von Ines am 16.08.2010, 14:29 Uhr , Kategorie: Allgemein, Arbeitsmarkt

Gerade erst haben wir uns von dem ersten Schrecken erholt, der uns ereilt hat durch die Gewissheit, dass an der Rente mit 67 wohl kein Weg dran vorbei führt. Da flattert schon die nächste Hiobsbotschaft durch die Medien: Rente mit 70 – das fordert laut Pressmeldungen das arbeitgebernahe Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft (IW).

Zur Begründung wird zum einen die immer höher werdende Lebenserwartung genannt. Für diese erweiterte Lebenszeit werden entsprechend länger Renten bezogen. „Das muss finanziert werden“, jammern Vertreter aus Wirtschaft und Politik. Es gibt angeblich nur zwei Alternativen: entweder gekürzte Renten (Stichwort „Altersarmut“) oder eben das kontinuierliche Anheben des Renteneintrittsalters (Stichwort „Lebensqualität“) mit entsprechend höheren Bezügen. Wir haben dann also entweder zu wenig Geld zum Leben, oder zu wenig Leben für unser Geld. Da fällt die Entscheidung wahrlich schwer. Doch nur so sei es angeblich machbar, die Renten und die Beiträge langfristig stabil zu halten.

Zum anderen ist der Bevölkerungsrückgang durch die abnehmende Geburtenrate ein ständiges Argument. Dies soll dazu führen, dass zukünftig ausreichend Jobs für alle zur Verfügung stehen werden – offensichtlich sogar so ausreichend, dass die Generation 60+ gebraucht wird, um all diese Löcher zu stopfen, ich meine, die Stellen zu besetzen.

Wer hätte das gedacht. Vor ein paar Jahren noch wurden Frühverrentungsprogramme eingeführt, um den Arbeitsmarkt zu entlasten und für Arbeitsplätze zu sorgen. Gestern haben wir noch von Kurzarbeit und Wirtschaftskrise gesprochen. Heute haben wir eine Arbeitslosenquote von knapp 8%. Morgen soll es so viele Jobs geben, dass auf den Firmenparkplätzen genauso viele Rollatoren wie Autos stehen werden und im Eingangsbereich mehr Gehstöcke als Regenschirme. Ich kenn mich nicht mehr aus. Aber manchmal versteh ich jetzt, wenn meine Oma einst sagte: „Früher, war irgendwie alles einfacher.“

Ines



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