Wie unangenehm: Der Verkäufer eines Elektrogroßhandels in Krefeld soll in der Damentoilette seines Betriebes heimlich eine Minikamera installiert haben. Die Folge: Sein Chef setzte ihn postwendend vor die Tür! Nun erstritt sich der Gefeuerte vor dem Krefelder Arbeitsgericht die einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie ein wohlwollendes Arbeitszeugnis (4 Ca 1456/11). Was von dem gerichtlichen Vergleich bleibt, ist ein leicht schaler Beigeschmack. Das dürfte auch der Lebensgefährtin des 33-jährigen Verkäufers so gehen – diese arbeitet nämlich auch in dem Betrieb.
Ausgangspunkt des Streites war eine Minikamera, die Mitarbeiterinnen des Betriebs in ihrem WC direkt vor der Toilettenschüssel unter dem Waschbecken entdeckt hatten. (weiterlesen …)
Der Herbst ist da, und damit auch die Erkältungszeit. Die Grippewelle rollt und allerorts geht das Gehuste und Geschniefe los. Was für die einen meist nur ein lästiges Mitbringsel der kalten Jahreszeit ist, stellt berufstätige Eltern gleich vor mehrere Probleme. Was es an Krankheiten zu holen gibt, schnappen die lieben Kleinen in Kita & Co nämlich nur allzu gerne auf. Statistisch gesehen brüten Kinder durchschnittlich zehn Infekte pro Jahr aus. Was also tun, wenn von heute auf morgen das Kleine krank ist? Wer bleibt daheim? Wie lange darf man in der Arbeit fehlen? Wer zahlt in dieser Zeit den Lohn?
Die weit verbreitete Ansicht, Mütter oder Väter könnten in jedem Fall zehn Tage pro Jahr zu Hause bleiben, trifft leider nicht immer zu. Einheitliche Regelungen über zulässige Fehlzeiten für Beschäftigte mit Kind gibt es in Deutschland nicht. Je nach Einzelfall können die Ansprüche erheblich variieren. Dennoch können Eltern oftmals auf auf zwei Gesetze bauen: (weiterlesen …)
Kündigung mal ganz anders! Ein amerikanischer Arbeitnehmer hatte die Schnauze gestrichen voll von seinem Job bei einer großen US-Hotelkette. Zitat: “Die behandeln uns wie Dreck“. Für seine Kündigung wählte er einen ungewöhnlichen Weg: Er marschierte mit einer vielköpfigen Brass Band auf und übergab dem Chef unter großem musikalischem Tamtam seine Kündigung. Die Aktion wurde gefilmt, das Video steht nun unter dem Titel “Joey Quits” (Joey kündigt) auf Youtube und die ganze Welt schaut zu, bisher wurde es schon weit über 1 Million Mal aufgerufen!
Im Interview mit sueddeutsche.de erläutert “Hauptperson” Joe DeFrancesco was ihn dazu antrieb und wie er sich danach gefühlt hat.
Kann man albern finden, kann einem aber möglicherweise auch dabei helfen, einen positiven Ausweg aus einer persönlich unerträglichen Situation zu finden.
Hier das Video:
Auf Youtube schreibt “Joey” übrigens, dass er mittlerweile einen neuen, besseren Job gefunden hat.
Ein Arbeitgeber darf nicht völlig frei über die Verlängerung einer Elternzeit entscheiden. Er muss vielmehr zwischen seinen und den Interessen des Arbeitnehmers abwägen, den Entschluss also nach “billigem Ermessen” treffen, so das Bundesarbeitsgericht in seiner Entscheidung vom 18.10.2011 (Az.: 9 AZR 315/10).
Im Gegensatz zur Vorinstanz gaben die Richter in Erfurt damit einer fünffachen Mutter recht, die nach einer einjährigen Elternzeit aufgrund ihres Gesundheitszustandes um Verlängerung der Elternzeit gebeten hatte. Der Arbeitgeber war der Bitte nicht nachgekommen. Stattdessen (weiterlesen …)
Vor vier Wochen haben wir schon mal darauf hingewiesen, nächste Woche ist es soweit: Die A+A Messe für persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit öffnet vom 18. bis 21. Oktober 2011 auf der Messe Düsseldorf ihre Tore. Rund 1.500 Aussteller aus vielen Ländern der Welt werden vertreten sein. Im Vordergrund stehen innovative Produkte, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und die maßgeblichen Entwicklungen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb. Diese Veranstaltung ist für Betriebsräte hochinteressant, in den letzten Jahren fanden sich deswegen auch sehr viele betriebliche Interessenvertreter im Fachpublikum.
Tipp: Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung wurde ein „Tag der Betriebs- und Personalräte“ eingerichtet, der speziell am 20.10. für ein umfassendes Informations- und Diskussionsangebot bietet!
