von Peter am 04.08.2011, 13:52 Uhr , Kategorie: Allgemein

In Deutschland arbeiten muss schon ziemlich doof sein, zumindest wenn man den Ich-finde-meine-Arbeit-toll-Index betrachtet, den das IAQ-Institut an der Uni Duisburg-Essen regelmäßig aufstellt. Darüber berichtet die Berliner taz. Nur in Ländern wie Weißrußland oder Bulgarien sei die Unzufriedenheit im Job noch ausgeprägter als bei uns. Dieser Index funktioniert etwa so: Arbeitnehmer bewerten auf einer Skala von 0-10 wie toll sie ihre Arbeit finden. 1984 lag der ermittelte Durchschnittswert noch bei 7,6, im Jahr 2009 sank er auf 6,8.

Was sind die Gründe für die zunehmende Unzufriedenheit? Wenig überraschend, es sind wieder mal die altbekannten Themen: Zunehmende Arbeitsverdichtung, Schwierigkeiten mit der bei uns immer noch schwierigen Unvereinbarkeit zwischen Familie und Beruf, die schlechte Lohnentwicklung und eine generelle Unsicherheit, was die eigene berufliche Zukunft angeht.

Na sowas: Ein „einig Jammerland“ sind wir geworden, so die taz im erwähnten Artikel. Frechheit, Leute! Vor allem irrt Ihr Euch da auch gewaltig. Polemisch ist das und natürlich viel zu pauschal und richtig kapiert habt Ihr es wohl auch nicht! Denn mit einem bestehenden Zustand unzufrieden zu sein, ist etwas völlig anderers als das von Euch zitierte „Herumjammern“. Zustände kritisieren, Dinge auf den Tisch bringen, das ist eine entscheidende Sache. Andere Länder scheinen die angesprochenen Probleme in diesem Umfang nicht zu kennen? Kein Wunder, dass man dort auch zufriedener zu sein scheint! Vielleicht ist es aber viel eher so, dass wir diesen kritischen Blick auf unsere eigene Lebens- und Arbeitssituation vielen anderen Ländern ganz einfach voraus haben. Lethargie als entscheidender Glücks-Parameter im „Jammer-Index“? Na bravo. Die Deutschen sind also unbequem? Ja super,und bitte in Zukunft noch viel unbequemer, da ginge schon noch mehr.

Peter

 

Bildquelle: © Timur Nisametdinov - istockphoto.com


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