„Ohne Geschenke wäre Weihnachten genauso langweilig wie Pfingsten“, habe ich neulich auf einer Postkarte gelesen. Stimmt schon auch ein irgendwie, oder? Wer freut sich schließlich nicht über ein kleines oder auch ein größeres Präsent? Im Job kann das allerdings fatale Folgen haben. Auch wenn es absolut gängige Praxis ist, von Dienstleistern oder Kunden Aufmerksamkeiten zu Weihnachten zu bekommen, um die Geschäftsbeziehungen der Vergangenheit zu würdigen und vielleicht für die Zukunft zu festigen … es ist und bleibt sehr bedenklich und sollte deshalb im Unternehmen geregelt werden, so beispielsweise zu lesen bei zeit.de.

Im äußersten Fall kann die Annahme eines Geschenkes sogar zu einer fristlosen Kündigung führen, nämlich dann, wenn ein Mitarbeiter sich von Kunden bestechen lässt, wenn er also Geschenke annimmt und den Schenker daraufhin „bevorzugt berücksichtigt“. Denn darin kann eine Schädigung des Arbeitgebers liegen, die diesen zur außerordentlichen Kündigung, zumindest aber zur Abmahnung berechtigt (ganz zu schweigen davon, dass der Mitarbeiter sich auch noch strafbar machen kann nach 299 StGB).

Ein genaue Abgrenzung, welche Geschenke angenommen werden dürfen und welche nicht, gibt es nicht. Vielmehr bewegt man sich da generell in einer Grauzone. Meist wird allerdings schon nach der Wertigkeit des Geschenks unterschieden: Kleinere Geschenke, wie Schlüsselanhänger oder ähnliches, gelten meist als „in Ordnung“, während teurere Geschenke eher nicht angenommen werden sollten. Auf der sicheren Seite ist man aber generell nur dann, wenn man sich vom Arbeitgeber eine Genehmigung dazu einholt, dass Geschenke angenommen werden dürfen. Der Arbeitgeber kann aber auch von sich aus regeln, ob er die Annahme von Geschenken erlaubt oder nicht, denn das fällt unter sein Direktionsrecht. Viele Unternehmen haben deshalb entsprechende Klauseln im Arbeitsvertrag oder sie haben so genannte Ethikrichtlinien aufgesetzt. Viele Unternehmen machen die Weihnachts-Schenkerei mittlerweile auch zu einem angenehmen internen Event: Die Geschenke werden gesammelt und dann etwa im Rahmen einer Tombola unter den Mitarbeitern verteilt. Auch eine schöne Idee, oder?

Übrigens: Falls Sie mit dem Gedanken spielen sollten, Ihren Müllmännern oder Zeitungsausträgern ein Trinkgeld zu Weihnachten zukommen zu lassen: Hier gilt dasselbe. Einige Gemeinden haben es ihren Mitarbeitern verboten, Geldgeschenke zu Weihnachten anzunehmen. Oft sind sonstige Aufmerksamkeiten, wie Pralinen oder Kekse, aber erlaubt.

Renate



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 16. Dezember 2010 um 10:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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