VideoüberwachungWar er jetzt drin oder nicht? Beim Fußball soll dem Schiedsrichter mit Hilfe des Videobeweises ein besseres Urteilvermögen an die Hand gegeben werden. In der Deutschen Fußball Liga wird vermutlich schon bald eine Testphase starten. Der FC Bayern München dagegen arbeitet schon jetzt mit dem Videobeweis – zumindest außerhalb des Spielfelds.

Die Bayern sorgen nicht nur regelmäßig in den Stadien für Spektakel, seit neuestem gelingt ihnen das auch vor dem Arbeitsgericht. Der Fußballclub beschäftigt neben seinem weltberühmten Star-Ensemble auch jede Menge nicht so bekannter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So etwa im vereinseigenen Fanshop des Centro Oberhausen. Eine dort angestellte Kassiererin verklagte den Verein kürzlich wegen unzulässiger Videoüberwachung. In einem Raum, der von den Mitarbeitern als Pausenraum genutzt wird, war mindestens eine Kamera installiert. Dies sorgte für großen Unmut unter der Belegschaft. Man fühlte sich überwacht, die Bilder sollten angeblich direkt live in die Zentrale nach München gehen. Für die Klägerin alles andere als ok: Sie wollte sich nicht beim Essen und Trinken filmen lassen und verlangte vom Arbeitgeber die Beseitigung der Kameras, die Löschung der Daten sowie 15.000 Euro Schmerzensgeld als Schadensersatz.

Vor dem Arbeitsgericht Oberhausen erlitt sie eine (Heim-)Niederlage, denn: Der Verein trug vor, den angeblichen Sozialraum auch als Lager zu nutzen. Zudem sei dort ein Tresor installiert, was eine Videoüberwachung unumgänglich mache. Klarer Fall – zumindest für die Richterin: Kein Sozialraum – Videoüberwachung somit zulässig.  Und: Das Interesse des Vereins überwiege in diesem Fall.

Fast zeitgleich verlor die Belegschaft eine zweite Partie: Der ehemalige Leiter des Fanshops Oberhausen ging gerichtlich gegen seine fristlose Kündigung vor. Schwerwiegender Vorwurf: Er habe die Gründung eines Betriebsrats angeregt, schon einen Tag später sei seine Kündigung im Briefkasten gelegen, der Zusammenhang damit offensichtlich. Die Bayern machten dagegen Unregelmäßigkeiten bei der Inventur als Kündigungsgrund geltend. Was tstsächlich passierte werden wir wohl nicht erfahren, da ein Vergleich geschlossen wurde.

Schlechte Stimmung in der Belegschaft des FC Bayern? Pep geht, Uli kommt – mal schauen, was jetzt passiert. Bayern München: Dieser Verein ist auch außerhalb der Liga immer für einen Aufreger wert.

Quelle: Spiegel online, WDR – Bildquelle: © viappy – fotolia.de (Motivbild)



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 01. März 2016 um 13:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. 2-0 für Bayern also ;-). Zwei interessante Prozesse. Danke fürs Teilen!

    Kommentar von: Laura | Immobilienrecht Niederlande – am 28. April 2016 um 13:42

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