von Caroline am 10.10.2007, 15:49 Uhr , Kategorie: Allgemein

Bisher galten Italien oder Frankreich als streikerprobte Länder. Deutschland war eher die Ausnahme, wenn es darum geht für die Arbeitnehmerrechte auf die Straÿe zu gehen. Dies ändert sich aber gerade gewaltig. Der Bahnstreik ist seit Wochen in aller Munde und aus den Zeitungen nicht mehr wegzudenken. Streiks werden in Deutschland immer beliebter. So haben die Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr so viel gestreikt wie seit 13 Jahren nicht mehr. Der längste Arbeitskampf dauerte einer Studie zufolge sechs Monate.  Im langfristigen europäischen Vergleich ist Deutschland aber nach wie vor ein sehr streikarmes Land. Im Zehn-Jahres-Vergleich von 1995 bis 2005 kam die Bundesrepublik mit jährlich 2,4 Streiktagen je 1000 Beschäftigte unter den gröÿeren europäischen Ländern auf den letzten Platz. Sogar in der Schweiz wurde in diesem Zeitraum mehr gestreikt. An der Spitze liegt Spanien mit 145 Streiktagen je 1000 Beschäftigten, gefolgt von Italien mit 86,8 Tagen und Frankreich mit 71,5 Tagen. 

Mal sehen, wie es weitergeht mit der Streiklust in Deutschland. 

  Was meinen Sie? Geht der Trend in Richtung Streik?



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 10. Oktober 2007 um 15:49 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

3 Comments »

  1. Nur zu ! kann ich den Kolleginnen und Kollegen von der GdL empfehlen. Das Bewusstsein, welche Möglichkeiten wir mit einem Streik hatten, haben und haben werden, muss sich bei den Beschäftigten in Deutschland erst wieder entwickeln. Wo würden wir heute stehen, wenn unsere Mütter, Väter, Grossmütter und Grossväter nicht die Arbeitskämpfe auf sich genommen hätten?! Davon leben wir heute, noch, aber das ist doch gerade am Kippen, das müssen wir verhindern und zwar mit unserem Grundgesetz: jeder darf streiken !

    Kommentar von: Eva Weisgerber – am 16. Oktober 2007 um 13:19

  2. Leider haben viele Kollegen und Kolleginnen vergessen das man um höhere Gehälter und Löhne zu bekommen im niederen Einkommenssegment in der Belegschaft die Solidarität aller Beschäftigten braucht, und das man langfristig nichts spart, wenn mann keinen Mitgliedsbeitrag für die Gewerkschaft zahlt. Leider hat sich die Haltung der Trittbrettfahrer in unserer Gesellschaft immer weiter verfestigt.
    Wie abartig die Situation schon geworden ist sieht man an den neuen Paketservice-Unternehmen, die Scheinarbeitnehmerorganisationen gründen, um gegen die Mindestlohndebatte zu demonstrieren die angeblich „Ihre Arbeitsplätze“ gefährdet.
    Da sieht man dann, vom Arbeitgeber bezahlte Beschäftigte, gegen ihre eigenen Interessen demonstrieren.
    Bei Klein- und Mittelbetrieben wird auch schon mal die Wochenarbeitszeit der Mitarbeiter nach einer kurzen mündlichen Information von 38 Std. auf 42 Std. oder von 40 Std. auf 45 Std. erhöht. Natürlich ohne Lohnausgleich.
    Die Einsicht, das alle, die abhängig beschäftigt sind, solidarisch zusammenstehen müssen, um wieder ein besseres Leben und ein höheres Einkommen zu haben, wird sich nicht wieder so schnell durchsetzen können.
    Ich befürchte, dass die Entsolidarisierung sich nicht nur bei den Beschäftigten durchgesetzt hat, dieses Phänomen hat sich inzwischen zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem entwickelt.

    Kommentar von: Harald von Schmid – am 28. Oktober 2007 um 15:22

  3. Das Phaenomaen des Streikens wird durch die “ kleine Gdl“ wieder salonfähig. Ich befürworte die Streikaktionen durchaus, aber ich sehe auch, wie sich die Stimmung in der breiten Bevölkerung ändert. Leider ist da die Gdl nicht ganz unschulidg daran, denn die Info-Politik “ warum, weshalb, weswegen“ sie streiken, kommt nicht wirklich an, beim Bürger. Auch warum die Bahn so dagegen ist, wurde nurmal so am Rande erwähnt, nämlich das die andere „Kleine“ nämlich die Transnet dann, sollte die Gdl Erfolg haben mit ihrem eigenen Tarifvertrag, aus dem bestehenden Tarifvertrag mit der Bahn aussteigen kann ( und auch wahrscheinlich wird).
    Aber so ist die Politik eben. Viel reden und nichts sagen. Das betrifft leider auch die Gewerkschaften.

    Kommentar von: Silke Heuer – am 01. November 2007 um 11:17

Leave a comment