von Peter am 25.02.2014, 17:00 Uhr , Kategorie: Allgemein

Deutschland gilt schon seit ewigen Zeiten als Exportweltmeister. Dabei stimmt das gar nicht. Denn bereits seit 2009 ist China der Staat, der Jahr für Jahr den höchsten Gesamtwert an Waren ausführt. Unabhängig davon ist Deutschland  extrem exportstark. Die Handelsüberschüsse sind enorm. Dass das nicht unbedingt positive Folgen hervorruft, hat sich jetzt auch bis ins Auswärtige Amt herumgesprochen. Dennoch: Der Export geht weiter. Ganz aktuell auf der Ausfuhrpalette: Die Sozialpartnerschaft. Darin enthalten: Das Modell des Betriebsrats nach deutschem Vorbild.

Im Volkswagen-Werk Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee stimmten die Mitarbeiter kürzlich gegen den Einzug der Gewerkschaft UAW in ihren Betrieb. Und damit war auch die Einführung eines Betriebsrats nach deutschem Muster vom Tisch. Es wäre zu einfach zu sagen, die Beschäftigten dort hätten „gegen einen Betriebsrat“ gestimmt. Die Situation ist komplex. In den USA ist es für Gewerkschaften schwerer geworden. Ein kompliziertes Thema, das mit der demokratischen Kultur der USA und offenbar auch einer zunehmend gewerkschaftsfeindlichen Gesetzgebung in den US-Bundesstaaten zu tun hat. Über Hintergründe und die sog. „Right to work“-Gesetze kann man in diesem äußerst lesenwerten Artikel der Nachdenkseiten mehr erfahren.

Die Onlineausgabe der Welt berichtet darüber, auf welche Art Gewerkschaften wie IG Metall und Verdi im Ausland expandieren. Eigene Mitglieder dürfen sie dort nicht gewinnen. Dagegen spricht die Satzung. Aber ihre Präsenz verstärken, das tun sie. Wo deutsche Konzerne global agieren, da treten oft auch die Gewerkschaften auf. Das Weltklima scheint für die Idee der Mitbestimmung empfänglicher geworden zu sein, preist doch niemand geringerer als die Bundeskanzlerin schon seit Jahren auf internationalem Terrain die Vorzüge des Modells der deutschen Sozialpartnerschaft. Ihr Statement: Deutschland habe die Finanzkrise vor einigen Jahren bewältigt. Es waren die Sozialpartner, die damals die alles entscheidende Rolle gespielt hätten.

Von Chattanooga abgesehen verfügt Volkswagen weltweit an allen 105 Standorten über eine Arbeitnehmervertretung. Den Gewerkschaften geht es nicht nur um die Einführung eines sozialpartnerschaftlichen Modells, sondern auch um die Errichtung von Mindeststandards, was die Arbeit an sich betrifft: Also zum Beispiel Verbot von Kinderarbeit oder Zahlung eines Mindestlohns. Sogar in China gibt es Aktivitäten: Dort prüfen IG Metall und Staatsgewerkschaft, ob Tarifverhandlungen per Gesetz geregelt werden können. Die Metaller haben angekündigt, international auf jeden Fall weiter Druck machen zu wollen.

 Bildquelle: © thomaslerchphoto – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 25. Februar 2014 um 17:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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