von Peter am 19.04.2011, 13:22 Uhr , Kategorie: Allgemein

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung warnt Verdi-Chef Frank Bsirkse vor drohenden Niedriglohn-Exzessen. Der Hintergrund: Ab dem 1. Mai 2011 entfallen die Übergangfristen bei der EU-Dienstleistungsfreiheit. Firmen aus den neueren EU-Mitgliedsstaaten dürfen ihre Arbeitnehmer dann ganz legal auf den deutschen Arbeitsmarkt entsenden. Es sei absehbar, so Bsirske, dass diese ihre Arbeitsleistung zu deutlich niedrigeren Löhnen anbieten werden. Dies sei kein Problem in Bereichen, wo es schon allgemeinverbindliche Branchen-Mindestlöhne gebe. Anderswo könnte es aber für das Lohnniveau kritisch werden. Bsirske benennt das Hotel- und Gastgewerbe sowie den Bereich der Haushaltsdienstleistungen. Auch der Missbrauch werde zunehmen: Deutsche Unternehmen könnten in den EU-Beitrittsländern Briefkastenfirmen gründen, um Arbeitnehmer dann zu ausländischen Niedrigstlöhnen nach Deutschland zu entsenden. Nur mit einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn könne man solche Exzesse verhindern.

Link zum Interview mit Frank Bsirkse (pdf-Download über die Webseite von verdi.de, ca. 15 kb).

Peter



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