von Peter am 08.08.2008, 15:06 Uhr , Kategorie: Allgemein

Nach Informationen des Magazins „stern“ macht die schwedische Modefirma Hennes & Mauritz (H&M) ihren Betriebsräten die Arbeit schwer. Der „stern“ beruft sich dabei auf verdi-Fachgruppenleiter Ulrich Dalibor, dem zu Folge das Unternehmen viel unternimmt, um bereits die Gründung von Betriebsräten zu verhindern. Weiterhin sei Betriebsräten das Gehalt gekürzt worden, weil sie während der Arbeitszeit an Gewerkschaftsseminaren teilgenommen haben. Vor BR-Wahlen habe H&M entsprechenden Druck auf die Belegschaft ausgeübt.

Dem widerspricht Angela Gallenz, Personalchefin von H&M-Deutschland in einem lesenswerten Interview, ebenfalls mit der Zeitschrift „stern“: Dass ihr Unternehmen Betriebsräte schikaniere, weist sie zurück. Nach ihrer Aussage möchte H&M im Gegenteil die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten verbessern und vertrauensvoll gestalten, dafür werde viel getan. In der Tat. Zum Beispiel wenn die Firma Betriebsräten Abmahnungen erteilt, weil diese auf ein Seminar fahren, welches von H&M als nicht erforderlich eingestuft wird. Dieses Vorgehen hält Frau Gallenz für „nur fair“. Anderen Betriebsratsmitgliedern sei in solchen Fällen auch gleich der Lohn gekürzt worden. Das sei halt die Konsequenz, wenn man der Arbeit fernbleibe. Klare Ansage! Passt ja auch zur eingangs gemachten Aussage bezüglich vertrauensvoller Zusammenarbeit und so weiter. Fehler im Umgang mit Betriebsräten schließt Angela Gallenz wortwörtlich übrigens gleich komplett aus, zumindest seit sie Personalchefin ist, also seit 2006. Eine starke Aussage. In ihrer Pauschalität jedoch wenig überzeugend.

Wie sagt die H&M-Personalchefin gleich zu Beginn des Interviews so schön: „Wir respektieren die Rechte von jedem“. Na sicher doch.

Peter


Eine weitere Reportage über Hennes & Mauritz gibt es bei der Zeitung „Die Welt“ zu lesen.

Was die Gewerkschaft verdi bislang mit H&M so alles erlebt und deshalb unternommen hat, ist auf deren Webseite dokumentiert und nachlesbar.



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 08. August 2008 um 15:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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4 Comments »

  1. H&M möchte ja angeblich nach eigenen Angaben so einiges respektieren bzw. für sich ausschließen. Das gleiche Spiel wird ja mit der Kinderarbeit gespielt, was ja vielleicht noch viel schlimmer ist. Da gibt es eine ganze Reihe von schön klingenden Selbstverpflichtungen, aber wer will das alles kontrollieren. Ich denke ohne härteres Durchgreifen mit Hilfe strengster Gesetze können wir leider nie ausschließen, dass nicht doch Kinderarbeit betrieben wird.

    Kommentar von: Micha – am 08. Juli 2009 um 19:07

  2. H&M weiterhin schikaniert alles was mit BR zu tun hat zb. Wahlvorstand für BR muß durch Höle gehen , sind Mitarbeiter aufgehetz gegen BR u Wahlvorstand: sind lügen ausgesprochen , beschämpfungen , arbeit des Wahlvorstand ist schikanirt ., sind drohungen ausgesprochen im volem u ganzem ein ALPTRAUM……….

    Kommentar von: ???????????? – am 04. Februar 2011 um 21:18

  3. Was für ein Schwachsinn.
    Ich kann das nicht vertreten, ich arbeite seit 4 Jahren in diesem Unternehmen, studiere nebenbei und habe eher den Eindruck, dass H&M seine Mitarbeiter sehr zu schätzen weiß.
    Ich wurde bisher immer unterstützt, jedem von uns werden Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt und jeder wird gefördert, wenn er möchte.
    H&M gibt Menschen ohne Schulabschluss, aber angemessener Leistung eine Chance und fängt sie auf, wer macht das schon?
    H&M ist eben ein soziales Unternehmen.
    In unserer Area ist auch ein BR aktiv, jedoch gibt es da keine Zwischenfälle, ich verstehe auch nicht wieso das auf H&M allgemein bezogen wird, wenn in einigen Fillialen solche Probleme auftauchen, man weiß nicht, wie solche Fillialen intern aufgebaut sind und wer da auf wen neidisch ist….
    Es sollte nicht immer über den selben Kamm geschert werden

    Kommentar von: Nur mal so – am 11. April 2011 um 19:58

  4. Ich arbeite seit zehn jahren beim H&M.
    Ich war immer zur stelle wenn jmd krank war u hab auch öfter mal vorlesungen ausfallen lassen um aus zu helfen weil ich zu meinem team stehe..
    ..nun ist es so.. dass ich jetzt mami bin und natürlich nicht mehr so oft und flexibel arbeiten kann… das juckt meinen filialleiter aber extrem wenig… wenn ich nicht nicht voll flexibel arbeiten kann bekomm ich die kündigung. und mir geht es nicht alleine so… zwei meiner kolleginnen wurde das gleiche angedroht.
    und DAS nach 10JAHREN bei H&M!!! bin mega enttäuscht und wütend….

    Kommentar von: Ja Ja Ja – am 03. Mai 2013 um 23:58

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