. Eine Vollzeitstelle musste erst aufgenommen werden, wenn das jüngste Kind seinen 15. Geburtstag gefeiert hatte.

Damit ist nun nach dem Willen von Gesetzgeber und Rechtsprechung Schluss. Der neue § 1570 BGB hat die Dauer des Betreuungsunterhalts grundsätzlich auf drei Jahre begrenzt.

Das heißt im Klartext: nach der Scheidung muss nun jeder Ex-Ehepartner für sich selber sorgen, wenn das jüngste Kind drei Jahre alt ist.

Allerdings verlangt die Neuregelung keinen abrupten Wechsel von der elterlichen Betreuung zu einer Vollzeiterwerbstätigkeit. Denn aus Billigkeitsgründen und vor allem zum Schutze des Kindeswohls ist ein gestufter Übergang bis hin zu einer Vollzeitbeschäftigung möglich.

Es muss nämlich auch dann eine kindgerechte Betreuung gewährleistet sein, wenn der bisher nicht erwerbstätige Ex-Ehepartner nun wieder arbeiten geht. Der Staat will hier mit seiner ausgebauten Kindesbetreuung und Tagespflege helfen und so eine bessere Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und Kindeserziehung schaffen. Eine Berufung auf die Notwendigkeit einer eigenen persönlichen Betreuung des Kindes ist deshalb grundsätzlich nicht mehr möglich, wenn es entsprechende (staatliche bzw. kirchliche) Betreuungsmöglichkeiten gibt.

Ob das nun tatsächlich zum Wohle des Kindes ist, bleibt natürlich dahingestellt. Vielfach war heute in der Tagespresse zu lesen, dass dies tatsächlich gegen das Kindeswohl gehe, wenn „Mutti nun arbeiten müsse“. Auf der anderen Seite ist aber auch das Interesse des erwerbstätigen Ex-Partners zu sehen, der/die nicht dauerhaft für den Unterhalt seiner Ex-Partnerin/ihres Ex-Partners aufkommen will.

Thomas

Schutzschirm für Arbeitnehmer

Mittwoch, 18. März 2009 von Peter
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Schaden tut es sicher nicht, im Gegenteil: Arbeitnehmer sollten sich gerade jetzt in Zeiten der Wirtschaftskrise rein vorsorglich darüber informieren, wie sie grundsätzlich vom Arbeitsrecht geschützt werden. Zu diesem Zweck hat Rechtsanwältin Marlene Schmidt im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung aktuell analysiert, welches arbeitsrechtliche Instrumentarium zum Schutz von Arbeitnehmern in der Unternehmenskrise besteht. Unter dem Titel „Schutzschirm für Arbeitnehmer“ erschien nun eine 20seitige Broschüre. Dabei kommt sie zu dem Ergebnis, dass das deutsche Arbeitsrecht ein flexibles und die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern fein ausbalanciertes Gefüge an Schutzmechanismen bereit hält.

Die Themenauswahl erstreckt sich über viele Bereiche, die derzeit Konjunktur haben: Arbeitszeitkonten, Betriebsferien, Kurzarbeit, betriebsbedingte Kündigungen, Massenentlassungen, Interessenausgleich und Sozialplan sowie Insolvenz des Arbeitgebers. Alle Themen werden verständlich und knapp aber übersichtlich beschrieben.

Heide Pfarr, Geschäftsführerin der Böckler-Stiftung betont: „Das Arbeitsrecht ist ein wichtiger gesellschaftlicher Stabilitätsfaktor, weil es Millionen Menschen das Gefühl von Berechenbarkeit gibt.“ Frau Pfarr weiter: Die Medien würden immer nur über den individuellen Kündigungsschutz berichten, die Schutzregeln bei Massenentlassungen seien dagegen kaum bekannt.

Unser Tipp: Broschüre herunterladen und informieren. Schließlich weiß man nie, für was es gut sein kann.

Ebenfalls interessant: Unser spezielles ifb-Seminarangebot zu allen Themen die in Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise gerade im Fokus stehen.

Peter

Broschüre bei der Böckler-Stiftung herunterladen (pdf-Datei)

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