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Eiszeit in der Arbeitswelt.

[1]Während Umweltschützer sich Sorgen um die Erderwärmung machen, droht in manchen Betrieben eher eine Eiszeit. Lachen und Freude an der Arbeit sind vielerorts unerwünscht. Nur wer schlecht und gestresst aussieht, mit dunklen Augenringen das Büro betritt und es mit noch dunkleren wieder verlässt, kann nach Auffassung eines manchen Chefs überhaupt ein guter Arbeitnehmer sein. Angst und Konkurrenzdenken dominieren in vielen Betrieben den Arbeitsalltag und verhindern Solidarität unter Kollegen. Es könnte schließlich der eigene Arbeitsplatz sein, der als nächstes auf dem Spiel steht.

Der aufmerksame Verfolger aktueller Meldungen wird über diesen Trend in der Arbeitswelt immer wieder informiert. In diesem Artikel hier [2] z.B. auf überspitzte und sehr unterhaltsame Weise. Jedoch so, dass dem selbst betroffenen Leser an mancher Stelle das Lachen im Halse stecken bleiben dürfte.
Dabei müssten Arbeitgeber es doch besser wissen. Wenig überraschend sagt Bernhard Badura, Professor an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld, in einem Interview [3]: „Dort, wo die Unternehmenskultur geschwächt ist, nehmen Unfälle zu, die Qualität erleidet Einbußen und die Produktivität geht zurück.“ Die Rechnung, dass, ein Betrieb umso erfolgreicher ist, je unzufriedener und gestresster seine Mitarbeiter sind, geht demnach nicht auf.
Es steht zu hoffen, dass die Realität nicht überall so eisig aussieht (der Redaktion sind erfreulicher Weise Gegenbeispiele bekannt) und dass dort, wo es doch der Fall ist, der tyrannische Chef sich für einen Klimagipfel mit Erfolgsaussichten für alle Beteiligten entscheidet.

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