von Thomas am 11.11.2010, 15:25 Uhr , Kategorie: Allgemein

Wie man seine Mitarbeiter als Vorgesetzter nicht behandeln soll, hat unser Bundesfinanzminister genau heute vor einer Woche eindrucksvoll zelebriert.

Als sich bei einer Pressekonferenz herausstellte, dass den Journalisten noch keine Unterlagen ausgehändigt wurden, fährt Finanzminister Schäuble seinen Sprecher Michael Offer an: „Das habe ich gerade vor 20 Minuten noch gesagt: Es wäre schön, wenn die Zahlen verteilt werden.“ Und: „Herr Offer, reden Sie nicht, sondern sorgen Sie dafür, dass die Zahlen verteilt werden.“ Danach verlässt Wolfgang Schäuble den Raum. Als er nach ca. 20 Minuten wieder zurück kommt und sein Sprecher noch nicht da ist, fügt er hinzu: „Wir warten noch, bis der Herr Offer da ist. Er soll den Scherbenhaufen selber genießen.“

Ein paar Tage später bittet Herr Offer übrigens um seine Entlassung. Eine Entschuldigung seitens des Finanzministers war bisher noch nicht zu hören.

Dieser Vorfall zeigt deutlich, was schlechte Mitarbeiterführung ausmacht: Arroganz, Abgehobenheit und mangelndes Einfühlungsvermögen. Statt sich schützend vor seinen Pressesprecher zu stellen, demütigt der Minister ihn vor der versammelten Presse.

Wer jetzt meint, dass Herr Schäuble ein Einzelfall ist, irrt. Auf Grund schlechter Führung haben nach einer Studie bereits 20 Prozent der Arbeitnehmer innerlich gekündigt.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 11. November 2010 um 15:25 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Solche herabwürdigenden Kommentare scheinen bei Arbeitgebern im öffentlichen Dienst zum guten Ton zu gehören. Die sind sich ihrer Arbeitsplätze einfach zu sicher, zumal wenn sie Dinosaurierartig bereits einige Jahre im Amt sind. Solche Dinge werden bei einfachen Angestellten sofort abgestraft, bei höhreren Gehaltsklassen anscheinend nicht. Beispiel aus dem Leben: eine Kollegin teilt ihrem Abteilungsleiter eine Schwangerschaft mit. Kein Glückwunsch o. Ä. sondern Frage des Abteilungsleiters: wie alt sind sie überhaupt? Mitarbeiterin: 42 Jahre. Abteilungsleiter: woher wollen Sie denn wissen, dass Sie in Ihrem Alter kein behindertes Kind bekommen?
    – Da fällt einem nichts mehr dazu ein…

    Kommentar von: Oesterreicher, Simone – am 15. November 2010 um 23:13

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