von Thomas am 02.06.2009, 11:49 Uhr , Kategorie: Allgemein, Rechtsprechung

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Schleswig-Hostein hat in seiner Entscheidung vom 27.05.2008 – 5 Sa 398/07 klargestellt, dass ein Arbeitgeber nicht einfach einen Arbeitnehmer auf Grund mangelhafter Arbeitsleistung entlassen kann.

Im vorliegenden Fall hatte der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer nach zweimaliger Abmahnung verhaltensbedingt gekündigt, da dieser angeblich unterdurchschnittlich gearbeitet hätte.

Will der Arbeitgeber aber auf Grund „erheblicher Minderleistung“ kündigen, so muss der betroffene Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum mangels Ausschöpfung seiner persönlichen Leistungsfähigkeit in erheblichem Umfang die Durchschnittsleistung vergleichbarer Mitarbeiter unterschritten haben.

Diesen Beweis muss der Arbeitgeber erbringen und das dürfte schwierig werden. Denn laut dem LAG kann der Arbeitgeber nicht einfach einen Testdurchlauf starten und basierend auf diesem dann Durchschnittswerte für eine „normale Arbeitsleistung“ hochrechnen. Dies würde nämlich unberücksichtigt lassen, dass während einer mehrere Stunden dauernden Schicht auch Schwankungen der Leistungsfähigkeit aufkommen. Zudem kann der Arbeitnehmer entgegnen warum er unterdurchschnittlich geleistet hat aber dabei trotzdem seine persönliche Leistungsfähigkeit voll ausgeschöpft hat. Eine Kündigung würde dann in´s Leere laufen.

Hier ist die Hilfe des Betriebsrats gefragt, der den schwachen Mitarbeiter über die wahre Rechtslage aufklärt!

Mehr dazu auch auf unserem top-aktuellen Seminar „Den Schwächsten beißen die Hunde

Thomas



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