von Angela am 06.04.2020, 13:31 Uhr , Kategorie: Allgemein, Psychische Belastungen
Resilienz und Stärke in der Corona-Krise
Bildquelle: fotovika – Adobe Stock

Die Corona-Krise stellt uns alle vor ungeahnte Herausforderungen. Einschränkung der Mobilität, geschlossene Grenzen – bisher undenkbar! Schritt für Schritt gibt es außerdem mehr Vorschriften. Doch besonders schlimm trifft uns die Trennung: Wann wurden wir schon einmal gezwungen, Abstand zu anderen Menschen zu halten? Ausgangsbeschränkungen können unser seelisches Gleichgewicht ins Wanken bringen. Die ifb-Referentin Andrea Danker gibt daher heute einige Tipps, wie man seine innere Widerstandskraft stärkt und gut durch die Krise kommt.

Während einer sozialen Isolation oder Quarantäne fühlen sich viele Betroffene ängstlicher und angespannter als normal. Manche berichteten von dem starken Bedürfnis, nachzuforschen und alles über den Ausbruch und die möglichen Entwicklungen zu erfahren. Auch Schlafstörungen, Nervosität und Unruhe nehmen zu. Viele Betroffene haben ein erhöhtes Verlangen nach ungesunden Dingen, um mit dem Stress und der Anspannung fertig zu werden oder sich „etwas Gutes zu tun“ (z.B. Alkohol, Zigaretten, Süßigkeiten). 

Was tun in einer Krisensituation? 

Wichtig ist es, in Zeiten der Isolation seine psychische Widerstandskraft und Belastbarkeit zu stärken. Denn unser Immunsystem wird durch eine positive Grundeinstellung gestärkt.

Es kann sehr hilfreich sein, sich das Folgende vor Augen zu führen: Die derzeitige Situation ist vorübergehend! Die Zeit der Isolation wird zu Ende gehen und das normale Leben wird wieder einkehren. Bis dahin ein paar praktische Tipps, wie man besser durch die Krise kommt.

Praktische Tipps in Zeiten der Isolation 

  • Mach Dir bewusst: Du hast in der Vergangenheit schon viele schwierige Situationen bewältigt. Auch damit wirst Du fertig!
  • Kontakte suchen: Nimm Verbindung zu Menschen auf, die Dir guttun. Da Du sie nicht persönlich treffen kannst, wirst Du sie wahrscheinlich per E-Mail, Telefon oder per Videoanruf erreichen. Mache den ersten Schritt und wende Dich an andere, um zu fragen, wie es ihnen geht. Dies ist besonders wichtig, wenn Du alleine lebst.
  • Erstelle eine Routine und Struktur für den Tag: Halte so viel wie möglich eine normale tägliche Routine aufrecht. Wann ist Arbeitszeit, wann Freizeit?
  • Sammle Ideen für die Freizeit: Erstelle eine tägliche Liste für Dich selbst, und lasse auch Familienmitglieder daran arbeiten. Schreibe Dinge auf, die Du während der Freizeit tun möchtest (z.B. einen Artikel in der Lieblingszeitschrift lesen, gemeinsam ein Spiel spielen). Füge auch „produktive“ Aufgaben dazu (z.B. Gartenarbeit, staubsaugen). Wenn Du die Dinge auf Deiner Liste erledigt hast, gibt Dir das ein Gefühl, etwas geleistet und unter Kontrolle zu haben.
  • Mache regelmäßig Sport.Ob mit Trainingsgeräten oder online – Schreibe für jeden Tag eine Bewegung auf Deine Tagesliste. Zu bequem? Vielleicht kannst Du jemanden zu einer Art „Online-Trainingswettbewerb“ motivieren.
  • Erledige Dinge rund um Haus oder Wohnung, zu denen Du bisher nicht gekommen bist. Finde Projekte, für die sonst keine Zeit ist, z.B. Werkzeug sortieren, die Garage aufräumen oder den Flur streichen. Schreibe alle diese Projekte auf und mache einen Plan, wann Du was tun kannst.
  • Unternimm etwas Schönes das Du normalerweise nicht machst. Lies vielleicht ein neues Buch, schaue eine Fernsehserie an, spiel ein neues Karten- oder Brettspiel.
  • Plane Zeit für Dich alleine ein, in der Du Dich zu Hause auch mal von den anderen abgrenzt. Stelle sicher, dass alle anderen hierzu auch die Möglichkeit haben. Dieser Faktor ist ganz wichtig und sollte rechtzeitig besprochen werden, damit es nicht zu Missverständnissen und Konflikten kommt.
  • Gehe nach draußen, wenn es irgendwie möglich ist. Natürlich nur, wenn alle Regeln des vorgegebenen Sicherheitsabstandes eingehalten werden können.
  • Beschränke die Zeit, in der Du Dir Nachrichten ansiehst oder in sozialen Medien unterwegs bist. Suche Dir am besten zwei bis drei vertrauenswürdige Informationsquellen aus und nimm Dir feste Zeiten vor, in denen Du Dich mit neuen Infos beschäftigst.
  • Wenn es Dir nicht gut geht, scheue Dich nicht, um Unterstützung zu bitten (z.B. Hilfe-Hotlines, Arzt).

Zu guter Letzt 

Alle Dinge haben auch gute Seiten. Manchmal dauert es etwas länger, diese zu erkennen. Vielleicht hilft die erzwungene Entschleunigung manchen, wieder neue Blickwinkel zuzulassen. Denn Zeit genug ist dafür im Moment da. Und Resilienz meint auch die Fähigkeit, gestärkt aus einer Krise hervorzugehen.

Die Diplom-Psychologin Andrea Danker ist Mediatorin mit dem Schwerpunkt Arbeitswelt und arbeitet als Coach mit Einzelpersonen und Teams. Für das ifb referiert sie seit dem Jahr 2011 zu Themen wie Psychische Belastungen und Burnout.



Dieser Beitrag wurde am Montag, 06. April 2020 um 13:31 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Psychische Belastungen abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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