von Ines am 08.08.2012, 12:50 Uhr , Kategorie: Allgemein, Kündigungsschutz

Fotolia 41853945 XS Prügelpauker Prügel Pauker: Keine Kündigung trotz OhrfeigeGott sei Dank, die Prügelstrafe in unseren Schulen gibt es nicht mehr. Vielmehr ist es normalerweise so, dass der bestraft wird, der zuschlägt. Immer? Nicht in dem Fall, den das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein (22.9.2011, 4 Sa 404/10) zu entscheiden hatte. Zumindest konnte hier einem Lehrer, der eine Schülerin geschlagen hatte, nicht gekündigt werden. Denn: Es war nicht ausgeschlossen, dass es sich bei der Handlung des Lehrers um einen Reflex im Zusammenhang mit eskalierenden Verhaltensweisen von Schülern handelte.

Ob ein Lehrer gekündigt werden darf, der einen Schüler schlägt, bedarf einer genauen Betrachtung der Gesamtumstände, so die Richter. Hier lagen laut Urteil besondere Umstände vor. Zum einen war die Situation insgesamt sehr eskalierend. Dies wurde durch die Beweisaufnahme (hier: Zeugenaussagen) bestätigt. Zum anderen wurde die Schülerin selber körperlich tätig und schlug auf den Arm des Lehrers, der schon vorher verletzt war. Dessen Schlag war deshalb, nach eigener Aussage, ein Abwehrreflex. Dies konnte ihm auch nicht widerlegt werden. Aufgrund der Abwägung in diesem konkreten Einzelfall war die Kündigung des Lehrers unwirksam.

Bildquelle: © Jeanette Dietl – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 08. August 2012 um 12:50 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Kündigungsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Kommentare »

  1. Ja, genau, nennen wir doch einen Lehrer, der sich vor einer gewalttätigen prügelnden Göre schützt einen “Prügel-Pauker” …
    Dieser Blog nähert sich langsam aber sicher Bild-Niveau.
    Am besten wir nennen den Beruf des Lehrers gleich in Boxsack, Blitzableiter oder Prügelknabe um.
    Auch Lehrer haben – wie wir alle – ein Recht auf Würde und körperliche Unversehrtheit.

    Kommentar von: Stefan Berger – am 16. August 2012 um 14:24

  2. NIEMAND prügelt in diesem unserem Land meine Kinder!
    Nur – und das muss/sollte auch JEDEM Kind klar sein, kein Kind hat das Recht andere Leute zu prügeln/unterdrücken ……..

    Von daher hat Stefan Recht!

    Kommentar von: Jürgen – am 17. August 2012 um 13:04

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