In Sachen Frauenquote in den Vorständen der deutschen Top-Unternehmen tut sich nicht viel. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zieht daher jetzt eine gesetzliche Regelung über einen Mindestanteil von Frauen in Führungspositionen in Erwägung. Nach dem Motto: Geredet wurde über das Thema genug, jetzt müssen Taten folgen. Denn: Ohne verbindliche Regelungen wird sich die Situation wohl niemals ändern.

So denkt unter anderen das Deutsche Institut der Wirtschaft (DIW), das eine aktuelle Studie zum Thema veröffentlicht hat. Daraus geht hervor, dass lediglich 2,5 Prozent aller Vorstandsmitglieder der 200 größten Unternehmen Frauen sind. Das sind  21 von 833 Vorstandsposten. Da haben sich doch Deutschlands Vorstandsetagen die Bezeichnung „Männerclub“ vom DIW wahrlich verdient. Doch woher kommt eigentlich diese außerordentliche Überlegenheit von Männern in Führungspositionen? Die Studie bietet zumindest einen Ansatz und sieht Gründe in Geschlechterstereotypen und fehlenden Vorbildern. „Männer haben eine viel größere Bandbreite von Rollenvorbildern, denen sie nacheifern können“, so die Autorin der DIW-Studie Elke Holst. Als Außenseiterinnen sei es ihrer Meinung nach für Frauen schwerer, in die einflussreichen „Old-Boys-Networks“ in den Spitzengremien vorzudringen.

Wir dürfen gespannt sein auf das neue Gesetz und seine Auswirkungen. Denn: Tut man den Frauen wirklich einen Gefallen, wenn sie sich im Grunde demnächst nur in bestimmten Positionen befinden, weil anderenfalls Sanktionen drohen? Und nicht, wie es sein sollte, weil man von ihrer Kompetenz überzeugt ist? Letzteres wird mit der Zeit sicher kommen. Aber das kann, wenn man die schleichende Entwicklung zum Thema und den fehlenden Willen mancherorts beobachtet, noch dauern.

Ines



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 26. Januar 2011 um 08:49 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Internationale Statistiken belegen, dass Länder, in denen die Gleichberechtigung (auch durch Quoten) gestiegen ist, wirtschaftlich erfolgreicher sind. Und zum letzten Absatz: gibt es nicht eine Menge unfähiger Manager, die durch geheime „Quoten“ (=Freunderlwirtschaft) in ihre Vorstandssessel gehievt wurden?

    P.J.

    Kommentar von: P. JedIicka – am 27. Januar 2011 um 12:20

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