Wer hat das noch nicht erlebt: Der Kollege steht in der Tür und fragt „Du, darf ich dich um was bitten? Ich arbeite doch gerade an diesem Projekt. Könntest du vielleicht…?“ Ja was? Mir helfen? Mir Arbeit abnehmen? Mich bei etwas unterstützen? Na klar, genau darum geht es.

Einen hilfsbereiten Menschen zeichnet aus, dass er mit offenen Augen durch die Welt geht, unaufgefordert Hilfe anbietet oder leistet und seine eigenen Interessen dabei meist zurückstellt. Das gilt im privaten Leben wie auch in der Arbeit. Um letztere geht es hier. Gleich vorweg: Wir wollen nicht, dass Sie sich dem Arbeitgeber verweigern. Beim Nein-Sagen zum Chef gelten etwas andere Kriterien. Es geht hier um das Nein gegenüber Kollegen.

Die Situation ist nicht leicht. Sie weist einen recht einfachen aber knackigen Interessenkonflikt auf. Man wird von einem Kollegen um etwas gebeten und möchte diesem auch gerne helfen. Ja, wenn da nur nicht die eigenen Aufgaben wären, um die man sich immer noch primär zu kümmern hat. Denn selbst wenn der Chef nichts dagegen hätte, dass man einen Kollegen unterstützt (was nicht immer gesagt ist), möchte er sichergestellt haben, dass die eigenen Aufgaben erfüllt werden.

Oft spürt man regelrecht, dass man zum Kollegen „Nein“ sagen müsste. Aber man tut es nicht. Weil man nicht kann. Oder sich nicht traut. Die Folge: Die eigene Arbeit leidet und möglicherweise muss man nach Feierabend Überstunden schieben.

Das Problem: Nein-Sagen ist für viele nicht so leicht. Hier kommen drei Tipps, die einem ein „sanftes“ Nein-Sagen erleichtern sollen. Am Ende lässt sich die Situation vielleicht sogar positiv auflösen. Dann wäre allen geholfen!

Tipp 1 – Zeit

Geben Sie dem Kollegen schnell Feedback. Erbitten Sie sich dennoch eine kurze Bedenkzeit. Das schützt vor Überrumpelung und gibt einem Gelegenheit, sich die Sache durch den Kopf gehen zulassen. Dann aber schnell antworten, denn: Je länger Sie warten, desto länger ist der andere im Unklaren. Und: Vielleicht verringert sich für den anderen in dieser „Wartezeit“ die Chance auf eine alternative Lösung.

Tipp 2 – Grund

Wenn Sie ablehnen, dann nur mit einem Grund. Dabei müssen Sie sich aber nicht rechtfertigen. Aber wenn Sie die eigene Situation nachvollziehbar beschreiben (z. B. eigene Überlastung), fällt es dem anderen am Ende wahrscheinlich leichter, das Nein anzunehmen.

Tipp 3 – Alternative

Vielleicht fällt Ihnen ja eine alternative Lösung ein, die dem Kollegen weiterhilft? Vergessen Sie nicht: Er ist in einer schwierigen Situation. Er braucht Hilfe. Sie können sie ihm gerade nicht geben. Helfen Sie ihm dabei, diese anderswo zu bekommen. Möglicherweise kommt was richtig Gutes dabei raus. Auch das wäre dann eine Form der Hilfsbereitschaft.

Bildquelle: © imagesbavaria – 123RF Stockfoto



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 09. Oktober 2014 um 15:46 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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