Was nicht passt, wird passend gemacht – so der Titel eines Artikels in Spiegel Online, der einen Skandal erster Güte beschreibt: In unserem Artikel zum Fachkräftemangel haben wir vor wenigen Tagen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin noch als „renommiert und ziemlich unabhängig“ beschrieben. Ein großer Fehler, wie sich jetzt herausstellte! Hintergrund des Artikels war eine vorab veröffentlichte Studie aus diesem Haus, in welcher von Arbeitsmarktexperte Klaus Brenke festgestellt wurde, dass es einen Fachkräftemangel in Deutschland gar nicht gebe und ein solcher zumindest auf breiter Front nicht zu erwarten sei. Das anschließende Echo in der Öffentlichkeit war gewaltig, widerspricht diese These doch allen Aussagen, die vor allem von Arbeitgeberverbänden in den letzten Jahren durch sämtliche Kanäle geblasen wurden. Besonders fatal: DIW-Chef Klaus Zimmermann höchstpersönlich propagierte vor wenigen Wochen noch das genaue Gegenteil!

Was dann aber geschah, lässt den Glauben an die Seriösität dieses Hauses für alle Zeiten schwinden: Die Veröffentlichung der Studie wurde zuerst  kurzfristig verschoben und als man sie nach einigen Tagen offiziell präsentierte, waren alle Aussagen, die den Fachkräftemangel in Frage gestellt haben, entschärft oder herausgenommen. Beim Spiegel gibt es auf dieser Sonderseite ein tolles Werkzeug, mit dem man die beiden Fassungen bestens miteinander vergleichen kann.

Es ist unglaublich, wie dreist hier vor den Augen der Öffentlichkeit vorgegangen wurde. Das eigentliche Thema Fachkräftemangel ist dabei gar nicht mehr wichtig. Der Hammer ist, dass man nun mit eigenen Augen erkennen kann, was von diesen sog. Instituten und ihren fast schon täglich erscheinenden Studien zu halten ist: Gar nichts, es handelt sich um heiß aufgeblasene Luft, die nur dazu dient, eine politisch erwünschte These „wissenschaftlich“ zu untermauern. Dass so was öfter mal vorkommt, konnte man sich als kritischerer Zeitgenosse vielleicht ausmalen. Dass dabei aber derart krass vorgegangen wird,  macht einen richtiggehend fassungslos!

Peter



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 19. November 2010 um 11:45 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment