Ein Arbeitgeber darf Fotos seiner Mitarbeiter auch nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses auf seiner Homepage zeigen. Das entschied das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein (Urteil vom 23.06.2010, Az. 3 Sa 72/10).

Das war passiert: Ein Arbeitnehmer hatte sich fotografieren lassen und war damit einverstanden, dass die Bilder für diverse Zwecke verwendet wurden. Dementsprechend wurden die Fotos verwendet – allerdings auch, nachdem der Mitarbeiter das Unternehmen bereits verlassen hatte.  Er verlangte daher Schadenersatz.

Die Gerichte wiesen die Klage ab. Begründung: Wenn ein Arbeitnehmer erlaubt, ein für diesen Zweck aufgenommenes Bild seiner Person beispielsweise auf der Website des Betriebes zu veröffentlichen, erlöscht diese Erlaubnis nicht automatisch, wenn das Arbeitsverhältnis endet. Zwar dürfen solche Fotos nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich gezeigt werden. Aber: Wenn eine solche Einwilligung erteilt und nicht ausdrücklich widerrufen worden ist, darf der Arbeitgeber bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses davon ausgehen, dass das Einverständnis mit der Veröffentlichung fortbesteht.

Ines



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 05. April 2011 um 08:51 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Datenschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. […] Betriebsrat Blog » Arbeitsrecht: Mitarbeiterfoto auf der Homepage … […]

    Pingback: Facebook: SPAM, Depressionen & Datensicherheit | – am 05. April 2011 um 09:06

  2. Wichtig erscheint mir hier der hinweis, dass der Kläger schlicht fälschlicherweise seine früher erteilte Einwilligung nicht widerrufen hatte. Hätte er dies bei Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis getan wäre die Entscheidung wohl zu seinen Gunsten ausgegangen.

    DieEntscheidung darf also nicht dahingehend falsch verstanden werden, dass der Arbeitgeber Bilder des ausgeschiedenen Mitarbeiters ohne weiteres weiterverwenden darf. Tatsächlich hat dieser durchaus ein Recht die Nutzungserlaubnis im Normalfall zu widerrufen.

    Kommentar von: Rainer Wertenauer – am 05. April 2011 um 16:07

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