Wagemutige Pläne im Steuerrecht: Der Pauschalbetrag für Werbungskosten, den jeder Arbeitnehmer bei seiner Einkommenssteuererklärung ohne weiteren Nachweis geltend machen kann, soll nach den Plänen der Bundesregierung möglichst bald von 920 auf 1.000 Euro pro Jahr steigen. Diese Aktion ist Teil des großen Plans „Unsere Steuererklärung soll einfacher werden„. FDP-Finanzexperte Volker Wissing spricht von einem „Durchbruch in der Steuerpolitik“.

Ein Durchbruch, was ist da los? Wieder mal verstehen wir nur Bahnhof! Sollte die Steuererklärung denn irgendwann nicht mal sogar auf einen Bierdeckel passen? Was bitte wird einfacher, wenn eine Pauschale minimal erhöht wird? Bis vor ein paar Jahren lag dieser Betrag sogar noch bei 1.044 Euro, bevor er dann auf 920 herabgesetzt wurde. Wäre mal interessant zu wissen, wieviele Arbeitnehmer das eigentlich betrifft, denn vermutlich kommen sehr viele allein schon wegen den Fahrkosten zur Arbeitsstelle über diesen Pauschalbetrag hinüber, weswegen das ganze wirkungslos bleibt. Aber wer weiß schon, was mit den Fahrtkosten in Zukunft geplant ist. Da ist ja derzeit Ruhe, nur wie lange noch? Vielleicht werden wir Arbeitnehmer um diese 80 Euro „Erhöhung“ irgendwann sogar mal dankbar sein müssen.

Bis dahin denken wir auch weiterhin an die enorme finanzielle Entlastung, die die FDP den Hoteliers zu Jahresbeginn hat zukommen lassen (was die Partei angeblich mittlerweile selbst recht „kritisch“ sieht) und denken uns, dass es bestimmt sein Gutes haben wird, wenn man die Großen ganz groß und die Kleinen ganz klein entlastet.

Nur zur Klarstellung: Kein Arbeitnehmer würde automatisch 80 Euro mehr rauskriegen. Bei diesem Betrag handelt es sich lediglich um die Summe, um die das zu versteuernde Jahreseinkommen vor Berechnung der Steuer zusätzlich vermindert wird. Real übrigbleiben wird, je nach persönlichem Steuersatz, deutlich weniger!

Peter



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 03. Dezember 2010 um 11:14 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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