Ulrike Schramm-de Robertis arbeitet seit 2001 als Verkäuferin bei Lidl. Im Jahr 2004 setzte sie in der Filiale, in der sie damals beschäftigt war, die Gründung eines Betriebsrats durch. Zur Erinnerung: Lidl gilt bis heute als nahezu „betriebsrats- und gewerkschaftsfreie Zone„. Die Arbeitsverhältnisse im Einzelhandel kennt sie gut, war sie vorher etwa bereits bei Kik und beim Discounter Plus beschäftigt. Nun hat sie ihre vielfältigen Erfahrungen in einem Buch festgehalten. Mit „Ihr kriegt mich nicht klein!“ beschreibt sie die miserablen Arbeitsbedingungen der Branche: Unbezahlte Überstunden, Löhne jenseits von Gut und Böse, Bespitzelung, Mobbing, Kündigungen, Behandlung durch Vorgesetzte.

Äußerst spannend ist es zu erfahren, wie sie vor sechs Jahren die Gründung eines Betriebsrats gegen alle Widerstände durchgeboxt hat. Schon dadurch macht dieses Buch Mut, gibt aber darüberhinaus auch Anleitung, wie man sich in vergleichbaren Situationen, vor allem natürlich als Beschäftigter im Einzelhandel, zur Wehr setzen kann. Dazu die Autorin in der Vorbemerkung: „Ich will Menschen ermutigen, sich gemeinsam mit anderen für ihre Rechte einzusetzen.“ Das ist ihr eindrucksvoll gelungen. „Ihr kriegt mich nicht klein“  ist ein ungeschminkter Blick hinein in die Realität eines leider besonders prägnanten Teils der deutschen Arbeitswelt. Absolut lesenswert!!

Link zum Verlag Verlag Kiepenheuer & Witsch, der das Buch veröffentlicht hat.

Link zu einem Interview von stern.de mit Frau Schramm-de Robertis vom Februar 2010

Peter



Dieser Beitrag wurde am Montag, 07. Juni 2010 um 13:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. […] Ihr kriegt mich nicht klein: Lidl-Betriebsrätin schreibt Buch über ihre Arbeit (Betriebsverfassungsrecht) […]

    Pingback: Lesestoff (15) | Rechtler – am 10. Juni 2010 um 12:20

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