Die Teilnahme an der TV-Sendung Germanys Next Topmodel GNTM hat für viele junge Frauen nach wie vor maximalste Prio. Scharen von „Mädchen“, wie die Nachwuchsmodells von Mama Klum genannt werden, lassen dafür alles liegen und stehen. Ungünstig, wenn man einen Job hat und die Modell-Vorauswahl (vulgo: Casting) während der Arbeitszeit stattfindet. Noch ungünstiger, sich krank schreiben zu lassen, um mit AU-Bescheinigung in der Tasche daran teilzunehmen. Und völlig in die Hose geht letztlich alles, wenn man beim High Heels-Gestackse richtig fett im Fernsehen gezeigt wird.

Wie BILD schreibt (Verlinkung nicht möglich, da Artikel kostenpflichtig), entdeckte ein Arbeitgeber die bei ihm beschäftigte 20jährige Melanie in den TV-Trailern zur neuen GNTM-Staffel. „Moment, die kenn ich doch„, wird er sich gedacht haben, gefolgt von „war die nicht neulich krank„?

Nun, die Aufnahmezeiten des Castings waren schnell rekonstruiert, ebenso wie die Feststellung, dass die sehr attraktive Arbeitnehmerin offenbar genau zu diesem Zeitpunkt krank geschrieben war. Die Folge: Er kündigte das Arbeitsverhältnis, die Kündigungsschutzklage scheint derzeit vor dem Arbeitsgericht anhängig zu sein.

Model oder normalsterblichwas darf man eigentlich alles tun und unternehmen, wenn man arbeitsunfähig krank geschrieben ist? Diese Frage hat sich bestimmt jeder schon mal gestellt. Darf ich überhaupt das Haus verlassen? Einkaufen gehen? Sport treiben? Abends gar auf die Piste? Immer bleibt Unsicherheit.

Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer: Als erkrankter Arbeitnehmer muss man sich so verhalten, dass man möglichst bald wieder gesund ist. Oder: Es ist alles erlaubt, was die Genesung weder gefährdet noch verzögert. Deshalb: Am Abend Ausgehen, wenn man erkältet ist? No – das geht gar nicht! Einen Spaziergang machen, wenn die Hand in Gips ist? Ja, warum nicht? Und Sport treiben bei einer Burn-out-Diagnose? Oha, das werden viele Ärzte vemutlich sogar als Therapiemaßnahme empfehlen! Alles ist, wie so oft, eine Frage des Einzelfalls.

Was Melanie betrifft, müsste man wissen, was der Arzt diagnostiziert hat. Allein: Viel Hoffnung haben wir für sie nicht.

Quelle: beck-blog   –    Bildquelle: © webphotographeer – istockphoto



Dieser Beitrag wurde am Montag, 23. Februar 2015 um 14:05 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. […] in einer AU-Bescheinigung einer jungen Dame stand, die – wie der Betriebsrats-Blog berichtet – nicht etwa durch die Kamera des Detektivs eines Münsteraner oder anderen Falls, sondern […]

    Pingback: Möchtegern-Models und ihre Klagen über schönen Schein und unerfreuliche Wirkungen des gelben Scheins | Jus@Publicum – am 02. März 2015 um 09:12

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