Das ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten ist dieses Jahr mit einem eigenen Stand vertreten (Halle 10, Stand G49). (weiterlesen …)
Darin sind sie sich ja fast alle einig, die hiesigen Arbeitgeber: Sobald die Sprache auf das Thema Fachkräftemangel kommt, setzt unverzüglich großes gemeinsames Wehklagen ein, wie dramatisch die Situation in der Realität schon sei. Jedoch: Dass es um das Thema nicht so arg bestellt sein kann, lassen die Ergebnisse zweier Studien vermuten, die sich mit den Aussichten der sog. Generation 50plus auf dem Arbeitsmarkt befasst haben. Siehe da: Je älter jemand ist, desto geringer sind seine Chancen auf eine neue Beschäftigung. Na, das hätte man zumindest zu Zeiten nachvollziehen können, als noch sehr viele junge Menschen auf den Arbeitsmarkt drängten. Aber heute? Müsste man da als Arbeitgeber nicht ganz massiv auch ältere Arbeitnehmer weiter qualifizieren und versuchen, den angeblichen Bedarf erstmal mit deren Hilfe zu decken? (weiterlesen …)
Jahrelang schuftet man sich den Rücken bucklig für die goldene Uhr oder die Sonderzahlung zum langjährigen Dienstjubiläum. Doch Vorsicht! Zahlt nämlich der Arbeitgeber den Arbeitnehmern für eine längere Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgeld, so wird im Falle eines Betriebsübergangs die beim Betriebsvorgänger geleistete Dienstzeit nicht angerechnet. Dann bleibt sozusagen der Geschenkekorb leer. Ist etwas anderes beabsichtigt, muss dies ausdrücklich vertraglich geregelt werden.
So entschied nicht nur das Bundesarbeitsgericht (Urteil v. 26.9.2007, 10 AZR 657/06) sondern aktuell auch das Landesarbeitsgericht Hamm (Urteil v. 30.5.2011, 8 Sa 2307/10). Das war der Fall: Der Arbeitnehmer arbeitete seit 1. Oktober 1969 bei einem Autohaus. Im Jahre 2001 ging dieses im Wege des Betriebsübergangs auf einen neuen Arbeitgeber über. Während der ursprüngliche Arbeitgeber keine Regelung über die Zahlung von Jubiläumsgeld getroffen hatte, gewährte der neue eine solche Prämie. Der bei Betriebsübergang mit dem Arbeitnehmer geschlossene Arbeitsvertrag bestimmte als Eintrittsstichtag den 1.10.1969. Der neue Arbeitgeber weigerte sich, bei der Berechnung des Jubiläumsgeldes die bei dem Vorarbeitgeber zurückgelegte Dienstzeit des Arbeitnehmers anzurechnen.
Zu Recht, so das LAG Hamm. Denn: (weiterlesen …)
Zunehmender Leistungsdruck wohin man auch blickt. Mit erschreckenden Folgen. Ob Schule, Ausbildung oder Beruf: Immer mehr Menschen sind offensichtlich bereit, ihrer Leistungsfähigkeit mit Medikamenten auf die Sprünge zu helfen. Antreiber sind meist der Wunsch, besser sein zu wollen als die anderen oder auch eine ständige Überforderung in der zur Verfügung stehenden Zeit.
Rechtzeitig zum diesjährigen Welt-Anti-Drogentag berichtet die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in einer Pressemitteilung von diesem gefährlichen neuen Trend anlässlich einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK): Ca. 2 Mio. Beschäftige im Alter von 20-50 Jahren (5 % der Befragten) gaben hier an, als Gesunde schon einmal leistungssteigernde und stimmungsaufhellende Medikamente eingenommen zu haben. Ca. 800.000 Beschäftigte (2 % der Befragten) gaben an, dass sie sich regelmäßig und sehr gezielt „dopen“. (weiterlesen …)
Vereinbarkeit von Familie und Beruf – fast alle Unternehmen behaupten mittlerweile von sich, familienfreundlich zu sein. Stolze 99 Prozent seien es, so lauten zumindest offizielle Angaben des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Im Juli und August 2011 befragte die IG Metall nun mehr als 4.000 Betriebsräte zu ihren eigenen Erfahrungen mit diesem Thema im Betrieb. Und siehe da: Das Ergebnis gibt doch ein etwas anderes Bild ab! Kurz zusammengefasst heißt das:
Ein Befragter meinte dazu, dass es immer schwieriger werde, (weiterlesen …)
Die Nachrichten zum Thema Burn-out überschlagen sich! Weil er völlig ausgebrannt war, musste nun sogar ein bekannter Fußballtrainer seinen Job aufgeben. Immer mehr Arbeitnehmer sind psychisch am Ende. Darunter leiden nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Betriebe: Inzwischen belaufen sich die Krankheits- und Ausfallkosten auf über 6 Milliarden Euro jährlich!
Es ist höchste Zeit, dass Sie als Betriebsrat etwas gegen Burn-out in Ihrem Betrieb tun. Das sehen auch die Gerichte so. Gerade hat das Arbeitsgericht Essen entschieden, (weiterlesen …)
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