von Thomas am 31.07.2009, 09:32 Uhr , Kategorie: Allgemein, Arbeitsmarkt

Nun zeigt es sich: Arbeitgeber, die ihre Angestellten schlecht behandeln, bekommen vom Verbraucher die Quittung.

Der Drogeriemarktbetreiber Schlecker verliert stetig Kunden. Laut einer exklusiv für das Handelsblatt erstellten Studie des Kölner Marktforschungsinstituts Grass Roots meidet inzwischen nahezu fast jeder zweite Deutsche die Billig-Drogerie-Kette.

Der Grund dafür ist leicht zu finden: Schlecker betreibt laut Medien eine schlechte Personalpolitik und macht seinen Arbeitnehmern mit üblen Arbeitsbedingungen das Leben schwer. So hatte Verdi letztes Jahr berichtet, dass Schlecker seine Angestellten durch Detektive stundenlang beobachten lassen würde. Zudem behindere Schlecker laut der Gewerkschaft die durch das Betriebsverfassungsgesetz geschützten Betriebsratswahlen, indem einfach fristlose Kündigungen ausgesprochen würden.

Und dies ist der Bevölkerung auch bewusst, denn von den Befragten der Studie gab knapp die Hälfte an, dass sie die schlechten Medienberichte über Schlecker verfolgt hätte und deshalb dort nicht mehr einkaufen würde.

In Expertenkreisen heißt es laut dem Handelsblatt inzwischen, dass Schlecker in einer überschaubaren Anzahl von Jahren vom Markt verschwinden werde.

Thomas



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7 Comments »

  1. Das „Meinungs-Forschungs“-Institut kenne ich zwar nicht, aber ich würde wetten, dass es eher bis dahin keine Gewerkschaft mehr gibt.

    Betriebe wie Schlecker oder Lidl bezahlen zwar schlecht, aber davon profitieren eine Menge Menschen.

    Das ist sozialer als jeder Biomarkt für gutbetuchte „Grünen“-Wähler.

    Kommentar von: ro – am 01. August 2009 um 00:02

  2. Man kann sich auch selbst erwürgen!
    Schlecker und Lidl zahlen schlecht, was dazu führt, dass deren Mitarbeiter billigst einkaufen müssen. Das drückt die Preise im Einzelhandel, was wiederum dazu führt, das Schlecker und Lidl die Löhne weiter senken werden und der Kreislauf beginnt von neuem.
    Wer davon profitiert kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen.

    Kommentar von: Bruno – am 03. August 2009 um 13:41

  3. Das zu hören, freut mich sehr ! Einer Bekannten von mir wurde kurz vor ihrer 10-jährigen Betriebszugehörigkeit bei Schlecker gekündigt; und das wirklich mit Hinterlist und Nötigung ! (sie wurde massiv gedrängt in einem stundenlangem „Gespräch“ allein mit 3 Chefs ihre Kündigung zu unterschreiben)
    Sinn der Aktion : ab 10 Jahren bei Schlecker gibt es mehr Geld und Vergünstigungen.

    Seitdem meide ich konsequent jeden Schlecker-Markt.

    Dagegen herrschen bei Lidl fast noch super Arbeitsbedingungen.

    Kommentar von: Dresden – am 03. August 2009 um 15:43

  4. Ein typischer Trugschluss!

    Es profitieren Menschen auch von den Unternehmen, die Ihre Mitarbeiter gut behandeln. Ob man einen Biomarkt für gutbetuchte hat hängt nicht von der Art der Mitarbeiterbehandlung ab!

    Kommentar von: uli – am 03. August 2009 um 16:46

  5. ich kann nicht verstehen woher die meinung kommt das schlecker seine leute schlecht bezahlt. meine frau ist seit über 10 jahren schon bei schlecker und hat regelmäßig gehaltsanpassungen, das einzige was geringer wird ist ihre arbeitszeit, die wochenstunden wurden immer weniger. was mich aber stört sind die zeiten die sie vor und nach ihrer arbeitszeit aufbringt und die nicht bezahlt werden. zu der vergünstigung nach 10 jahren kann ich nur sagen es gibt eine einkaufsgutschein für 150 € , natürlich bei schlecker.

    Kommentar von: mario – am 05. August 2009 um 09:03

  6. Ich arbeite seit 14 Jahren bei Schlecker und kann diese Lügen von einigen Leuten bald nicht mehr hören. Mit 12,80 Euro Stundenlohn verdiene ich mehr als mein Mann als LKW Fahrer. Ich bekomme Urlaubs-und Weihnachtsgeld.
    Nach 10 Jahren gibt es keine vergünstigungen, es muß einen anderen Grund für die Kündigung gegeben haben. Keiner muß eine Kündigung ohne Grund unterschreiben !!!! Dem Druck sollte man nach 10 Jahren gewachsen sein. Was im Moment abgeht ist wirklich nicht gerade toll, aber wir müssen für unseren Job kämpfen. Wer sagt denn, das man alles sofort Unterschreiben muß, was einem vorgelegt wird. Mir macht meine arbeit wirklich sehr viel Spaß, aber unter den Voraussetzungen, die auf uns zu kommen, kann ich den Job nicht weiter machen. Es wäre zu wenig Geld um die laufenden Kosten zu decken. Ich werde aber nicht einfach das Handtuch schmeißen, sondern kämpfen um meinen Job und den vieler Kolleginnen zu sichern.
    Liebe Kunden !!!!
    Laßt uns nicht hängen, das macht es nur schwerer. Herr Schlecker hat das Recht einen Laden zu schließen,der keinen Umsatz macht. Das ist Betriebsbedingt und rechtmäßig. Bei einem Laden wo die Umsätze stimmen, ist es nicht möglich diesen eifach zu schließen und Leute zu kündigen, denn es gibt keinen Grund dafür.

    Kommentar von: petze – am 10. August 2009 um 12:37

  7. http://blog.beck.de/2009/10/01/goldene-nase-fuer-schlecker

    Schaut auf dieser Website nach, dann wisst ihr, weshalb Schlecker die kleineren Läden schließt und große Märkte aufmachen will/muss….die Konkurrenz hat Schlecker nach und nach in die Knie gezwungen, jetzt muss das Unternehmen reagieren …. oder vom Markt verschwinden, das geht natürlich mal wieder zu Lasten der Arbeitnehmer.

    Rene

    Kommentar von: Rene – am 02. Dezember 2009 um 09:19

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