von Peter am 08.12.2010, 11:42 Uhr , Kategorie: Allgemein

Soziale Netzwerke und kein Ende in Sicht. Nicht ein Tag vergeht, ohne dass man in den Medien über die allerneuesten Nachrichten zu Facebook oder Twitter stolpert. Und immer mehr wollen mit dabei sein. In Deutschland sollen bereits bis zu 10 Millionen Benutzer (!) bei Facebook registriert sein. Schnell schwierig kann es werden, wenn man sich dort über den Arbeitgeber äußert. Da wird über Kollegen gelästert, der Chef beschimpft, schlimmstenfalls betriebliche Interna ausgeplaudert, was dann schon mal unter den Begriff „Verrat von Betriebsgeheimnissen“ fallen kann. Der Betriebsrat Blog hat schon vor längerer Zeit empfohlen, im Zweifel besser „die Klappe zu halten“, so unsere saloppe Formulierung. Zwar sind bislang keine Fälle bekannt, in denen ein Arbeitnehmer vom Chef wegen solcher Vorfälle abgemahnt oder gekündigt wurde, aber dass es sich hier um dünnes Eis handelt, dürfte jedem klar sein.

Der Hamburger Rechtsanwalt Martin Bahr hat auf seiner Webseite einen Artikel mit dem Titel „Wenn der Mitarbeiter Unschönes twittert“ (pdf-Datei, 122 kb) veröffentlicht. Er empfiehlt allen Arbeitgebern, möglichst schon im Vorfeld interne Social Media-Richtlinien festzulegen. Im Beitrag erklärt der Jurist den Unterschied zwischen Meinungsäußerung und Tatsachenbehauptung und warum beides rechtlich ganz anders eingeordnet wird. Wichtig: Die Meinungsfreiheit gilt auch für Arbeitnehmer! Allerdings entsteht hier schnell ein Spannungsfeld, wenn der Beschäftigte es übertreibt („Schmähkritik“), wobei oft nicht klar ist, wieviel Kritik letztlich erlaubt ist und wieviel nicht. Ist halt immer eine Einzelfallentscheidung, was sonst? Das macht’s nicht einfacher.

Das Thema „Unternehmen in sozialen Netzwerken“ gewinnt rasant an Bedeutung! Eine Umfrage der Software Initiative Deutschland e.V. ergab, dass sich 62% der deutschen Firmen im kommenden Jahr in sozialen Netzwerken präsentieren wollen. Nur: Besonders viel Ahnung scheinen sie nicht davon zu haben. Denn weniger als 20% fühlen sich „ausreichend informiert“. Aber Angst, etwas zu verpassen, haben sie alle. Das kann ja heiter werden.

Das ifb, Institut zur Fortbildung von Betriebsräten, ist auch bei Facebook vertreten:

Peter



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 08. Dezember 2010 um 11:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Meinungsfreiheit für Arbeitnehmer! Das sollten die AG einfach auch mal positiv sehen. Ich hatte in der Vergangenheit das Glück, mir meinen Arbeitgeber quasi aussuchen zu können. Genauso wie der Personalleiter wahrscheinlich bei Facebook und Co. nach Infos über mich gesucht hat, so habe ich natürlich auch nach Infos der (mittelständischen) Firmen gegooglet. Auf Plattformen wie meinChef.de, wo AN sowohl Ihre positiven als auch negativen Meinungen äußern, habe ich Einblicke erhalten, die letztendlich den Ausschlag gegeben haben. Also AG: nicht Schlechtes totschweigen wollen, sondern gut sein und darüber berichten lassen!

    Kommentar von: H. Mühlenbach – am 29. Dezember 2010 um 10:39

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