von Peter am 17.06.2010, 19:36 Uhr , Kategorie: Allgemein

Die Bundesregierung will eine Kommission zur Bekämpfung von Altersarmut einsetzen. Ministerin Ursula von der Leyen teilte mit, dass Anfang 2011 die Arbeit aufgenommen und ein Jahr später ein Bericht vorgelegt werden soll.

Armutsbekämpfung bei älteren Menschen: Wahrscheinlich eines der brisantesten Themen der nächsten Jahrzehnte! Im Koalitionsvertrag von Union und FDP steht, Altervorsorge solle sich zuletzt auch für Geringverdiener lohnen, Altersarmut müsse vermieden werden. Eine Kommission dafür ist eine feine Sache. Denn in ihr sitzen Experten, die sich Gedanken machen und am Ende eine Empfehlung aussprechen. Diese könnte dann etwa so lauten: Macht einfach eine sozialere Politik! Schaut dass die Menschen mehr Geld zur Verfügung haben und nehmt es ihnen nicht weg. Führt einen Mindestlohn ein, damit sie keine Hungerlöhne für ihre Arbeit bekommen, wenn sie denn eine haben. Was passiert stattdessen: Mit einem Sparpaket werden die Schrauben bei denen angedreht, die eh nicht viel haben. Bekämpft man dadurch Armut? Wie passt das alles zusammen? Mit schönen Worten und großen Gesten, einer Spezialität mancher  Verantwortlicher, wird man hier nichts erreichen!

Ein Beispiel: Laut Sparpaket soll die Bundesagentur für Arbeit die monatliche Pauschale von 40,80 Euro streichen, die sie für Hartz IV-Empfänger an die Rentenversicherung bezahlt. Dadurch erhöhte sich, dies zur Info, bislang die Rente der Betroffenen um den eh schon sehr geringen Betrag von 2,09 Euro. Da kann man jetzt natürlich sagen, ob jemand im Alter mal 2,09 Euro pro Monat mehr in der Tasche hat oder nicht, darauf kommt es doch nicht an. Falsch, denn Kleinvieh macht auch Mist und wer nicht viel hat für den sind auch geringe Beträge sehr wichtig. Mit dieser Argumentation schnippsel ich heute hier etwas weg und morgen dort. Es sind immer nur Kleinigkeiten, soviel wie geht, unterm Strich aber ist es eine Rutschbahn in die Armut. So verhindert man keine Altersarmut, so fördert man sie.

Link zu einer Reportage der Süddeutschen Zeitung über Armut in einer schmucken Münchner Umlandgemeinde.

Peter



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