von Ines am 18.07.2011, 14:49 Uhr , Kategorie: Allgemein

In Spanien ist die Siesta die traditionelle Mittagsruhe, die unter anderen Bezeichnungen auch in vielen anderen Ländern üblich ist. Nun setzt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auch bei uns für die Einführung einer Siesta am Arbeitsplatz ein. „Ein kurzer Mittagsschlaf senkt das Herzinfarktrisiko und sorgt für neue Energie„, so die Vorstandsvorsitzende Annelie Buntenbach. Auch Experten aus der Industrie unterstützend diese Idee. „Kluge Unternehmer wissen, wie wichtig schöpferische Pausen für den Erhalt der Leistungsfähigkeit, Kreativität und Motivation der Mitarbeiter sind„, sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, der „Bild“-Zeitung.

Forscher bestätigen das grundsätzlich: „Eine Mittagsruhe überbrückt eine leistungsarme Zeit mit einem erhöhten Risiko für Fehler und wir reagieren anschließend schneller, sind aufmerksamer, unser Gedächtnis ist besser und wir sind auch noch besserer Laune.“, so Jürgen Zulley, Professor an der Universität Regensburg. Das mag ja alles stimmen. Doch wie realistisch ist das Ganze? Um eine tatsächliche Mittagsruhe zu gewährleisten, müssten Unternehmen angemessene Räume für Schlafpausen zur Verfügung stellen. Viele müssten neue Arbeitszeitmodelle einführen. Und was ist mit den Kolleginnen und Kollegen von der Mittagsschicht, die genau in dieser Zeit am Fließband stehen oder Patienten versorgen?

Wie auch immer, die Reaktionen auf ein „Mittagstief“ sind doch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manch einer ist fit nach einem kurzen Schläfchen – manch einer ist danach total fertig und will nur eins: Weiterschlafen. Ein kleiner Spazierganz und etwas frische Luft schnappen oder eine kleine Meditation kann bei diesen Menschen schon eine ganz andere Wirkung haben. Jeder hat seine eigenen Methoden, um Energie zu sammeln, um abzuschalten und wieder frisch zu werden. Daher ist es am wichtigsten, dass der Arbeitgeber überhaupt ausreichend Zeit für Erholungsphasen und Pausen anbietet. Wie der Einzelne diese dann zu seinem Besten nutzt, muss ohnehin jeder selber entscheiden. Aber vielleicht ist das Konzept „Siesta“ auch tatsächlich ein weiterer Schritt in die „Zukunft der Arbeit„.

Ines H.



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