Auch die Baumarktkette OBI kann sich bei Lidl, H&M und Konsorten einreihen! Denn: Betriebsräte haben es in diesem Unternehmen schwer. Ständige Schikane steht auf der Tagesordnung.

So bekommen Gewerkschaftsvertreter Hausverbote erteilt, Betriebsratswahlen werden massiv behindert und Mitarbeiter, die den Mund aufmachen, erhalten einfach eine Kündigung.

Wie Spiegel-Online berichtet versucht OBI bereits im Vorfeld die Bildung von Betriebsräten in den einzelnen Filialen zu verhindern. Laut einem ver.di-Vertreter gibt es überall wo Betriebsräte gegründet werden sollen erhebliche Widerstände und Schwierigkeiten. OBI versucht neue BR-Gründungen systematisch zu verhindern. BR-Wahlen laufen nie so ab wie es das Betriebsverfassungsgesetz vorsieht. Mitarbeiter, die für den Wahlvorstand kandidieren wollen werden systematisch gemobbt und schikaniert. Sogar unrechtmäßige, fristlose Kündigungen werden gegenüber Mitarbeitern ausgesprochen, die sich im BR engagieren wollen. Gut dotierte Aufhebungsverträge für BR-Mitglieder oder Kandidaten sind keine Seltenheit.

Die Zahlen allein sprechen für sich: Nur in 40 der 330 bundesweit verstreuten OBI-Filialen gibt es überhaupt einen Betriebsrat. Das sind gerade mal 12 Prozent.

Pikant ist auch die Tatsache, dass laut Medienberichten von Spiegel-Online die Führungsebene von OBI bei einem Anwalt Seminare im „Betriebsrats-Killing“ besuchen soll.

Zu den Vorwürfen sagte die OBI-Zentrale übrigens nur, dass sie mit den Mitarbeitervertretungen „vertrauensvoll zusammenarbeite“…

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 14. Juli 2009 um 09:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Betriebsratswahl abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Alle, die dem Betriebsverfassungsgesetz „die Stange halten“, sollten OBI-Märkte boykottieren. Ich werde es jedenfalls tun.

    Kommentar von: Wilhelm Bunse – am 16. Juli 2009 um 07:51

  2. Es scheinen immer dieselben „üblichen Verdächtigen“ zu sein, die sich in dieser Weise hervortun. Es sind ausgerechnet die Billiganbieter auf dem Markt.
    Das macht Boykotts schwierig, sollte man nicht den Geldbeutel haben statt beim Billiganbieter bei der teuren Konkurrenz einkaufen zu können.
    Hat man diesen Geldbeutel, gehört man aber wohl kaum noch zu der Klientel, die dem BetrVG und Gewerkschaften nahe stehen.

    Letztlich hilft nur eines wirklich: Die gesetzliche Verpflichtung, ab einer bestimmten Personalgröße einen Betriebsrat haben zu müssen.

    Gleiches gilt analog für die Mindestlohndiskussion. Würden die Tarifabschlüsse der jeweiligen Branchen unabhängig von der Zugehörigkeit zum Arbeitgeberverband grundsätzlich immer für alle Betriebe gelten, wäre die Diskussion um einen Mindestlohn nicht notwendig.

    Ebensowenig wie den Mindestlohn, will die Politik wohl aber wirklich eine durchgängige Mitarbeitervertretung in den Unternehmen. Möglicherweise muss sie sich dabei auch nur dem Druck der Lobbyisten beugen. Was den Sachverhalt aber keinen Deut besser macht.

    Statt wie üblich darauf zu hoffen das viele Einzelpersonen sich irgendwie zu Interessenvertretungen, Boykottaktionen, Streiks, Demonstrationen u.ä.m. finden, sollten unsere Gewerkschaften von der Spitze her und gemeinsam daran arbeiten, die politischen Voraussetzungen in unserem Land zu ändern.

    Nur eine Meinung von A.R.K.

    Kommentar von: A R K – am 20. Juli 2009 um 15:57

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