von Ines am 09.08.2016, 11:14 Uhr , Kategorie: Allgemein

Roboter trägt bunte TütenVor einiger Zeit berichteten wir von Paketdrohnen, die in der Einzelhandels- und Logistikbranche zu Auslieferungszwecken eingesetzt werden sollen. Jetzt gibt es neue Meldungen aus dem High-Tech-Bereich: Ab September will die Elektronikkette Media Markt die Zustellung von Päckchen und Paketen nachhaltig revolutionieren. Zu diesem Zweck plant das Unternehmen, in Düsseldorf einen Lieferroboter auf die Straße zu schicken, der Kunden in bis zu fünf Kilometern Umkreis die Bestellungen bis vor die Haustür bringt. Das berichtet unter anderen die Rheinische Post. Der technische Lieferant soll mit einer Geschwindigkeit von bis zu fünf Stundenkilometern auf sechs Rädern weitgehend selbstständig fahren. Neun Kameras sorgen für gute Orientierung und verhindern Zusammenstöße mit Fußgängern, Laternenmasten und sonstigen Hindernissen. Ganz ohne Kontrolle geht das allerdings (noch) nicht: Im Hintergrund wacht daher ein „Aufseher“, der bei Problemen eingreifen und sich bei Bedarf sogar mit den Kunden und Passanten unterhalten kann.

Eine schnelle und preiswerte Belieferung der Kunden „in nahezu Echtzeit“ könnte so möglich sein. Doch laut Rheinsicher Post ist die Zukunft der Technik umstritten. So meint beispielsweise der Logistik-Experte Herbert Kotzab von der Uni Bremen: „Das sind sehr schöne Überlegungen, die aber den Alltagstest wohl nicht überstehen würden“. Viele Kunden kämen schlicht mit der Technik nicht klar.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Beratungsunternehmens PWC, von der der Focus berichtet, steht auch die Mehrzahl der Bundesbürger derartigen Innovationen eher skeptisch gegenüber. Nicht einmal jeder Dritte kann sich eine Zustellung auf diesen neuen technischen Wegen vorstellen. Gebaut wird hier nach wie vor auf altbewährte Mittel: Das Paket wird an den Arbeitsplatz geschickt oder der Nachbar nimmt die Post an.

War hier die Technik mal wieder schneller als der Mensch mithalten kann und will? Es wäre nicht das erste Mal.

Bildquelle: Julien Tromeur – 123rf.com



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 09. August 2016 um 11:14 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Comments »

  1. Eine Umfrage zur Anfangszeit der Eisenbahn hätte diesbezüglich wohl ähnliche Werte ergeben.

    Kommentar von: FSAFa – am 09. August 2016 um 13:47

  2. Das Grundproblem, nämlich ob der Empfänger überhaupt zuhause ist, bleibt auch bei einem Roboter ungelöst.
    Ideen für eine sichere Ablage beim Empfänger wären da wohl zielführender.

    Kommentar von: Ludger – am 16. August 2016 um 15:07

  3. Mann stelle sich das Verkehrsbild vor, wenn täglich hunderte von Robotern durch die Straßen kurven und die Gehsteige blockieren, Radfahrer abdrängen oder parkende Autos anfahren…
    Mit logischem Menschenverstand kann man auf eine solche Idee doch gar nicht erst kommen…

    Kommentar von: Oliver – am 17. August 2016 um 13:10

  4. Das passt natürlich nur auf Pakete in Norm Größe um eine entsprechende Auslastung zu erzielen, um damit die Kosten zu reduzieren.

    Klassischer Kleiderversand in Plastiktüte wäre damit außen vor. Dasselbe gilt für Güter mit ungewöhnlichem Pack Maß bzw. Verpackung.
    Der Empfang wird per APP bestätigt und der Empfänger ist noch im Büro 🙂

    Kommentar von: Bart App – am 24. August 2016 um 12:40

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