Im ersten Moment ist es schwer zu glauben, was in solchen und ähnlichen Schlagzeilen der Presse steht. Politiker schöpfen doch bei allem aus dem Vollen – könnte man zumindest annehmen. Oder vielleicht doch nicht?  Aber warum muss die sich in guter Hoffnung befindende Spitzenpolitikerin auf Vergünstigungen verzichten, von denen die meisten schwangeren Berufstätigen profitieren?

Der Focus berichtet: Als Bundesministerin steht Kristina Schröder laut Gesetz in einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis und eben nicht in einem Arbeitsverhältnis. Einen Arbeitgeber im klassischen Sinne, so wie viele von uns, hat sie nicht und kommt darum auch nicht in den Genuss arbeitsrechtlicher Schutzvorschriften. Also ohne Verlust des Mandats kein Eltergeld, keine Elternzeit, keine anschließende Teilzeit usw. Parlamentarier sind nur ihrem Gewissen verpflichtet und können sich, da sie keinen Arbeitszeiten unterliegen, ihre Zeit selbst einteilen. So plant Kristina Schröder, zwar in der üblichen Mutterschutzzeit zu Hause zu bleiben. Währenddessen lässt sie ihr Amt aber nicht ruhen, sondern trifft wichtige Entscheidungen eben von zu Hause aus – zwischen zwei Wehen sozusagen.

Ja, als Politiker geht das, denn hier gelten einfach andere Gesetze. Hört sich alles so locker an und hat sicher auch eine Menge Vorteile. Andererseits haben wir Normalbürger es doch eigentlich ganz gut mit unseren Gesetzen. Denn letztendlich wird die Familie Schröder – Gesetze und Vorschriften hin oder her –  die selben Sorgen haben, wie alle anderen (berufstätigen) Eltern auch. 

Ines



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 21. Januar 2011 um 14:04 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Nun, ich denke nicht, dass sie alle (!) Sorgen haben wird, wie alle berufstätigen Eltern auch. Sie wird sich keine Gedanken machen müssen, ob sie einen Krippen-, Kindergarten- oder Hortplatz erhält und was sie tut, wenn nicht. Sie wird sich sicher auch keine Gedanken machen müssen, ob sie sich vielleicht mal eine Privatschule für ihr Kind leisten kann oder ein Studium finanzierbar ist. Vielleicht hat sie dafür andere Sorgen, aber ich bin es leid zu hören, dass es ihr in allen Dingen so gehen wird, wie allen anderen Eltern auch.

    Kommentar von: claudia – am 01. Februar 2011 um 14:00

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