von Ines am 15.12.2010, 19:29 Uhr , Kategorie: Allgemein

Haben Sie letzten Sonntag „Tatort“ gesehen? Dort ging es um einen im wahrsten Sinne des Wortes hochprozentigen Mordfall. Der unbeliebte Personalleiter der städtischen Verkehrsbetriebe wurde erschlagen. Probleme hatte er vor allem mit einer alkoholkranken Mitarbeiterin. Diese hatte bereits ihre dritte Abmahnung erhalten, da sie wiederholt betrunken zum Dienst erschienen war. Als so ganz nebenbei herauskommt, dass auch einer der Kommissare früher ein Alkoholproblem hatte, ist klar: Der Tatort schildert zwar in erster Linie einen Kriminalfall, wagt aber gleichzeitig einen Seitenblick auf unsere Suchtgesellschaft.

Zurück in die Realität – und da gibt es wenig positive Überraschungen: Im Jahrbuch Sucht 2010 vom DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen eV.) wird es erneut bestätigt: Der Suchtmittelkonsum in Deutschland ist auf extrem hohem Niveau! Dementsprechend sieht es in den Betrieben aus. Experten sagen: Die Belastungen steigen stetig, psychische, auch alkoholbedingte Störungen nehmen weiter zu. Wir gehen davon aus, dass Mitarbeiter mit riskantem Alkoholkonsum bis zu 16-mal häufiger am Arbeitsplatz fehlen.“  Die Zahl der Mitarbeiter, die Alkohol in riskanten Mengen konsumieren, wird von den Sachkundigen auf rund 18 % geschätzt werden. Davon seien 3,8 % zu den missbräuchlich Konsumierenden zu rechnen und 2,4 Prozent als abhängig zu bezeichnen.

Erschreckend, oder? Daher der Experten-Appell an die Betriebe: „Unternehmen sollten wissen, wie sie Probleme frühzeitig ansprechen können, um die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum wirksam zu reduzieren.“ Und: Raus aus dem Tabu! Denn Alkoholismus am Arbeitsplatz wird todgeschwiegen oder verharmlost. Heutzutage ist im Grunde schon der Außenseiter, der nichts trinkt. Alkohol ist von der Gesellschaft voll akzeptiert und gehört mehr oder weniger sogar „dazu“. Ich wünsche mir für 2011 mehr Sensibilität und Offenheit, was dieses Thema angeht!

Ines



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