Das Wahlquiz von ver.di stellt verschiedene Wahlversprechen vor. Aufgabe des Benutzers ist es, die richtige Partei zu finden, von der eine bestimmte Wahlaussage stammt. Das macht Spaß und man lernt schnell, wer die wirklich “harten” Sachen vertritt.
Peter
Bildquelle: ver.di
Man schätzt, dass sich aktuell weit über eine Million Beschäftigte in Kurzarbeit befinden und somit Monat für Monat weniger Geld auf dem Konto haben. Bei vielen ist deshalb Sparen dringend angesagt. Aber wo zuerst? Vielleicht bei den Zuzahlungen in die betriebliche Alterversorgung? Der Gedanke ist verlockend.
Vorsicht! Das kann gefährlich werden. Große Nachteile beim Versicherungsschutz und finanzielle Einbußen können die Folge sein. Wie man als betroffener Arbeitnehmer am besten handelt, wird in diesem Artikel bei Welt Online beschrieben. Unser Lese-Tipp!
Peter
Bei der Bundestagwahl 2009 wurden 29 Parteien zugelassen. Der Betriebsrat Blog des ifb wirft in lockerer Folge einen Blick auf einige Wahlprogramme und schaut sich an, welche Pläne die einzelnen Parteien bei den Themen Mitbestimmung und Betriebsrat für die nächste Zukunft im Gepäck mitführen.
Im heutigen Beitrag nehmen wir das Bundestagswahlprogramm der Partei Bündnis 90/Die Grünen unter die Lupe.
Oha, dachte ich mir, als ich das pdf mit dem Wahlprogramm zum ersten Mal geöffnet habe: 226 Seiten stark. Respekt, deutlich mehr als die anderen. Aber die Länge ist ja so gut wie nie entscheidend, auf die Inhalte kommt’s an. Das weiß ich spätestens, seitdem ich nun für diese Blog-Reihe das fünfte Bundestagswahlprogramm innerhalb von nur wenigen Tagen gelesen habe. Dann der Titel: “Der grüne neue Gesellschaftsvertrag“. Mein erster Gedanke: Muss ich den unterschreiben? Weil dann müsste ich ja schon alles recht genau durchlesen, ich kann ja nicht einfach unterschreiben und weiß am Ende nicht, was drin steht. Ist ja wie im echten Leben. Und wo kann ich unterschreiben?
Hmm. Also ran an die Lektüre. Allein das Vorwort, welches hier noch schön konservativ Präambel genannt wurde, ist geschlagene 14 Seiten lang. Diese Hürde werden wohl nicht so viele nehmen. Nur: Wer liest ein solches Programm schon von vorne bis hinten, werden manche fragen? Na ja, schließlich ist es ein “Vertrag”. Sollte also bekannt sein, vor Signierung. Mensch, hier wird ganz schön was vom potenziellen Wähler verlangt.
Aber nun zum eigentlichen Thema: Wie sieht es bei den Grünen mit Betriebsrat und Mitbestimmung aus?
Gut versteckt haben sie das, auf Seite 171 (!) wird man schließlich fündig. Positiv: Es gibt klare Ansagen und deutliche Signale für mehr Mitbestimmung. Die Mitbestimmung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in ihren Unternehmen soll gestärkt werden. Dies könne am Besten durch Bildung von Betriebsräten und gewerkschaftlichen Organisationen geschehen. Na gut, das ist ja bereits der Ist-Zustand. Also weiter.
Konkrete Vorschläge der Grünen: Betriebsräte müssen ein zwingendes Mitbestimmungsrecht beim Interessenausgleich erhalten. Und auch über den Einsatz von Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern sollen sie mitbestimmen können.
Dann schließlich noch der Vorschlag hinsichtlich der Unternehmensmitbestimmung, dass für alle Unternehmen ab 200 Beschäftigte künftig drittelparitätische Mitbestimmung gelten solle, für solche ab 1.000 Beschäftigte paritätische Mitbestimmung.
Sonst nicht mehr viel Konkretes, aber etliches zu anderen interessanten Themen wie zum Beispiel der Arbeitsmarktpolitik. Das ist mindestens genauso brisant wie Mitbestimmung. Nur ist das hier nicht das Thema.
