Datenschützer haben KiK schon länger auf dem Kieker, jetzt scheint sich der Verdacht zu erhärten: der Textildiscounter soll systematisch die Vermögensverhältnisse seiner Mitarbeiter auskundschaftet haben, um verschuldete Mitarbeiter zu entlassen, meldet Tagesschau online.

KiK soll regelmäßig bei Fa. Creditreform nachgefragt haben, wie es so um die Vermögensverhältnisse seiner Mitarbeiter bestellt ist. Allein in den Jahren 2008 und 2009 in über 49.000 Fällen. Diese Praxis ist schon seit längerem bekannt. Jetzt hat ein ehemaliger Bezirksleiter, Guido Halgestede, erklärt, dass diese Auskunft auch Auswirkungen auf das Schicksal der Mitarbeiter hatte. Seinen Angaben zufolge, wurden Mitarbeiter, die eine eidesstattliche Versicherung geleistet hatten oder bei denen das ein oder andere im Argen lag, gekündigt oder der befristete Vertrag wurde einfach nicht verlängert. Natürlich ohne die genauen Gründe zu nennen.

KiK zu den Vorwürfen gegenüber der ARD wie folgt Stellung genommen: „Das von Ihnen angeführte Verfahren wird bei KiK nicht mehr praktiziert“. Außerdem teilte KiK mit, „seit Oktober 2009 nicht mehr mit der Creditreform und auch mit keiner anderen Wirtschaftsauskunftei“ zusammenzuarbeiten.

Die Staatsanwaltschaft, die wegen vergleichbarer Vorwürfe schon länger gegen den Textildiscounter ermittelt, wird dies bestimmt interessiert zu Kenntnis nehmen. Denn bislang konnte KiK  nicht nachgewiesen werden, dass verschuldete Angestellte ausgesiebt werden – das könnte sich jetzt ändern.

Andrea



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 22. Juli 2010 um 15:20 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Datenschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

2 Comments »

  1. Ich habe es durch eine Freundin miterlebt, wie mit Mitarbeitern bei KIK umgegangen wird. Seitdem betrete ich diesen Laden nicht mehr.

    Kommentar von: Martina Humburg – am 03. August 2010 um 07:49

  2. Das ist ein Ding! Wird man nur noch kontrolliert? Da hat man als Wenigverdiener wie bei KiK schon die A….Karte und dann hat man ein noch schlechteres Ansehen bei diesen Arbeitgebern, wenns ohne Kredit nicht mehr geht? Wie stellen sich diese AG’s das vor, mit so wenig Geld leben zu können? Es gibt ja noch andere Gründe, warum man in finanzielle Unpässlichkeiten kommen kann, aber wen geht das etwas an, außer einem selbst?

    Davon mal abgesehen interessiert mich mal der Datenschutz. Bekannt ist ja, dass sich jeder „Laden“, wenn ich was auf Kredit kaufen will, nur mit meiner schriftlichen Zustimmung von der Schufa über meine finanzielle Lage erkundigen kann. Wobei ich auch schon die Erfahrung machen musste, dass ein privater Vermieter über die Sparkasse meine finanzielle Lage abgefragt hat, was ich eine Frechheit finde.

    Wie ist das aber nun mit Creditreform und anderen Firmen, die solche Daten beherbergen? Haben die auch meine Daten, ohne dass ich davon weiß und kann die jeder einfach so abfragen?

    Kommentar von: Andrea K. – am 04. August 2010 um 07:41

Leave a comment