Dass mit Homosexualität in unserer Gesellschaft inzwischen ganz anders umgegangen wird als noch vor einigen Jahren, ist eigentlich nicht zu übersehen. Allein die Änderungen in Recht und Gesetz, die zugunsten gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften vorgenommen wurden, zeigen die stetig wachsende Akzeptanz der Thematik. Aber: Die Gesellschaft ist eine Sache, doch der Arbeitsplatz, wo man viele Stunden miteinander arbeitet, ist eine andere. Nicht umsonst liest man oft, dass gerade der Arbeitsplatz ein guter Nährboden für Mobbing ist. Und für den einen oder die andere dürfte ein homosexueller Kollege oder eine homosexuelle Kollegin ein willkommener Anlass für deplatzierte und diskriminierende Bemerkungen sein. Wie sieht es also aus, mit Homosexualität am Arbeitsplatz? Wie groß ist heute die Bereitschaft bzw. der Mut, sich zu outen?

Überraschenderweise (oder auch nicht!), gibt es zu diesem Thema eine Studie, nämlich vom Psychologischen Institut in Köln. Davon berichtet unter anderem die Aachener Zeitung. Danach traut sich jeder zehnte Berufstätige nicht, mit seiner Homosexualität am Arbeitsplatz offen umzugehen. Etwa 42% reden nur mit einigen wenigen Kollegen darüber. Gründe für das Verschweigen sind zum Beispiel Angst vor Diskriminierung oder die Sorge, den Kollegen eine Angriffsfläche zu bieten. Das sei aber laut Expertenmeinung gar nicht nötig. Denn: Gemäß der Studie sagten 92 % der Arbeitnehmer, die sich geoutet haben, dass die Kollegen überwiegend positiv reagiert hätten. Über den Chef sagten das immerhin 85%.

In kleineren Unternehmen ist es manchmal nicht so einfach. Hier haben es homosexuelle Mitarbeiter meist schwerer als in großen Firmen, wo sie in der Regel ein tolerantes Betriebsklima vorfinden. Auch Männer in männlich dominierten Branchen oder technischen Betrieben müssen sich laut Studie häufig mit Vorurteilen herumschlagen. Letztendlich – so Experten – ist das alles eine Sache der Firmenkultur. So gibt es beispielsweise große Unternehmen, die sogar firmeninterne Netzwerke für schwule und lesbische Mitarbeiter haben (laut Pressebericht die Telekom und die Deutschen Bank). Sie legen großen Wert darauf , dass alle Beschäftigten unabhängig von Geschlecht, Alter und eben der sexuellen Orientierung in einem respektvollen Umfeld arbeiten können. Und wo findet man diese toleranten Unternehmen? Beispielsweise auf der Karrieremesse „Sticks&Stones“.

Bildquelle: © mangostock – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 16. Oktober 2013 um 16:26 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Hallo,

    ich bin nicht Homosexuell sondern Transsexuell. Ich befinde mich auf dem Weg vom Mann zur Frau und arbeite in einem kleinen Unternehmen. Ich habe mich schon geoutet und komme auch als Frau ins Büro, was von meinen Kollegen, mit der Zeit, akzeptiert wurde. Am Anfang habe ich das Gespräch mit jedem Einzelnen gesucht und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Ich war allen Fragen meiner Kollegen offen gegenüber. Ich hatte mit mehr Problemen gerechnet. Meine Firma unterstützt mich bei meinem Weg vom Mann zur Frau. Ich weiß, dass der Schritt in meiner Branche nicht ganz einfach ist, da ich Kundenkontakt habe. Ich würde den Schritt jeder Zeit wieder tun.

    LG

    Kommentar von: Lars – am 24. Oktober 2013 um 14:58

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