von Peter am 05.05.2009, 18:05 Uhr , Kategorie: Allgemein

In manchen Berufssparten und Branchen gibt es sogar viel zu wenig. Was wir schon immer geahnt haben, haben nun Forscher der Technischen Universität München wissenschaftlich nachgewiesen und in den WSI-Mitteilungen der Hans-Böckler-Stiftung veröffentlicht.

Ein Bereich mit nur wenig Betriebsräten ist etwa der Dienstleistungssektor, vor allem solche Branchen wo viele sog. prekär Beschäftigte (zum Beispiel Leiharbeiter oder befristet Angestellte) arbeiten. Das ist in Discountern der Fall, aber auch im Gastgewerbe oder bei Gebäudereinigungsfirmen. Auffällig ist, dass hier die Arbeitgeber oft mit aller Kraft die Bildung von Betriebsräten zu verhindern versuchen. Dazu die Studie: „Ausgerechnet in dem Bereich, in dem eine effektive Interessenvertretung besonders nötig wäre, existieren nur in Ausnahmefällen Betriebsräte.“

Dann gibt es die patriarchalisch geführten Familienunternehmen, wo man häufig mehr oder weniger von der Gunst des Inhabers abhängig ist. Hier wird ja bekanntermaßen die Bildung eines Betriebsrats oft schon als blanker Hochverrat angesehen.

Schließlich fehlt es auch in der EDV-Branche und in der hochspezialisierten Industrie oft an Mitarbeitervertretungen. Die Mitarbeiter dort arbeiten häufig sehr selbstständig und verfügen eher über ein hohes Einkommen. Oft gibt es hier andere Formen der „Mitsprache“, die aber nicht vergleichbar sind.

Häufig ist es wirklich nicht leicht, einen Betriebsrat zu installieren. Jeder kennt Meldungen, wo engagierte Arbeitnehmer zum Teil ihren Arbeitsplatz aufs Spiel gesetzt und oft auch verloren haben, weil sie eine Mitarbeitervertretung einrichten wollten. Möglicherweise hat der ein oder andere Leser hier auch schon starken innerbetrieblichen Widerstand kennen gelernt. Das ist aber sicher nicht der Normalfall. Denn immer mehr Unternehmer erkennen und wissen, dass sie von einem gut informierten und engagierten Betriebsrat durchaus profitieren können, vor allem auch in schwierigeren Situationen, wo man eigentlich zusammenhalten müsste. Deswegen: Kooperation statt Konfrontation. Wir werden hier sicher nicht müde werden, das immer wieder zu proklamieren.

Und wer noch ein paar gute Gründe für einen Betriebsrat braucht, klickt hier zur IG Metall: Besser mit Betriebsrat.

Peter

Mehr Infos zu diesem Thema bei der Hans-Böckler-Stiftung



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