Andreas Vosskuhle, Päsident des Bundesverfassungsgerichts, hat sich für eine Öffnung der Gerichte für Fernsehsender ausgesprochen. Es kann also sein, dass demnächst auch reale Gerichtsprozesse über den Bildschirm flimmern. Fiktive Gerichtsshows à là Alexander Hold und Barbara Salesch tun das ohnehin schon. Diese sind nur leider total unrealistisch, prägen aber das Bild der Bürger von der deutschen Justiz, so Vosskuhle. Wenn man das nicht möchte, müsse der Zuschauer die Möglichkeit haben, echte Prozesse zu erleben um „mit der Macht der Bilder echter Verfahren“ auf den rechten Weg geführt zu werden. All das natürlich nur im Rahmen des gesetzlich Möglichen und Vertretbaren.

Schön und gut. Bisher dürfen Urteilsverkündungen übertragen und Richter vor Beginn der Verhandlung gefilmt werden. Bei dem eigentlichen Prozess sind Aufnahmen nicht gestattet. Zu Recht! Insbesondere der Persönlichkeitsschutz der Beteiligten spielt hier eine ganz entscheidende Rolle. Soll an diesem hohen Rechtsgut tatsächlich gekratzt werden? Und wenn ja, um welchen Preis? Um die Zuschauer von Salesch und Co. von ihrem Bild über die deutsche Justiz abzubringen? Und sagen wir doch mal ehrlich? Wollen Liebhaber dieser pseudo-dokumentarischen Sendungen wirklich wissen, wie es tatsächlich in deutschen Gerichtssälen abgeht? Und schaut man solche Gerichtsshows an, um sich juristisch zu bilden? Doch wohl eher, um sich ein bisschen abzulenken, eine kleine Art von Schaulust zu befriedigen und sich zu unterhalten, oder? Und dazu – bei allem Verständnis für den Fernsehfreund – dürfen echte Prozesse, wo es um echte Schicksale geht, nicht missbraucht werden. Was genau wie veröffentlicht wird, muss ganz strengen Regeln unterliegen.

Ines



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 25. November 2010 um 19:00 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Vor vielen Jahren gab es mal eine Sendung im ZDF, die hieß „Streit um 3“.
    Eine sehr realistische Gerichtssendung, in denen zudem anschliesend noch Erklärungen kamen.
    Leider kam die Sendung viel zu früh (um 15.00 Uhr) und wurde auch wieder nach einigen Monaten beendet.

    Wenn man mit jemanden Streit hat, kann man sehr schnell erkennen, ob jemand Salesch, Hold und Co schaut oder eben nicht.
    Die Zuschauer jener Sendungen glänzen durch lautstarke Äußerungen und der Überzeugung recht zu haben.
    Das sieht nach dem Urteil dann meist ganz anderst aus.

    Kommentar von: Tourix – am 25. November 2010 um 20:21

  2. Die mündlichen Verhandlungen vor dem BVerfG fände ich interessant, alles andere nicht. Aber ich glaube nicht, dass man die Fans von Salesch & Co. dafür begeistern kann, schließlich geht es nicht um Sex, Drogen und Gewalt.

    Kommentar von: Sebi – am 25. November 2010 um 20:26

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