Das Kolpingwerk hat seine Mitglieder dazu aufgerufen, sich bei den anstehenden bundesweiten Betriebsratswahlen besonders zu engagieren. Wer nicht selbst im Betrieb kandidiert, solle zumindest von seinem Wahlrecht Gebrauch machen. Jutta Schaad, Mitglied im Bundesvorstand von Kolping, hält das persönliche Engagement in einer Arbeitnehmervertretung für ein gutes Beispiel partnerschaftlichen Zusammenwirkens von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Die aktuelle Wirtschaftskrise, aber auch die sich rasant ändernde Arbeitswelt seien wichtige Gründe für eine gesteigerte Beteiligung. Die Zukunft brauche starke Betriebsräte.
Beim Kolpingwerk handelt es sich um einen katholisch geprägten Sozialverband, der in 60 Ländern weltweit tätig ist und über knapp eine halbe Million Mitglieder verfügt, davon rund die Hälfte in Deutschland. Das Hauptaugenmerk des Werks gilt der Förderung von Familien, von jungen Menschen aber auch der Arbeitswelt.
Peter
Wie der Betriebrat Blog schon vor acht Tagen berichtete, kam es diesen Montag bei zahlreichen gesetzlichen Krankenkassen zu Beitragserhöhungen. Mit der DAK (6,3 Millionen Versicherte) machte u.a. die drittgrößte deutsche Krankenkasse den Anfang und verlangt von ihren Versicherten ab Februar 8,- € pro Monat mehr Beitrag.
Statt einer gerechten Lastenverteilung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer – wie es in unserem sozialen System seit Jahrzehnten üblich ist, muss dieser Zusatzbeitrag allein von den Arbeitnehmern gezahlt werden. Dies zeugt nicht gerade von großer sozialer Kompetenz, zumal vor allem Geringverdiener von der Beitragserhöhung betroffen sind und so knapp 100,- € pro Jahr mehr an Gesundheitskosten berappen müssen. Was nutzt es da, dass die Arbeitnehmer in den unteren Einkommensgruppen durch das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ minimal entlastet werden. Dieser kleine Vorteil wird durch die Erhöhung der Krankenkassenkosten schnell aufgezehrt.
Die Politiker sind plötzlich sehr erstaunt was die gesetzlichen Krankenkassen da so machen: „Unsozial“ und „nicht akzeptabel“ (weiterlesen…)
Manchmal ist man einfach nur sprachlos, wenn man sieht, über was vor Gericht gestritten wird:
Das Arbeitsgericht Köln hatte über einem Fall zu entscheiden, in dem ein Arbeitgeber durch minutiöse schriftliche Aufzeichnungen hatte feststellen lassen, dass sein Angestellter im Zeitraum vom 08.05. bis 26.05.2009 insgesamt 384 Minuten auf der Toilette verbracht hatte. Der Arbeitgeber rechnete daraufhin die Toilettenzeiten auf die Dauer des Arbeitsverhältnisses hoch und kam zu dem Ergebnis, dass der Kläger bis Mai 2009 zusätzlich zu den üblichen Pausen- und Toilettenzeiten insgesamt 90 Stunden auf der Toilette verbrachte. Hierfür zog er dem Arbeitnehmer 682,40 Euro vom Nettogehalt ab. Zu Unrecht, entschied jetzt mit Urteil vom 21.1.2010 das Arbeitsgericht Köln (Az.: 6 Ca 3846/09). Der Arbeitnehmer hatte seinen häufigen Toilettengänge damit begründet, dass er im Mai an Verdauungsstörungen gelitten habe.
Übrigens: bei dem klagenden Arbeitgeber handelt es sich um eine Rechtsanwaltskanzlei in Köln, bei dem Toilettengänger um einen angestellten Anwalt – dieser hat die Kanzlei zwischenzeitlich verlassen.
Andrea
Soll man sich nun darüber aufregen oder besser gelassen bleiben, dass das Wort “betriebsratsverseucht” kürzlich zum Unwort des Jahres gekürt wurde. Persönlich tendiere ich ja zu Letzterem. In jedem Fall kann man aber noch etwas anderes tun: Solidarität zeigen! Besonders prägnant geht das mit dem Aufkleber “Betriebsratsverseucht – und das ist gut so!”, den der Graewis Verlag herausgebracht hat.
Hier kann man die Aufkleber bestellen, zehn Stück kosten beim Verlag 4 Euro zzgl. Versand.
