von Peter am 12.11.2010, 15:00 Uhr , Kategorie: Allgemein

Wie unangenehm: Mehr und mehr Unternehmen gehen dazu über, soziale Netzwerke wie etwa Facebook auf ihren Firmenrechnern komplett zu sperren. Überraschend dabei die Begründung: Könnte man nämlich meinen, dass eine übermäßige Zeitverplemperung durch die Mitarbeiter der Grund sei, weit gefehlt: Industriespionage durch ausländische Geheimdienste lasse immer mehr Firmen vorsichtiger werden. Nach Volkswagen und der Commerzbank hat nun auch Sportwagenhersteller Porsche die Nutzung der beliebten Facebookseiten für seine Mitarbeiter komplett unterbunden. Auch Xing, ebay und googlemail sind von dem Verbot betroffen.

Ausländische Agenten, die über die Freundschaftsfunktion von Facebook Geheimnisse ausforschen? Getarnte Xing-Kontakte, die sich nebenbei nach der neuesten 911er-Generation erkundigen? Und wie hat man sich das ganze bei ebay und googlemail vorzustellen? Ist schon seltsam, dass gerade solche Seiten von Arbeitgebern gesperrt werden, die bei Arbeitnehmern am beliebtesten sind und wo sich leicht nachweisbar viele Mitarbeiter während der Arbeitszeit aufhalten. Ein Schelm, wer da denkt, die Begründung sei am Ende vielleicht nur vorgeschoben.

Peter



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 12. November 2010 um 15:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Das Bundesarbeitsgericht vertritt die Auffassung, dass die private Nutzung des Internets durch Arbeitnehmer verboten ist, wenn diese vom Arbeitgeber nicht ausdrücklich erlaubt oder zumindest geduldet wurde.

    Denn letztlich dient die Arbeitszeit der Erfüllung der gegenseitig vertraglich geschuldeten Arbeitspflichten und der Arbeitgeber ist nicht mit einem Internetcafé gleichzusetzen, in welchem die IT-Struktur nach Belieben genutzt werden kann. Im Vergleich würde es beispielsweise auch merkwürdig anmuten, wenn wir jemanden mit einer Dienstleistung beauftragen, diese Dienstleistung nach Stunden vergütet wird und uns der Dienstleister umgekehrt sein Privatsurfen in Rechnung stellt oder die Bezahlung derselbigen von uns verlangt. Letzlich ist der Arbeitgeber also bereits vom Grundsatz her nicht verpflichtet private Internetnutzung zu gestatten. Tut er dieses doch, so stellt es eine freiwillige Leistung dar.

    Unabhängig davon verweist im Übrigen auch das Bundesamt für Informationssicherheit (BSI) auf die potentielle Gefahr in Sozialen Netzwerken aufgrund von Schadsoftware (https://www.bsi.bund.de/cln_174/ContentBSI/Presse/Pressemitteilungen/Wurm_Facebook_160610.html). Das BSI weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass Soziale Netzwerke dazu genutzt werden WIrtschaftsspoinage zu betreiben (https://www.bsi-fuer-buerger.de/cln_030/BSIFB/DE/Themen/SozialeNetzwerke/Schutzmassnahmen/schutzmassnahmen_node.html).

    Was also relativ einfach verhindert werden kann ist, dass bereits unmittelbar die Unternehmens-IT unter zeitgleichem Zugriff auf sensible Unternehmensdaten (womöglich noch per Copy & Paste) zur Preisgabe von sensiblen Informationen genutzt wird (Risikominimierung).

    Kommentar von: Dr. Datenschutz – am 12. November 2010 um 23:28

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