Bündnis 90 / Die Grünen stehen nach aktuellen Hochrechnungen derzeit bei knapp dreizehn Prozent und liegen somit hauchdünn hinter der FDP. Und zum Schluss hab ich dann sogar das mit dem “Vertrag” noch kapiert, wo man ihn denn unterschreiben kann, wenn man möchte: Na in der Wahlkabine natürlich. Ach so……
Neuer Gesellschaftsvertrag von Bündnis 90 / Die Grünen als pdf-Download
Übersicht bisheriger Beiträge in dieser Reihe:
Peter
Na, neugierig geworden auf meine Bilder? Klar, sonst hätten Sie nicht hierher geklickt! Und Sie können sich sicher sein: Ihr Arbeitgeber ist genauso neugierig wie Sie!
Gerade als Bewerber sollten Sie deshalb genau überlegen was Sie im Internet über sich preisgeben und was sie lieber für sich behalten. Denn: Ihr (zukünftiger) Chef liest mit!
Man denkt sich gar nichts dabei: Schnell sind ein paar Bilder der letzten Feier hochgeladen und ein paar Worte dazu geschrieben… Es ist ja einfach sehr reizvoll, wenn man so seinen weit verstreuten Freundeskreis updaten und schnelle Kontaktpflege betreiben kann.
Unzählige Portale und Plattformen laden die Internetnutzer dazu ein. An dieser Stelle seien nur StudiVz, Facebook, Lokalisten und Xing genannt. Besonders interessant wird es für die Personaler, wenn Sie den Bewerber auf Partybildern bei Saufgelagen sehen oder sonst irgendwelche peinlichen Schnappschüsse im Netz veröffentlicht sind.
Dabei muss man nicht einmal selbst die Bilder ins Netz stellen. Oft erledigen das schon Freunde und Familie, ohne dass man davon weiß. Und sie meinen auch noch einem damit etwas Gutes zu tun. Irrtum!
Aber auch Meinungen und Einstellungen werden von vielen Usern hemmungslos preisgegeben. Es wird „herausgetwittert” was man den ganzen Tag so treibt, was man „endgeil” findet und was „mega uncool”. Da braucht man sich nicht wundern, wenn im Vorstellungsgespräch plötzlich komische Fragen kommen: „Und Sie sind trinkfreudig!?!” oder „Mit der Philosophie unseres Hauses scheinen Sie nicht besonders verbunden zu sein.” Schlimmer ist es jedoch, wenn man auf Grund der privaten Daten im Netz gar nicht erst eingeladen wird.
Eine vom Bundesverbraucherministerium in Auftrag gegebenen dimap-Studie belegt, dass die Firmen besonders ihre Bewerber im Internet scannen. Mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen nutzt das Internet für Personalentscheidungen, wobei Großunternehmen bei der Personalauswahl deutlich häufiger im Internet recherchieren als Kleine. Bei Unternehmen mit über 1000 Mitarbeitern informierten sich fast 50% im Internet. Die hierbei gewonnenen Informationen werden schwerpunktmäßig für die Vorauswahl der Bewerber genutzt, die zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Fast zwei Drittel der Unternehmen beschränken sich auf allgemein zugängliche Informationen. Gut ein Drittel informiert sich auch über soziale Netzwerke, wie etwa Xing oder StudiVZ.
Es ist also Vorsicht geboten! Das soll jedoch niemanden daran hindern für eine Bewerbung förderliche Sachen von sich im Internet zu verbreiten.
Bezüglich meiner Partyfotos muss ich Sie leider enttäuschen. Feten und Feiern gehören zu meinem Privatleben und das veröffentliche ich nicht im Internet! Und diese Bitte richte ich auch an meine Cousine
Thomas
Nach einer aktuellen Meldung des WSI-Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung wurden die gesetzlichen Mindestlöhne in einigen wichtigen EU-Nachbarländern im Laufe dieses Jahres erhöht. In Frankreich etwa liegt die gesetzliche Lohnuntergrenze seit 01. Juli 2009 bei 8,82 Euro. Die nachfolgende Übersicht zeigt die 20 bereits bestehenden Mindestlöhne in Europa. Die Forderung des DGB zur Einführung eines Mindestlohns über 7,50 Euro in Deutschland wurde zur besseren Orientierung rot markiert:

Peter
Bildquelle: Hans-Böckler-Stiftung
Bei der Bundestagwahl 2009 wurden 29 Parteien zugelassen. Der Betriebsrat Blog des ifb wirft in lockerer Folge einen Blick auf einige Wahlprogramme und schaut sich an, welche Pläne die einzelnen Parteien bei den Themen Mitbestimmung und Betriebsrat für die nächste Zukunft im Gepäck mitführen.
Im heutigen Beitrag nehmen wir das Bundestagswahlprogramm der Partei Die Linken unter die Lupe.
