Neue Produkte und Ideen durch Corona
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Desinfektionsmittel statt Alkohol, Atemschutzmasken statt Mode, Beatmungsgeräte statt Autos: In der Corona-Krise haben viele Unternehmen ihre Produktion (zumindest zum Teil) umgestellt und helfen so, den Bedarf an dringend benötigten Hilfsmitteln zu decken.

Es ist vielleicht nur ein kleiner Lichtblick am Ende des Tunnels – und doch ist es geradezu erstaunlich, wie schnell und kreativ Betriebe in den unterschiedlichsten Branchen auf die neue Situation reagiert haben. Zum einen hat der Mangel an Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten weltweit zu einer Hilfewelle unter den Unternehmen geführt, von den großen Konzernen bis zu Kleinstunternehmen. Zum anderen versuchen viele Betriebe, durch neue Ideen und Angebote die nächsten Wochen über die Runden zu kommen.

Hilfe in der Not: Industrie rüstet um

Viele großen Industriekonzerne stehen still. Hunderte an Mitarbeitern bauen Überstunden und Resturlaub ab oder sind in Kurzarbeit. Solange die Normalproduktion brach liegt, haben jetzt zahlreiche Unternehmen umgerüstet.

Große deutsche Textilfirmen, wie z. B. Trigema oder Eterna, haben von der T-Shirt-Herstellung auf einfache Atemschutzmasken umgestellt. Viele kleinere Modelabels und freiberufliche Schneider*innen konzentrieren sich ebenfalls auf die Fertigung einfacher Atemmasken. Die Wäschefirma Triumph hat sich mit dem Autozulieferer Mahle zusammengetan, um Atemschutzmasken herzustellen, die auch im medizinischen Bereich verwendet werden können. Mahle liefert dazu ein Filtermedium, das FFP3-tauglich ist und Viren abfängt.

Auf Desinfektionsmittel hat Nivea neuerdings einen Teil seines Werkes ausgerichtet, und auch BASF rüstet dafür um. Viele Brennereien (u. a. Jägermeister, aber auch viele Kleinbetriebe) oder Chemieunternehmen helfen ebenfalls, indem sie Ethanol bereitstellen oder Desinfektionsmittel selbst herstellen.

Die Volkswagen-Tochter Seat hat kürzlich in Barcelona mit der Herstellung von Beatmungsgeräten begonnen. Der zweitgrößte US-Autohersteller Ford plant, ab dem 20. April zusammen mit dem Industriekonzern General Electric (GE), 50.000 Beatmungsgeräte innerhalb 100 Tage herzustellen. Auch Volkswagen prüft derzeit, wie der Konzern mithilfe seiner 3D-Druckern Bauteile für medizinische Geräte liefern könnte.

Aus Not kreativ: Neue Umstände erfordern neue Ideen

In Krisenzeiten geht es aber natürlich nicht nur darum, auszuhelfen, sondern auch ums eigene Überleben. Wie übersteht man als Gastronom eine Zeit der Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote? Was macht man als Inhaber eines zwangsweise geschlossenen Geschäfts in der (gespenstisch leeren) Innenstadt? Wie bringt man als Blumenhändler seine Sträuße an den Mann oder die Frau, wenn niemand mehr in den Laden kommen darf?

Kreative Ideen gibt es genug: Das zeigt sich derzeit überall – in großen wie in kleinen Städten. Restaurant- und Cafébesitzer verkaufen ihre Gerichte aus Foodtrucks oder konzentrieren sich auf Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen. Lokale Buchhändler appellieren mit liebevoll gestalteten Postern an Stammkunden, ihnen als Online-Kunden treu zu bleiben. Blumenhändler veröffentlichen Bilder von Blumensträußen auf Instagram und liefern auf Wunsch. Clubs streamen Konzerte im Netz, und sogar Fitness-Studios haben auf Online-Kanäle umgestellt.

Zwar ersetzt dies häufig nur einen kleinen Teil des Umsatzes. Doch selbst aktiv zu werden, eigene Ideen zu entwickeln und das Beste aus der schwierigen Situation zu machen – das befreit viele Unternehmer und Mitarbeiter auch von einem Gefühl der Ohnmacht. Und nicht nur Unternehmer und Arbeitnehmer müssen derzeit umdenken: Auch die Kunden haben jetzt andere Bedürfnisse – und der Konsum verlagert sich weiter ins Netz.

Auch wir vom ifb setzen übrigens auf neue Wege: Im Zuge der Corona-Krise haben wir unser digitales Lernangebot für Betriebsräte hochgefahren. Denn: Was sonst macht man als Seminaranbieter, wenn niemand zu den Schulungen kommen darf?

Was sind Ihre eigenen Erfahrungen? Hat auch Ihr Betrieb umgerüstet oder kennen Sie kreative Beispiele in Ihrer Umgebung?



Dieser Beitrag wurde am Montag, 06. April 2020 um 08:07 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Digitalisierung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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