von Peter am 31.10.2014, 14:23 Uhr , Kategorie: Allgemein

Er gilt als der beste Freund des Menschen – aber da, wo der moderne Arbeitnehmer die meiste Zeit seines Leben verbringt, darf er oft nicht hin: Ins Büro.

So viele träumen davon: Ein eigener Hund. Wenn da nur nicht die Sache mit dem Arbeitsplatz wäre. Denn eins ist klar: Man kann das Tier tagsüber nicht einfach daheim lassen oder irgendwo abgeben. Die ideale Lösung – es kommt mit zur Arbeit. Nur: Habe ich darauf einen Anspruch? Wie ist die Rechtslage?

So mancher Betriebsrat kennt das: Ein Kollege wendet sich im Vertrauen an ihn. Man würde so gerne einen Hund anschaffen, aber darf ich den mitbringen? Bevor man groß den Chef fragt, komme man erst mal hierher.

Tiere am Arbeitsplatz – da gilt es, mehrere Aspekte zu beachten. Der erste und wichtigste ist die Rechtslage. Ja, der Chef darf es untersagen, dass man einen Hund oder ein Tier mit zur Arbeit bringt. Das ist Grundlage seines Direktionsrechts als Arbeitgeber. Dieses umfasst das Ordnungsverhalten im Betrieb, also auch das betriebliche Zusammenleben.

Ein ähnlicher Fall wurde kürzlich vom Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschieden (Urteil vom 24.03.2014, 9 Sa 1207/13): Eine Angestellte hatte die offizielle Erlaubnis ihren Hund mitzubringen. Drei Jahre lang ging alles gut. Dann wurde das Tier auffällig, es knurrte die Kollegen an. Der Arbeitgeber verbot die Mitnahme. Andere Kollegen dagegen durften ihre Tiere auch weiterhin mitbringen. Die Kollegin zog vor Gericht. Keine Chance, so das LAG. Denn: Das Verbot sei kein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Der Arbeitgeber bestimme, unter welchen Bedingungen die Arbeit zu leisten ist. Eine früher erteilte Erlaubnis kann nur solange gültig sein, wie die Arbeitsabläufe nicht gestört werden. Ein späterer Widerruf ist möglich.

Ist die Situation mit dem Arbeitgeber (hoffentlich positiv) geklärt, sollten unbedingt noch zwei weitere Aspekte bedacht werden. Da sind zum einen die Kollegen. Nicht alle finden Hunde super. Manche haben Angst vor ihnen. Das ist normales menschliches Verhalten, das nicht negativ bewertet werden sollte. Angst existiert. Man sollte deshalb möglichst genau checken, wie im Kollegenkreis die Stimmung bezüglich eines Bürohundes aussieht. Ist jemandem offenbar unwohl, sollte das berücksichtigt werden. Sonst kann der Schuss später voll nach hinten losgehen: Der Kollege beschwert sich irgendwann und der Arbeitgeber widerruft die Erlaubnis. Und dann? Was macht man dann mit dem Hund? Ab ins Tierheim??

Aber auch die Bedürfnisse des Hundes selbst sind sehr wichtig. Wie ist die tatsächliche Situation am Arbeitsplatz? Ist sie für ein Tier ok? Es braucht seinen festen Platz. Gibt es einen solchen? Und eins ist auch klar: Die Pausen gehören dem Tier – und niemand sonst!

Weitere Infos bei der Aktion „Kollege Hund“ des Deutschen Tierschutzbundes e.V.

Bildquelle



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 31. Oktober 2014 um 14:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Comments »

  1. Sehr schöner Artikel, wobei ich mich auch dafür aussprechen würde, dass mehr Hunde mit zur Arbeit dürfen. Sie verbessern das Betriebsklima und sorgen für Auflockerung bei der Arbeit. Ganz nebenbei werden die Pausen auch tatsächlich genutzt, um mit dem Tier zu spielen oder mal ein wenig frische Luft zu schnappen.

    Mfg
    Andreas

    Kommentar von: Andreas – am 05. März 2015 um 19:48

  2. Ach bitte, denken Sie doch auch an die Kolleg/inn/en. Ich finde Hunde ganz fürchterlich und möchte nicht täglich gezwungen sein, damit umzugehen. Schließlich arbeite ich nicht im Tierheim im Hundezwinger. Privat soll sich jede/r halten können, was er/sie mag (so lange niemand belästigt wird, natürlich). Am Arbeitsplatz haben Hunde – außer es sind Blindenhunde – absolut nichts zu suchen.

    Kommentar von: Christiane – am 04. Mai 2015 um 14:27

  3. bei uns duerfen die lieblinge des chefs ihre
    viecher mitbringen. die anderen nicht.
    wer mit denen des chefs gassi geht kriegt pluspunkte in der b-note. wobei dessen hunde reif fuer den abdecker sind (der eine blind der andere taub und inkontinent).
    andererseits wird von einem auf den anderen tag ein aussenstandort geschlossen und die betroffenen mitarbeiter vor vollendete tatsachen gestellt…

    mfg
    h.k.

    Kommentar von: Herman Kötter – am 21. Oktober 2016 um 10:17

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