Das Motto der Partei für die Wahl lautet „Konsequent sozial. Für Demokratie und Frieden“. Das 64-Seiten starke Programm will die sozialen Interessen der Menschen in den Mittelpunkt stellen. Schließlich sind die Linken nach eigenen Angaben die einzige Partei, die sich für den sozialen Schutz “der Mehrheit der Gesellschaft” einsetzt.
Wie wirkt sich das im Bereich der Mitbestimmung aus? „Gute Arbeit” ist, wie auch bei anderen Parteien, das Stichwort, unter dem festgestellt wird, dass es immer weniger Beschäftigte gibt, die durch Betriebs- oder Personalräte vertreten und durch einen Tarifvertrag geschützt werden. Die Lösung soll über eine stärkere Beteiligung der Beschäftigten an ihren Unternehmen erfolgen.
Die Konsequenz lautet: Ausbau der Mitbestimmung, etwa durch Stärkung der Beteiligung der Beschäftigten an wesentlichen Entscheidungen ihrer Unternehmen, durch Ausweitung der paritätischen Mitbestimmung in Unternehmen ab 100 Beschäftigten sowie durch Mitbestimmung in wirtschaftlichen Angelegenheiten auch in kleineren Betrieben.
Beim Thema „Leiharbeit” wird die Forderung aufgestellt, die maximale Ausleihdauer von Beschäftigten auf sechs Monate zu begrenzen und zwar unter genereller Mitbestimmung des Betriebsrats.
Im Bereich der Arbeitszeit und Personalplanung soll es Betriebsräten ermöglicht werden, durch Erzwingung entsprechender Personal- und Stellenpläne die Wochenarbeitszeit zu verkürzen und dadurch mehr Beschäftigung und weniger Leistungsdruck durchzusetzen. Betriebsräte sollen ein generelles Initiativrecht erhalten, um Einstellungen zu erreichen.
Und schließlich will man die Rechte von Gewerkschaften und Betriebsräten im Streikrecht deutlich erweitern, sogar von der Einführung des politischen Streikrechts ist die Rede.
Die Linken werden mit großer Wahrscheinlichkeit wieder in den Bundestag einziehen. Nach aktuellen Hochrechnungen liegen sie zwischen neun und elf Prozent. Dass sie über eine Koalition in die Regierung kommen, kann derzeit als nahezu ausgeschlossen gelten.
Regierungsprogramm der Partei “Die Linken” als pdf-Download
Übersicht bisheriger Beiträge in dieser Reihe:
Peter
Die Firma Creditreform erwartet nach Pressemeldungen mehr als 35.000 Unternehmensinsolvenzen bis zum Ende des Jahres. Rund eine halbe Million Beschäftigte könnten davon betroffen sein. Creditreform-Experte Michael Bretz: “Gemessen am Einbruch des Auftragseingangs der Industrie müsste die Welle im Herbst kommen”. Keine besonders guten Aussichten also.
Was eine Insolvenz für betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bedeuten kann, hat die Online-Ausgabe der Welt in einem Artikel zusammengefasst. Vom Insolvenzgeld über Kündigung bis hin zur betrieblichen Altersversorgung werden dabei einige wichtige Fragen beantwortet.
“Was die Insolvenz für Arbeitnehmer bedeutet” (Artikel bei Welt Online)
Peter
Die Ruhe vor dem Sturm? Oder besser gesagt: vor der Bundestagswahl? Die deutsche Industrie will nach der Wahl im großen Umfang Arbeitsplätze streichen, meldet die Financial Times Deutschland. Nach Darstellung der Zeitung besteht derzeit eine Art Stillhalteabkommen zwischen Industrie und Regierung, welches bis zur Wahl einen größeren Arbeitsplatzabbau in Deutschland verhindern soll. “Deutschland ist momentan vor Veränderungen sicher. Aber nach der Wahl wird sich die Botschaft ändern. Das ist ganz normal”, sagte Hakan Samuelsson, Vorstandschef des Münchner Dax-Konzerns MAN, der Zeitung.
Bislang versuchen deutsche Unternehmen Stellenstreichungen weitgehend zu vermeiden – viele setzen derzeit auf Kurzarbeit. Dies wird auch von der Bundesregierung durch milliardenteure Konjunkturpakete gefördert. Den Angaben zufolge bestehen im Maschinenbau und der Automobilindustrie hohe Überkapazitäten. “Mit Kurzarbeit lässt sich dem nicht beikommen, denn die Unternehmen haben richtig zu leiden”, äußerte der Unternehmer Reinhold Würth gegenüber der Financial Times Deutschland.
