von Thomas am 16.08.2010, 09:36 Uhr , Kategorie: Allgemein, Lohn und Gehalt, Teilzeit

In der Kategorie „bad news“ ist die Drogeriemarktkette Schlecker anscheinend Marktführer! Wie die Welt heute berichtet, will das Unternehmen seinen Mitarbeitern offenbar künftig keine Überstunden mehr vergüten, obwohl dies im geltenden Tarifvertrag so vereinbart ist.

Statt dessen gewährt Schlecker seinen Mitarbeitern für geleistete Überstunden künftig einen Freizeitausgleich. Weil aber die meisten Schlecker-Arbeitnehmer teilzeitbeschäftigt sind, ist für sie eine Überstundenvergütung wesentlich lukrativer als deren Abfeiern.

Hintergrund für die neue Unternehmensstrategie ist nach Gewerkschaftsvermutung, dass die Drogeriemarktkette auf diese Weise wohl Personalkosten einsparen will. Zuletzt musste das Unternehmen sich nämlich auf Grund des starken öffentlichen Drucks von Dumpinglöhnen verabschieden. Nun sucht Schlecker mal wieder neue Einsparpotentiale: Und am einfachsten geht das mal wieder zu Lasten der Mitarbeiter.



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3 Comments »

  1. Freizeitausgleich hört sich zuerst ja ganz nett an. Aber: Ich weis ja nicht, wie die Arbeitszeiten und die Personalauslastung bei Schlecker aussehen – ich kann es mir nur denken – wie sollen da Überstunden abgefeiert werden? Als Vollzeitbeschäftigter wird man ja allgemein oft schon schief angesehen, wenn man pünktlich Feierabend macht (obwohl man hat ja auch pünktlich angefangen hat), als Teilzeitkraft sieht es meist nicht besser aus. Und wenn das Personal seine Überstunden aus organisatorischen Gründen gar nicht abbauen kann, ist das schlecht für die Bilanz des Unternehmens, schließlich müssen dann Rückstellungen für die spätestens bei der Kündigung dann doch fällige Auszahlung gebildet werden. Oder Mitarbeiter werden „zwangsbeurlaubt“ was dann zu einer Mehrbelastung bei den verbliebenen Mitarbeitern führt. Also egal wie man es dreht und wendet: Es wird auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen.

    Kommentar von: fieldcraft – am 01. September 2010 um 13:40

  2. „Schlecker“ ist ein Krebsgeschwür im Arbeitsmarkt! Dauerhafte Abhilfe gibt es nur wenn solche Unternehmen vom Markt verschwinden. Gerade im Bereich Drogeriemärkte gibt es mit „dm“ hier eine gute und günstige Alternative. Ich achte als Kunde zusehends darauf, dass Arbeitnehmer nicht verheizt werden. Und das kann man den Kolleginnen wirklich am Ende der Schicht im Gesicht ablesen. Deshalb ist „Penny“ bei mir auch raus! Und raus bedeutet Verbrauchermacht durch konsequente Meidung dieser Märkte. Der Umsatz und damit die Arbeitsplätze verteilen sich dann auf Anbieter die ihre Arbeitnehmer ein bischen menschlich behandeln.

    Kommentar von: Willibald – am 01. September 2010 um 14:12

  3. Solche Arbeitgeber sind das Letzte. Klare Strategie: Kostensenkung. Denken wir doch nur mal an den Krankheitsfall, sowas soll ja mal vorkommen. Diese Mitarbeiter bekommen dann immer nur(wenn überhaupt) Lohnfortzahlung auf Basis ihres Teilzeitvertrages wenngleich sie oft deutlích länger arbeiten. Hier ist der Gesetzgeber gefordert auf Basis eines Durchschnittes der letzten x Wochen oder Monate Mißbrauch zu verhindern.
    Und als Kunde meide ich solche Läden. Penny, Lidl stehen bei mir auch ganz oben mit auf der roten Liste

    Kommentar von: Zaubertiger – am 02. September 2010 um 09:34

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