von Thomas am 17.07.2009, 10:08 Uhr , Kategorie: Allgemein, Rechtsprechung

Spaß-eMails von Kollegen sind keine Seltenheit – mindestens eine pro Woche findet nahezu jeder Arbeitnehmer in seinem eMail-Postfach. Doch wenn die eMails pornografische Inhalte haben, hört der Spaß auf!

Ein solcher Fall spielte sich in Rheinland-Pfalz ab: Ein Arbeitnehmer schickte an ausgewählte Kollegen regelmäßig eMails mit pornografischen Inhalt. Diese wiederum leiteten die eMails an ihre Freund und Bekannte weiter.

Als der Arbeitgeber die Sache bemerkte, sprach er dem betroffenen Arbeitnehmer eine fristlose Kündigung aus. Dagegen klagte der Arbeitnehmer vor dem Arbeitsgericht.

Und dies zurecht entschied das Landesarbeitsgericht Mainz (Urteil vom 17.12.2008 – 7 Sa 317/08). Denn: Die besonderen Umstände des Falles hätten eine Abmahnung ausreichen lassen! Die Kündigung sei hier nicht das mildeste und gleich wirksamste Mittel um das beiderseitige Vertrauensverhältnis wiederherzustellen.

Durch das Fehlverhalten des Arbeitnehmers sind nämlich keine Personen mit pornografischen eMails belästigt worden. Eher das Gegenteil war der Fall! Die betroffenen Kollegen fanden die eMails schon deshalb nicht störend, weil sie diese selbst an Freunde und Bekannte weitergeleitet haben. Zudem sind keine besonders schutzwürdigen Personen (Frauen und Praktikanten) im eMail-Verteiler aufgelistet gewesen.

Ein Imageschaden für die Firma haben die eMails ebenfalls nicht verursacht, da der Arbeitnehmer diese nur firmenintern verschickt hat. Dass seine Kollegen diese auch an externe Empfänger weitergeleitet haben, kann ihm nicht zugeschrieben werden.

Thomas



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