Fotolia 43108935 XS Daumen runter Profilproblem: Zahlreiche Bewerber erhalten Absage aufgrund ihres Social Media AuftrittsImmer wieder haben wir in den letzten Monaten über Neuigkeiten im Zusammenhang mit den sozialen Medien berichtet und wir wissen: Inzwischen sucht jeder zweite Personaler bei der Auswahl von neuen Mitarbeitern biographische Daten der Bewerber im Internet (zum Blogbeitrag hier). Jetzt gibt es neue Zahlen. Unter anderem berichtet presseprotal.de: Jedes fünfte Unternehmen sagt Bewerbern aufgrund ihres Social-Media-Profils ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Schwartz Public Relations zusammen mit Eurocom Worldwide.

Experten bewerten dieses Resultat noch schärfer: Jeder fünfte Kandidat „disqualifiziert sich selbst“ für ein Vorstellungsgespräch wegen seiner Inhalte in Social-Media Netzwerken, so beispielsweise Mads Christensen, Network Director bei Eurocom Worldwide. Dies sei eine „Warnung an die Arbeitssuchenden und ein Indikator für die digitale Realität in der wir leben.“ Er sagt weiter:Das 21. Jahrhundert lehrt uns, dass jede Aktion eine unauslöschliche digitale Spur hinterlässt. In den kommenden Jahren werden viele von uns mit dem, was wir heute in den verschiedenen sozialen Netzwerken veröffentlichen, konfrontiert werden.“

Dass dies tatsächlich so ist, hat der ein oder andere von uns vielleicht schon erfahren müssen. Daher immer wieder der Hinweis auf und die Bitte um achtsamen Umgang mit Daten auf Facebook, Twitter und Co. Und falls man sich doch mal zu einer unbedachten Äußerung hinreißen lässt, ist es dann verhältnismäßig, wenn diese einen sein Leben lang verfolgt und sogar Einfluss auf die Karriere hat? Schwer zu entscheiden, es  kommt natürlich immer auch auf den Inhalt an. Doch letztendlich gilt: Sicher ist sicher. Oder, wie meine Mutter schon zu sagen pflegte: „Erst denken, dann sprechen“ (veraltet für: Erst denken, dann schreiben!).

Bildquelle: © Schulz-Design – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 10. August 2012 um 10:36 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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6 Kommentare »

  1. Sie erwecken in Ihrem Artikel den Eindruck, facebook sei in Deutschland relevant für Bewerbungen. Ist aber nicht so. Bitte vollständig zitieren!

    Kommentar von: Jorgo – am 10. August 2012 um 17:35

  2. Facebook ist nunmal das führende “Social-Media”.
    Es soll Firmen geben, die gegen ein geringes Entgeld Profile aus dem Internet (vorrangig Facebook) erstellen. Das wird vor allem für Arbeitsstellenbewerber gemacht, die in die engere Wahl kommen.

    Kommentar von: Tourix – am 11. August 2012 um 12:12

  3. Vor allem die jungen Menschen wurden ohne Hinweise in die Social-Media Speicher gezogen weil – Zitat “Papa, alle sind dabei und ich soll aussen vor bleiben? Geht doch gar nicht!” – der Gruppenzwang zuschlägt. Waren es früher lange Haare bei Jungs, kurze Haare oder Hosen bei Mädchen ging es zu den “angesagten Schuhen” bis zu “Edel Klamotten” von der berühmten Stange. Wie man es dreht, auch SocMed ist ein Produkt des Gruppenzwangs für den junge Menschen besonders anfällig sind – mit steigendem Selbstbewußtsein kommt dann der Frust “…hätte ich nur damals auf die Erwachsenen gehört…”. Grausam ist nur, das solche “Jugendsünden” nicht mehr löschbar sind … die angesagten Schuhe/Klamotten konnte man notfalls verbrennen – sprich: der Mensch hatte tatsächlich mal die Kontrolle über seine “Spuren im Leben”…

    Kommentar von: Baloo – am 17. September 2012 um 15:47

  4. Na, ja, ich weiß nicht.

    Auch ich habe Kinder. Diese möchten auch eine Ausbildung bekommen und sind nur sehr vorsichtig und sorgfältig unterwegs. Mit ihren Klarnamen kann man nicht finden.

    Unsere Personalerin erzählte folgende Geshichte: Eine junge Studentin bewarb sich bei uns für das mittlere Managment. Sie haben (natürlich) den Namen der jungen Frau im Internet “gegoogelt”. Und siehe da, sie hatte eine Homepage. Unter Hobbys stand da: Saufen, Kiffen, Fi***”

    Was denkt ihr? Hat sie den Job bekommen :)

    Liebe Grüße
    Lisa

    Kommentar von: Elisabeth – am 24. September 2012 um 15:33

  5. Ich finde es ist ein Armutszeugnis über die heutige Unfähigkeit der Personaler. Diese scheinen trotz Studium nicht mehr in der Lage, anhand eingereichter Unterlagen, Entscheidungen zu treffen. Das SozialMed wird in erster Linie genutzt, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Jeder weiß von sich selbst, dass in jeder Gruppe ein eigener Kommunikationscode mehr oder weniger über der Grasnarbe gilt. Sich in solche Gruppen unerkannt einzuschleichen, die natürlich so öffentlich sind, wie die gesellige Feier am Strand, an der Bar, im Vereinshaus und aus diesen Momentaufnahmen Entscheidungen für andere Ihre Zukunft zu treffen, ist auf dem flachen Niveau der Stasi.
    Klar denkende Unternehmer und Politiker sollten Personalern solche Recherchen verbieten. Private Freiheit sichert auch die Möglichkeit, sich selbst ab und an wieder zu erden.

    Schöne Grüße an die Stasi von heute.
    Was habt Ihr eigentlich studiert?
    Schöne Grüße an die kompetenten Personaler, die ihr Fach noch beherrschen. Es ist Zweifelhaft ob so die benötigte Kompetenz gefunden wird. Wer kann in einem Unternehmen seine Kompetenzen frei entfalten, wenn bereits die Meinungsfreiheit zum Problem wird?

    Schönen Grüße
    Dominik
    (GF aus Sachsen Anhalt – ich habe meinen Personalern solche Recherchen verboten – da ich diese Stasimanieren nicht dulde.)

    Kommentar von: Dominik – am 05. Oktober 2012 um 15:53

  6. Die Frage ist ja auch oft: Stammen die im Internet veröffentlichten Daten wirklich von der Person selbst, oder hat sich da jemand einen “Scherz” erlaubt und im Namen des Betroffenen eine Website oder ein Social-Media-Profil erstellt oder sich reinhackt? Daher gehe ich mit Infos aus solchen Quellen auch grundsätzlich vorsichtig um und bin selbst nicht bei Facebook vertreten.

    Mal sehen wie lange ich mich noch dagegen wehren kann, man wird ja schon fast diskriminiert, wenn man nicht mitmacht… Gespräch (nicht ganz O-Ton): “Ich wusste nichts von dem geänderten Termin” – “Haben wir doch alles vor Wochen schon in Facebook ausgemacht” *Gaaaaahhhh!!!!*

    Kommentar von: A. R. – am 17. Oktober 2012 um 10:46

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