Der Sprecher des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), Hannes Schwarz, dementierte, dass ein solches Stillhalteabkommen zwischen Regierung und Industrie besteht.
Für deutsche Arbeitnehmer bedeutet dies: abwarten, was der Herbst für Überraschungen bereithält.
Andrea
Bei der Bundestagwahl 2009 wurden 29 Parteien zugelassen. Der Betriebsrat Blog des ifb wirft in lockerer Folge einen Blick auf einige Wahlprogramme und schaut sich an, welche Pläne die einzelnen Parteien bei den Themen Mitbestimmung und Betriebsrat für die nächste Zukunft im Gepäck mitführen.
Im heutigen Beitrag nehmen wir das sog. Deutschlandprogramm der Freien Demokratischen Partei, FDP, unter die Lupe.
“Die Mitte stärken” – das ist der Titel. In die Mitte wollen sie ja alle, da erreicht man angeblich immer noch die meisten Wähler. Der Begriff “Mitte” scheint überhaupt recht positive Assoziationen zu erwecken. Zumindest tut man in der Mitte niemanden so richtig weh. Mal schauen, ob das stimmt. Die FDP spricht sich jedenfalls ganz zentral für eine liberale Bürgergesellschaft aus, die der Menschenwürde verpflichtet ist.
Das ist ja schön. Betriebsräten wird jedoch ganz und gar nicht gefallen, was da relativ schnell und deutlich nach einigen Seiten formuliert wird: Die Kosten der Mitbestimmung müssen begrenzt werden!
Hmm, wenigstens wird nicht um den heißen Brei herumgeredet. Weniger Kosten also, und zwar durch Reduzierung der gesetzlich vorgegebenen Zahl der Betriebsratsmitglieder. Ein Betriebsrat soll erst in Unternehmen ab 20 Mitarbeiter gegründet werden dürfen und zugleich ein sog. Wahlquorum von 50 Prozent erfordern. Freistellung erst ab 500 Beschäftigten.
Ein paar Absätze später ein Hieb gegen die Gewerkschaften: Das “Gewerkschaftsprivileg” im Aufsichtsrat entspreche nicht mehr der betrieblichen Realität, sondern erweise sich mehr und mehr als Standortnachteil, denn fast alle wichtigen Entscheidungen des Vorstand müssen heute im Konsens mit den Gewerkschaftsvertretern im Aufsichtsrat abgesprochen werden. Standortnachteile gehen natürlich gar nicht. Fazit: Die Drittelparität muss her und soll die paritätische Mitbestimmung ablösen.
Noch zu erwähnen, dass auch der Kündigungsschutz wieder geschleift werden muss, denn dieser sei für den Mittelstand einfach zu kompliziert und ausserdem auch noch beschäftigungsunfreundlich: Schutz deshalb nur noch in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten und auch erst nach zwei Jahren Beschäftigungsdauer.
Na denn, alles andere als prima Aussichten für Arbeitnehmer und Interessenvertreter. Die Partei liegt nach aktuellen Umfragen übrigens bei 13 bis 15 Prozent und könnte drittstärkste Kraft werden.
Regierungsprogramm der FDP als pdf-Download
Übersicht bisheriger Beiträge in dieser Reihe:
Peter
Die Gewerkschaft für Kommunikationsberufe, DPV, setzt sich für einen Mindestlohn von 9,50 Euro für Mitarbeiter in Call-Centern ein. Gewerkschafts-Vorsitzender Volker Geyer: “Viele Beschäftigte verdienen trotz der anstrengenden Arbeit nur 1.300 Euro brutto. Davon kann man nicht gut leben. Der Stundenlohn beträgt teilweise nur fünf bis sechs Euro”.
In Deutschland gibt es rund 5.700 Call-Center, in denen knapp 450.000 Beschäftigte arbeiten. Die meisten davon sind bei Banken und Versicherungen angestellt und werden meist tariflich entlohnt. Ein Fünftel jedoch, etwa 90.000 Angestellte, sind für sog. “Dumping-Callcenter” tätig.
Die einstige Wachstumsbranche steht unter Druck: Die Wirtschaftskrise sorgt für weniger Umsatz, junge Unternehmen drängen mit einem ruinösen Preiskampf auf den Markt und jetzt auch noch die Mindestlohnforderungen der Gewerkschaft. Unruhige Zeiten stehen bevor!
Peter
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