Nach einer brandaktuellen Entscheidung des Arbeitsgerichts Duisburg vom 14.09.2009 (AZ: 3 Ca 1336/09) ist eine fristlose Kündigung bei unangemeldeten Raucherpausen während der Arbeitszeit wirksam. Denn: Der Arbeitnehmer muss seine Arbeitspausen auf seinem Arbeitszeitkonto verbuchen und kann nicht einfach während der Arbeitszeit pausieren. Schließlich zahlt der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt nicht für die geleisteten Raucherpausen.

Allerdings müssen vor der fristlosen Kündigung entsprechende Abmahnungen ergangen sein und der Arbeitnehmer muss daraufhin dennoch wiederholt während der Arbeitszeit Raucherpausen eingelegt haben.

Auch nur kurzzeitige, wiederholte Raucherpausen stellen nach Ansicht des Gerichts eine gravierende Pflichtverletzung dar und sind damit geeignet das Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber zu zerstören. Die fristlose Kündigung ist deshalb eine angemessene Folge. Denn: Dem Arbeitgeber ist es bei solchen wiederholten Verhaltensweisen nicht mehr zumutbar den Arbeitnehmer bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigung weiterzubeschäftigen.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Montag, 28. September 2009 um 17:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Arbeitsvertrag, Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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5 Comments »

  1. Ich vermisse den Hinweis auf „die betriebsinterne Regelung“. Denn erst diese konkretisierte in dem vom ArbG Duisburg zu entscheidenden Fall die dem Arbeitnehmer zukommende Pflicht, die dieser infolge der eigenmächtig und undokumentiert gebliebenen Raucherpause verletzt hat.

    MfG
    Andreas Skowronek

    Kommentar von: Andreas Skowronek – am 29. September 2009 um 09:34

  2. Ich hoffe, dass dies in die 2. Instanz geht.
    Eine FRISTLOSE Kündigung nach Abmahnung in diesem Fall finde ich völlig überzogen.

    Wie sieht denn die firmeninterne regelung dazu aus?

    Wolfgang

    Kommentar von: Wolfgang Nithammer – am 01. Oktober 2009 um 11:35

  3. ein sehr hartes Urteil, hat mich als Raucher schockiert. Ich behaupte mal das jeder der seine tägliche 8 std arbeitet kleine und größere Pausen macht. Aber wahre Gott ein Glimmstengel geht an, dann ist man das schwarze Schaf. Traurig, diese Entwicklung, Raucher werden diskriminiert, obwohl sie die besten Steuerzahler sind.

    Kommentar von: Dethloff – am 01. Oktober 2009 um 16:57

  4. warum wird hier der Begriff „Raucher“pause so in den Vordergrund gestellt.
    Das „ausstempeln“ gilt für alle Pausen, oder.

    Ich habe schon oft davon gehört das besonders auf die Raucherpausen geachtet wird.

    Wenn hingegen andere Kollegen die Arbeit unterbrechen um sich Essen aufzuwärmen oder zu quatschen interessiert das niemanden.

    Kommentar von: Django1962 – am 15. Oktober 2009 um 13:56

  5. Hallo,
    meine Frage wäre dazu, was ich als Raucher machen kann, wenn die Pause
    abgeschafft wurde, heißt wir hatten früher um 9 Uhr eine Pause in der ich geraucht habe.
    Die wurde gestrichen, woraufhin ich vom Chef die Erlaubniss erhielt
    so mal eine zu rauchen, nun wurde mir das auch verboten.
    Ich muss nun also rausstempeln für 3 minuten und mir wird eine Viertelstunde abgezogen, dass ist doch nicht okay oder?

    Kommentar von: Bienschn – am 08. Juni 2010 um 12:04

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