Eyjafjallajökull – ein schier unaussprechlicher Name mit großer Wirkung: Der isländische Vulkan legt derzeit in Europa den Flugverkehr lahm. Auch viele deutsche Arbeitnehmer sitzen fest und wissen nicht genau, wann sie wieder zur Arbeit gehen können.

Was passiert eigentlich mit dem Vergütungsanspruch, wenn man aufgrund des Flugverbots nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zurückkehren kann?

Hier greift der Grundsatz „Kein Lohn ohne Arbeit“. Das heißt, ein Arbeitnehmer erhält keinen Arbeitslohn, wenn er zu den festgesetzten Arbeitszeiten nicht zur Arbeit erscheint. Der Arbeitgeber kann dann den Vergütungsanspruch entsprechend kürzen. Von diesem Grundsatz gibt es zwar Ausnahmen, wie Krankheit oder Urlaub, doch diese greifen im Falle einer Naturkatastrophe nicht. Denn es ist grundsätzlich Sache des Arbeitnehmers, wie er zu seiner Arbeitsstelle gelangt, er trägt das sog. Wegerisiko. Das heißt: kann ein Arbeitnehmer infolge von Verkehrsstörungen, wie Staus, Glatteis, Schneeverwehungen – auch ohne sein Verschulden – nicht bzw. nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen, muss der Arbeitgeber für den Arbeitsausfall keinen Arbeitslohn zahlen.

Kann der Arbeitgeber den festsitzenden Arbeitnehmer abmahnen oder sogar kündigen?

Dies ist zu verneinen, da bei Reiseantritt nicht vorhersehbar war, dass die Rückreise problematisch wird. Eine Abmahnung  und insbesondere eine Kündigung wären in diesem Fall unverhältnismäßig.

Übrigens geht der Spuk wahrscheinlich weiter: Meteorologen gehen davon aus, dass der Vulkan weiter aktiv bleibt.

Andrea



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 20. April 2010 um 10:53 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Arbeitsvertrag, Lohn und Gehalt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Comments »

  1. Gut zu wissen! Die meisten Leute sind natürlich schon in Panik wegen ihrer Arbeit geraten.

    Kommentar von: Roger – am 20. April 2010 um 10:57

  2. Hallo,
    interessantes Thema, mich würde interessieren wie es sich verhält, wenn der Arbeitnehmer auf Dienstreise war und dann an einem Samstag (kein Arbeitstag) seine Rückreise antreten musste, um am nachfolgenden Montag wieder zu wichtigen Terminen Vor-Ort im Büro zu sein?

    – Kann er die Rückreisezeit (Samstag) als Arbeitszeit geltend machen?

    Gruß,
    Marco

    Kommentar von: marco – am 15. November 2010 um 15:23

  3. […] Eyjafjallajökull und die Folgen auf die Arbeitnehmer-”Asche” (betriebsrat) Fluggastrechte in der Wolke (ra-quandel) Der Vulkan, das Gericht und die Türkei (kanzlei-hoenig) […]

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