Peter
In einer Vielzahl von Betrieben wünschen sich Betriebsräte einen Internetanschluss. Denn die Vorteile liegen auf der Hand: so hat man einen schnellen Zugang zu aktuellen Infos rund um die BR-Arbeit, kann Gesetze googlen oder etwa nach Mustersozialplänen suchen. Jetzt hat sich das Bundesarbeitsgericht zu der Frage geäußert, unter welchen Umständen ein BR vom Arbeitgeber einen Internetanschluss verlangen kann (Beschluss vom 20.01.2010, Az. 7 ABR 79/08)
Demnach kann der Betriebsrat vom Arbeitgeber die Bereitstellung eines Internetanschlusses jedenfalls dann verlangen, wenn (weiterlesen…)
Es gibt so Formulierungen, die gehen einem gehörig auf die Nerven. Sicher kennen Sie auch einige dieser dahingesagten Floskeln, bei denen sich die Augen von selbst verdrehen. Dabei hat jeder seine persönlichen Favoriten. Mir geht es zum Beispiel so mit dem verbalen Klimbimgeschwurbel vom “Gut-aufgestellt-sein”! Diesen Spruch gab es früher definitiv nicht, zumindest nicht in diesem Zusammenhang. Aber irgendwann war auf einmal die halbe Welt “gut aufgestellt”. Einer bringts in die Welt und die anderen plappern es nach. Vor allem Chefs sondern diesen Spruch scheinbar sehr gerne ab, wenn sie überwiegend begründungslos ihre Einschätzung der Zukunft des Unternehmens kund tun. Damit sagen sie wenig und klingen modern, zumindest in den eigenen Ohren. Die Süddeutsche Zeitung hat diesen Sprach-Unfall in ihrer wöchentlichen Kolummne “Führungsspitzen” ironisch kommentiert. Unser Lese-Tipp für heute.
Peter
Interessiert Sie schon lange was Ihr Nachbar verdient? Oder wollten Sie schon immer einmal wissen welches Gehalt eigentlich Ihr Chef oder Ihre Kollegen monatlich ausgezahlt bekommen?
Dann dürfte Sie der Vorschlag von Professor Rudolf Hickel (Direktor des Instituts für Arbeit und Wirtschaft – IAW) erfreuen. Denn: Professor Hickel fordert, dass die deutschen Finanzämter künftig die Einkommen aller Bundesbürger im Internet veröffentlichen sollen. Dann könnte jeder einfach online nachschauen, wer eigentlich was verdient.
Doch wozu das ganze? Herr Hickel will damit die Steuerhinterziehung (weiterlesen…)
Gestern haben die Medien verbreitet, dass über zehn Krankenkassen in Deutschland ab sofort Zusatzbeiträge von knapp 100,- € im Jahr von Ihren Versicherten erheben werden. Diese Belastung trifft natürlich in erster Linie einmal wieder die Arbeitnehmer!
Es ist ja nicht so, dass man sich seine Gesundheit nicht auch was kosten lassen sollte, denn sie ist mit das Wichtigste im Leben! Wie heißt es doch so schön: “Ein gesunder Mensch hat viele Wünsche, ein Kranker nur einen.”
Aber was im deutschen Gesundheitssystem abläuft ist einfach nur noch ärgerlich. Da zahlt man als Arbeitnehmer schon monatlich einen riesigen Batzen Krankenkassenbeitrag (Arbeitnehmeranteil: 7,9% vom Bruttolohn) sowie 10,- € für den Arztbesuch pro Quartal und nun (weiterlesen…)
Gerade jetzt im Januar friert ganz Deutschland bei frostigen Minusgraden. Und wo es sehr kalt ist, da dürfen Schnee und Eis natürlich nicht fehlen. Kinder und Wintersportler freut es, dass wir dieses Jahr einen „richtigen“ Winter haben. Aber bekanntlich ist ja des einen Freud des anderen Leid. Und so trifft das Leid diesmal die Arbeitnehmer, die statt die Winterfreuden genießen zu können, werktäglich Ihren Weg zur Arbeitsstätte und wieder nach Hause zurücklegen müssen.
Vom lästigen Eiskratzen, der Kälte und Dunkelheit am frühen Wintermorgen abgesehen, besteht vor allem zu dieser Jahreszeit eine erhöhte Unfall- und Staugefahr. Und zu allem Überfluss will manchmal sogar das Auto nicht anspringen, weil die Batterie die Kälte einfach nicht mag… Es kann also leicht passieren, dass ein Arbeitnehmer einmal verspätet an seinem Arbeitsplatz eintrifft… Und was passiert dann??? (weiterlesen…)
Einer Arbeitnehmerin aus Baden-Württemberg wurde im Jahr 2000 betriebsbedingt gekündigt. Nach dem Sozialplan hatte sie Anspruch auf eine Abfindung in Höhe von umgerechnet 38.350 Euro. Diese sollte im November 2000 ausbezahlt werden. Sie einigte sich jedoch mit dem Arbeitgeber auf einen anderen Auszahlungsmodus: Steuerfreie 12.270 Euro sollten im November, der Rest erst im Januar des Folgejahres 2001 fließen. Vorteil für die ehemalige Arbeitnehmerin: Eine Senkung ihrer Steuerlast.
Dem widersetzte sich das örtliche Finanzant: Mit der Begründung, die Abfindung sei aus steuerlicher Sicht bereits im Jahr 2000 in voller Höhe zugeflossen, forderte es für die zuerst ausbezahlten 12.270 Steuern und Zinsen nach. Die Sache ging letztlich bis zum Bundesfinanzhof, dem obersten deutschen Steuergericht. Vor kurzem wurde das Urteil gefällt: (weiterlesen…)
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