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Der irritierende Spaß der Juristen mit ihrer Sprache

Es läßt einen manchmal nur noch staunend zurück, ungläubig und kopfschüttelnd, wenn man manche Gesetzestexte liest. Haben die Juristen, die sowas schreiben (verbrochen darf man bestimmt nicht sagen), eigentlich Spaß daran, wenn sie Gesetze ausdenken und formulieren? Man darf sicher nicht alles über einen Kamm scheren und vieles, na gut: ein wenig, ist lesbar und auch verständlich, aber es gibt da schon Passagen, da fragt man sich „was soll das?“ und ist im Anschluss zumindest ordentlich irritiert. Soll man da lachen oder weinen? Ein paar Kostproben gefällig?

„Die einmalige Zahlung wird für jeden Berechtigten nur einmal gewährt.“ [1]Das bestimmt § 5 Abs. 1 Satz 1 im Bundesbesoldungs- und -versorgungsanpassungsgesetz von 1995 (BBVAnpG 95). Was gefällt Ihnen besser, die schon knuffige Doppelung im Gesetzestext oder eher die kryptische Abkürzung des Gesetzes BBVAnpG 95? Aber das war nur zum Warmwerden…

Beim Thema „Kurztitel eines Gesetzes“ gibt es so manchen Leckerbissen. Oder wie finden Sie das Wort Vermögenszuordnungszuständigkeitsübertragungsverordnung [2], welches sich mit stolzen 55 Buchstaben sicherlich in den Top 10 der allerlängsten deutschen Wörter befindet.

Schon mal einen Blick auf § 72 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung [3] geworfen? Da werden in gerade mal zwei Absätzen 97.338 Zeichen verbraten. Beeindruckend. Viel hilft viel.

Spiegel Online hat eine lesenswerte Aufstellung von allerlei Kuriositäten der deutschen Rechtssprache veröffentlicht. [4] Und wenn Sie denken, dass das Wort Vermögenszuordnungszuständigkeitsübertragungsverordnung nicht mehr getoppt werden kann, dann lesen Sie den Artikel, es geht nämlich noch ein wenig länger.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit dem SozSichAbkÄndAbk2ZAbkTURG wünscht

Peter (auch Jurist)