Er war Öffentlichkeitsarbeiter bei der SPD, Leiter des Bundestagswahlkampfs und Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt: Es dürfte nicht viele geben, die sich so gut im Politikbetrieb der letzten Jahrzehnte auskennen wie Volkswirt Albrecht Müller. Seit über zehn Jahren ist er Mitherausgeber der Nachdenkseiten, die gegen Meinungsmache und Kampagnenjournalismus kämpfen. Und das mit Erfolg: Bis zu 50.000 Besucher werden täglich auf der Webseite www.nachdenkseiten.de gezählt.

Im Interview mit der Zeitschrift „der betriebsrat“ (Ausgabe 1/2011, pdf-Datei ca. 71 KB) verdeutlicht Müller, wie wichtig ein kritischer Journalismus und unabhängige Medien für unsere Gesellschaft sind. Dabei möchte er ausdrücklich auch Betriebsräten mit seinen Kommentaren zum aktuellen politischen und wirtschaftlichen Geschehen helfen, besser zu verstehen, was um uns herum vorgeht. Ein Beispiel: Laut Müller wurde bei der Diskussion um die neu eingeführte Rente mit 67 immer wieder behauptet, dass ohne eine Erhöhung des Eintrittsalters auf 67 oder gar 70 Jahre die gesetzliche Rentenversicherung zusammenbrechen würde. Seiner Meinung nach gebe es aber auch viele andere Stelllschrauben, um die Leistungsfähigkeit der Rente allgemein zu erhöhen. Die Arbeitsproduktivität könnte so stark gesteigert werden, dass wir mit allen Problemen diesbezüglich fertig werden. Aber anstatt Normalarbeitsverhältnisse zu fördern, wird lieber ein Generationenkonflikt vom Zaun gebrochen (siehe dazu unseren Beitrag Rente mit 67 oder besser Rente mit 70: Wer bietet mehr?).

Die Gewerkschaften konnte er bisher nicht als Partner für die Nachdenkseiten gewinnen. Er bedauert das: Denn gerade im Verein mit einem unabhängigen und kritischen Medium könnte viel bewirkt werden.

Interview mit Albrecht Müller (pdf-Datei, ca. 71KB)

Die Nachdenkseiten im Internet

Peter



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 18. Januar 2011 um 13:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Interview abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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