von Thomas am 10.02.2011, 09:12 Uhr , Kategorie: Allgemein

Der absolute Renner auf dem französischen Spielemarkt ist derzeit das Kartenspiel „Plan social“, zu deutsch „Sozialplan“. Ziel des Spiels ist es möglichst viele Menschen aus ihrem Arbeitsverhältnis zu entlassen. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Aktionären und müssen möglichst schnell ihre Karten – die für Arbeitnehmer stehen – loswerden. Wer das als erstes schafft gewinnt und darf zur Belohnung sein Unternehmen in ein Land mit Billigarbeitskräften verlagern.

Für den Rausschmiss von Arbeitnehmern, die schwerer loszuwerden sind, gibt es Sonderpunkte: So wird vor allem der Spieler belohnt, der sein Unternehmen von Behinderten, Gewerkschaftlern und leitenden Angestellten „befreit.“

Das Spiel verkauft sich massenhaft. Nun sind auch Auflagen in weiteren Ländern geplant. Der Einfachheit halber erst einmal dort, wo auch französisch gesprochen wird, wie in Belgien, der Schweiz und in Kanada.

Die Kritiker stehen parat: Nach Expertenmeinung schürt das Kartenspiel Aggressivität und bringt die Menschen dazu, über die Not von anderen zu spotten. Die Verleger des Spiels verteidigen sich damit, dass es sich bei „Plan social“ um provozierenden Spaß handle: Lachen ist eben immer noch die beste Medizin. Dass ein im realen Leben Betroffener darüber lachen kann, wage ich zu bezweifeln.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 10. Februar 2011 um 09:12 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Wir müssen uns endlich abgewöhnen über sozial Benachteiligte Witze zu machen.

    Kommentar von: Joachim Schneider – am 17. Februar 2011 um 12:20

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