von Peter am 27.07.2012, 16:20 Uhr , Kategorie: Allgemein

iStock 000020763753XSmall Holprige Sache: Olympische Spiele am ArbeitsplatzDie Olympischen Spiele in London beginnen. Endlich! Ein Blick ins Programm verrät: Es wird richtig viele Fernsehübertragungen geben. Super, denn was gibt es tolleres als spannende Sportübertragungen! In der Früh geht’s los und erst spät in der Nacht wird Schluss sein. Siebzehn Tage voller Entscheidungen und Dramatik. Plötzlich rücken wieder Sportarten in den Mittelpunkt, für die sich die meisten das letzte Mal vor vier Jahren, also bei den Spielen in Peking, interessiert haben: Bogenschießen etwa, Rudern, Gewichtheben, Turmspringen, lauter richtig tolle Sachen, die auf einmal wieder im Zentrum des Interesses stehen, wenn es plötzlich um nichts Geringeres als olympisches Gold geht!!

Aber wie ist es mit dem Arbeitsrecht? Viele Beschäftigte möchten auch während ihrer Arbeitszeit gerne wichtige Entscheidungen live verfolgen und mit den Athleten mitfiebern. Eine holprige Sache…  Auch diesmal gilt, was Kollegin Susanne vom Betriebsrat Blog anläßlich der Fußball-EM vor wenigen Wochen schrieb: Während den Olympischen Spielen gibt es im Arbeitsrecht keinen Ausnahmezustand. Allein der Arbeitgeber entscheidet, ob im Betrieb geschaut werden darf oder nicht.  Da können Arbeitnehmer nur auf großzügige Chefs bauen.

Eins muss klar sein: Wer während der Arbeitszeit anderen Tätigkeiten nachgeht, verletzt seine Arbeitspflichten. Einen Anspruch auf Fernsehschauen gibt es  nicht. Wer es dennoch tut, riskiert eine Abmahnung und – im Wiederholungsfall – die Kündigung.

Vorsicht beim Surfen im Internet: Selbst wenn der Arbeitgeber die private Online-Nutzung erlaubt hat, darf das nicht ausufern. Von Letzterem wird man sicher ausgehen können, wenn der Arbeitnehmer über mehrere Stunden am Live-Ticker “hängt”.

Dagegen kann Radiohören unter Umständen erlaubt sein. Aber Vorsicht: Stört das Radio die Arbeit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter oder werden Kunden dadurch “belästigt”, kann der Arbeitgeber das Radiohören verbieten.

Krasser Fall: Der Arbeitnehmer verlässt einfach seinen Arbeitsplatz, um Olympia zu schauen.  Ganz klar: Das nennt man Arbeitsverweigerung. Die Folgen auch hier: Abmahnung und im Wiederholungsfall Kündigung.

Auch wenn man es manchmal nur schwer akzeptieren wird: Arbeit hat Vorrang vor jedem Medaillenkrimi! Arbeitspflichten werden durch Olympia nicht aufgehoben. Im Zweifel gilt deshalb: Mit dem Chef reden und klären, was erlaubt ist und was nicht. Nur dann ist man auf der sicheren Seite.

Bildquelle: © DMP1 – iStockphoto



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 27. Juli 2012 um 16:20 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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